| 1.
Der Landkreis Lichtenfels
2.
Das Wappen des Landkreises und der Stadt Lichtenfels
3.
Die Geschichte der Stadt Lichtenfels
4.
Die Korbstadt Lichtenfels
5.
Lichtenfelser Sagenwelt
Der
Landkreis Lichtenfels >>>>>
liegt im nordwestlichen Teil des bayerischen Regierungsbezirkes Oberfranken.
Nachbarlandkreise sind im Norden und Nordwesten Coburg, im Nordosten Kronach,
im Osten Kulmbach und im Süden und Westen Bamberg. Geringfügig
grenzt auch der Landkreis Bayreuth südöstlich an.
Unser Landkreis gehört zur Planungsregion Oberfranken-West, zusammen
mit den kreisfreien Städten Bamberg und Coburg sowie den Landkreisen
Coburg, Kronach, Bamberg und Forchheim. Geographisch und geologisch gehört
der Landkreis Lichtenfels zum Großraum des schwäbisch-fränkischen
Schichtstufenlandes. Er wird landschaftlich strukturiert durch den Obermain
mit seinen zahlreichen Windungen. Die rechts des Mains hügelig ansteigende
Landschaft rechnet man dem obermainischen Hügelland zu.
Der westliche Teil wird als Itzhügelland bezeichnet und ist gewissermaßen
ein Ausläufer der Keuperstufe Haßberge. Links des Mains erhebt
sich allmählich terrassenförmig das Albvorland bis zur Albhöhe.
Mit dem Jurabereich gehört fast die Hälfte der Fläche des
Landkreis dem Naturpark "Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst"
an. Seine 2.300 qkm Fläche machen ihn zum zweitgrößten
Naturpark der Bundesrepublik Deutschland.
Das
Wappen des Landkreises Lichtenfels >>>>>
„Gespalten von Blau und Gold; vorne über goldenem Reichsapfel
eine goldene Kaiserkrone mit rotem Innenfutter; hinten ein mit einer silbernen
Schrägleiste überdeckter, rot bewehrter, schwarzer Löwe.“
Begründung des Inhaltes des Hoheitszeichens:
Der neue Landkreis Lichtenfels besteht aus dem ehemaligen Landkreis
Lichtenfels und großen Teilen des ehemaligen Landkreises Staffelstein.
Deshalb wurden für das Landkreiswappen Motive aus den beiden früheren
Landkreiswappen miteinander verbunden.
Als Hinweis auf das Hochstift Bamberg, aus dessen ehemaligen Territorium
der frühere Landkreis Lichtenfels entstanden war, ist das Wappen des
Hochstiftes - der mit einer silbernen Schrägleiste überdeckte,
rot bewehrte, schwarze Löwe - in das Wappen aufgenommen worden. Die
kaiserlichen Insignien - Krone und Reichsapfel - führte das Domkapital
Bamberg im Wappen, dem das Amt Staffelstein gehörte. Die Feldfarben
Gold und Blau erinnern an die Farben des Wappens der Grafen von Andechs-Meranien,
die bis 1248 Besitz- und Herrschaftsrechte im Gebiet des heutigen Landkreises
innehatten
Die
Geschichte der Stadt Lichtenfels >>>>>
Zeittafel
Thementafel
Die Stadt liegt im ältesten vorgeschichtlichen Siedlungsgebiet
des Maintales.
Auf kleinstem Raum findet man einen fortlaufenden Nachweis der Besiedlung,
welcher von der Altsteinzeit über die Hallstattzeit bis zur karolingischen
Zeit heraufreicht. Den Namen der Stadt trug bereits die um das Jahr 1000
auf einer Anhöhe (die man von altersher Burgberg nennt), einem "lichten
Felsen", erbaute und 1525 im Bauernkrieg zerstörte
Veste. Sie gilt als eine Gründung der Grafen von Schweinfurt, die
hier im Land reich begütert waren.Diese Burg,
deren Spuren heute alle getilgt sind, kam um 1130 mit allem Zubehör
an den Grafen Reginboto von Giech, der sie seiner Tochter Chuniza zur Vermählung
mit dem Grafen Poppo von Andechs-Plassenberg schenkte. Als die Ehe nach
wenigen Jahren getrennt wurde, vermachte die fromme Gräfin ihre Güter 1142
dem Bistum Bamberg. In diesem Schenkungsvertrag wird erstmals auch der
Name Lichtenfels urkundlich bezeugt. Diese Schenkung wurde jedoch von den
Andechs-Meraniern nicht anerkannt, und machtvoll herrschten diese bis zum
Tode des letzten regierenden Meraniers, Herzog Otto II. im Jahre 1248.
Noch 12 Jahre währte der Streit der Nachkommen um das fränkische
Erbe, bis 1260 der Besitz durch Schiedsspruch
endgültig an das Bistum Bamberg kam.
Herzog Otto I. von Meranien und Pfalzgraf von Burgund hatte die Siedlung
am Fuße der Burg um 1231 zur Stadt erhoben.
Ganz bewusst wählte man für die Stadtgründung von Lichtenfels
einen Platz am Main und zentral an alten Straßenzügen. Der weiträumige
Marktplatz, Mittelpunkt der Stadt, auf dem sich alle Gassen und Wege vereinigten,
war und ist gut geeignet für Wochen- und Jahrmärkte. >>>>>
Das Herzstück ist das Historische Rathaus
am Markt. Das heute noch in seiner Funktion bestehende Gebäude muss
bereits der dritte Bau gewesen sein, wobei das erste Rathaus wohl um 1400
gebaut wurde. Das zweite Rathaus wurde 1740
wegen Baufälligkeit abgetragen. Zwei Jahre später konnte das
neue nach Plänen von Justus Heinrich Dientzenhofer gebaute Rathaus
bezogen werden. Wohl im 14. Jahrhundert umgab die Stadt eine Ringmauer
mit drei Toren: das Untere oder
Bamberger Tor, das Obere oder Kronacher Tor (beide heute noch erhalten)
und das Mühl- oder Coburger Tor. Von den fünf Wehrtürmen
ist heute nur noch der Rote Turm erhalten. Ein großer Teil der Stadtmauer,
die im 17. Jahrhundert mehrfach erneuert wurde, ist jedoch im 19. Jahrhundert
vor allem beim Bahnbau 1844/45 abgebrochen worden.
In unmittelbarer Nähe des Roten Turmes
erhebt sich über der Südseite des Marktplatzes das heutige Stadtschloss.
Das wohl an der Stelle des im Jahre 1553 abgegangen
alten Schlosses entstandene Gebäude ist im Jahre 1555
für Kaspar von Sternberg errichtet worden. Verschiedene Besitzerwechsel
in den nachfolgenden Jahrhunderten hatten auch unterschiedliche Nutzungen
zur Folge. Vom 17. Jahrhundert an fand das Gebäude überwiegend
als Getreidespeicher oder Lager Verwendung, deshalb war der Bau auch weithin
als Kastenboden bekannt. Erst nachdem die Stadt Lichtenfels das Gebäude 1970
erwarb und renovierte erhielt es die Bezeichnung Stadtschloss. Heute finden
dort kulturelle Veranstaltungen wie Ausstellungen, Konzerte und Vorträge
statt. Entscheidend geprägt wird die Häuserfront unterhalb des
Stadtschlosses vom ehemaligen Kastenhof, wo heute die Volksschule am Markt
untergebracht ist. Hier verwaltete der Kastner die Einkünfte aus dem
bischöflichen Besitz. Über 600 Jahre waren die Bischöfe
von Bamberg die Herren des Landes bis 1802 mit
dem Einrücken bayerischer Truppen die Herrschaft des Hochstiftes zu
Ende ging. Dieses ehemalige Bürgerhaus hat das Hochstift im Jahre 1608
erworben und vor allem im 18. Jahrhundert mehrfach umgebaut. In dieser
Zeit sind mehrere Häuser rund um das Rathaus entstanden, die auch
heute das Altstadtbild bestimmen, wie das ehemalige Forsthaus, heute eine
Buchhandlung, das 1753/54 errichtet wurde. Ein
weiteres Haus aus dieser Zeit am Marktplatz, der ehemalige Ratskeller
und Geburtshaus des ehemaligen Bundesjustizministers Thomas Dehler, wurde 1980
abgerissen. Heute steht an dessen Stelle ein Cafe. Ganz besonders markant
bis weit in die 1950er Jahre waren die vielen
Treppen an den Häusern am Marktplatz. Die meisten von ihnen wurden
wie 1951 die Freitreppe am Haus Marktplatz 29,
dessen Material zur Sandsteinfassade wohl aus Abbruchmaterial des 1803
aufgehobenen Klosters Langheim stammte, entfernt. Unweit dieses Hauses
am Ostrand der Altstadt steht die Katholische
Stadtparrkirche Mariä Himmelfahrt. Diese Kirche, deren ältester
Teil aus dem frühen 15. Jahrhundert stammt, wurde 1487
geweiht. Der Hochaltar, wohl um 1737 entstanden,
enthält als Mittelstück das Altarblatt die Himmelfahrt Mariens
von Christoph Wilhelm Mäuser. Im Inneren der Kirch finden sich verschiedene
Grabdenkmäler adeliger Familien wie für Mitglieder der Familie
von Schaumberg aus dem 16. Jahrhundert. >>>>>
Zur Innenausstattung zählt auch eine Nachbildung des Dettelbacher
Gnadenbildes aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, das im Jahre 1748
von der Friesenkapelle in die Stadtpfarrkirche übertragen wurde. Interessant
ist auch eine Wandmalerei an der Außenfassade der Kirche.
Die Malerei, die eine Sonnenuhr darstellt, wurde 1724
von Johann Georg Faber ausgeführt.
Daneben sind noch 3 Wappen, darunter das der Stadt Lichtenfels zu sehen.
Vor der Stadtpfarrkirche steht die im Jahre 1762
von Pankranz Fries errichtete Kreuzgruppe. Ursprünglich war diese
Sandsteingruppe bis 1938 vor dem Rathaus aufgestellt.
Neben der Stadtpfarrkirche konnte 1998 das
neue Pfarrzentrum St. Hedwig eingeweiht werden. In eben diesem Jahr erfolgte
am anderen Ende der Altstadt eine entscheidende Veränderung im Stadtbild.
In unmittelbarer Nähe des Unteren Tores entstand ein modernes Kaufhaus,
das im März 1999 eröffnet wurde. Auch
der Platz vor dem Haupteingang , allgemein als Säumarkt
bekannt, wurde neugestaltet und ein Brunnen aufgestellt. Anfang 1999 stellte
auch das dem Kaufhaus gegenüberliegende Stadtmuseum
seine neugestalteten Räume zum erstenmal der Öffentlichkeit vor.
Die offizielle Eröffnung in der ehemaligen Direktorenvilla der Bayerischen
Bierbrauerei fand im Juli 1999 statt. >>>>>
Das Stadtmuseum setzt folgende inhaltliche Schwerpunkte: Stadtgebiet;
Eisenbahn; Korbhandel; Stadtgeschichte; Schneyer Porzellan.Zwei Faktoren
bestimmten das Lichtenfelser Wirtschaftsleben bis ins 19. Jahrhundert hinein:
die Nähe zum Main und zu einem großen Waldgebiet, dem Lichtenfelser
Forst. Diese naturräumlichen Gegebenheiten machten Lichtenfels zu
einem wichtigen Handelsplatz für Holz, das in Form von Flößen
bis in die Niederlande transportiert wurde. Im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen
Lichtenfels waren daneben die wichtigsten Handelszweige vertreten, die
zunächst die Stadt und ihr Umland versorgten. >>>>>
Neue Impulse brachte der Anschluss von Lichtenfels an das Bahnnetz
im Jahr 1846; in der Folgezeit entwickelte sich
Lichtenfels zu einem Eisenbahnknotenpunkt.
Die Bahn war lange Zeit größter Arbeitgeber in der Stadt. Mit
der Eisenbahn veränderte sich das Stadtbild gegen Ende des 19.Jahrhunderts
entscheidend. Die Verlegung von Bahnbehörden nach Lichtenfels zog
einige Neubauten nach sich, die teilweise noch heute die Stadt prägen.
Dazu gehören neben den 1848/49 nach Plänen
von Gottfried Neureuther gebauten Bahnhof, das Amtsgebäude der Bahn
(heute Bahnhofsplatz 5), das 1887 errichtet
wurde, zwei Beamtenwohnhäuser (heute Bahnhofsplatz 1 und Zweigstraße
2). Weitere 64 Wohnungen standen ab 1898 in
der Bamberger Straße zur Verfügung. Diese zwei markanten vierstöckigen
Ziegelsteinbauten sind heute noch als "Neubäu" bekannt.
Der Bau der Eisenbahn brachte für Wirtschaftszweige, die Verbindungen
zum überregionalen Markt benötigten nun in Lichtenfels sehr gute
Voraussetzungen. Der Korbhandel profitierte
am meisten von dieser Entwicklung. Lichtenfels entwickelte sich in der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Zentrum der Korbstadtindustrie.
Hier hatten eine Reihe wichtiger Korbhandelshäuser ihren Sitz. Zweimal
in der Woche kamen die Korbmacher aus der Umgebung bepackt mit Körben
nach Lichtenfels und lieferten ihre Ware in den Korbhandelshäusern
wie z.B. in der Bahnhofsstraße ab. Die Großhändler verkauften
die Flechtarbeiten um 1900 in alle Erdteile.
Einige dieser Gebäude stehen noch heute, wenn auch nicht mehr in ihrer
eigentlichen Funktion, macht der Import von Korbwaren seit den 1950er
Jahren der heimischen Industrie bis heute schwer zu schaffen. Eine
Erweiterung in südlicher Richtung erfolgte in den 1930er
Jahre, als die Stadt um die Wohnungsnot zu lindern, 60 verschieden große
Siedlerstellen auswies. Es entstand die Siedlung am Klentsch. In den 1970er
Jahren vergrößerte sich dieses Gebiet durch private Neubauten
um die Siedlung am Breiten Rasen.Auf Grund dieser Ausdehnung südlich
des Maines wurde in den Jahren 1978 - 1980 die Pfarrkirche
Hl. Familie errichtet. >>>>>
Öffentliche Neubauten wie z.B. das Helmut-G.-Walther-Kreiskrankenhaus,
das 1972/73 errichtet wurde, reihten sich in
dieses Gebiet mit ein. In Richtung Kronach wuchs die Stadt bereits um 1900
über den eigentlichen Stadtkern hinaus. Begonnen hatte diese Ausweitung
vor dem Oberen Tor bereits 1887/88 mit dem Bau
des Zentralschulhauses, heute Volksschule an der Kronacher Straße.
Durch zahlreiche stattliche private und öffentliche Neubauten entwickelte
sich die Kronacher Straße bis in die 1920er
Jahre zum " Behörden- und Villenviertel". Kontinuierlich entstand
ein Neubau nach dem anderen wie 1902/03 die Evangelische
Kirche, 1903/04 das Amtsgericht, 1907 die Realschule(heute Meranier-Gymnasium), 1908
das Forstamt, 1909/10 die Korbfachschule
und 1913/15 das Bezirksamt (heute ein Teil des
Landratsamtes). Weitere Neubauten und Umbauten an bestehenden Gebäuden
folgten im Laufe der Zeit.
So reihten sich auch 1986 die Erweiterung
der im Jahre 1959 gebaute Berufsschule am Goldberg, 1988
der Neubau der Stadthalle auf dem Schützenanger, 1995
das Innovationszentrum des Deutschen
Flechthandwerks und das 1996 errichtete Haus
der kirchlichen Dienste in das Stadtbild ein.
Mit Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung wie eine veränderte
Verkehrsführung und der Neubau von Parkhäusern konnte die Stadt
bereits in der Badgasse, der Bahnhofsstraße und der Inneren Bamberger
Straße Fußgängerzonen schaffen. Der gesamte Marktplatz
ist nach Abschluss der Umbaumaßnahmen und Neugestaltung des Floriansbrunnens
Ende 2000 vom Oberen bis zum Unteren Tor ebenfalls
Fußgängerzone und ein gutes Forum für verschiedene Feste
und Aktionen. >>>>>
Lange Zeit war die allzu enge Gemarkung der Stadt ein erheblicher Nachteil
für Lichtenfels.
Erst 1810 wurde die Grenze der Stadt bis
zum Weiler Seehof vorgeschoben. Eine wichtige Vergrößerung der
Stadtgemarkung erfolgte dann im 20. Jahrhundert durch die Eingliederung
benachbarter Gemeinden:
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1929 Gemeinde Burgberg, 1959 Gemeinde Oberwallenstadt mit Oberwallenstadt
und Krappenroth, 1972 Gemeinde Weingarten, 1974 Gemeinde Mistelfeld, 1974
Gemeinde Klosterlangheim, 1975 Gemeinde Kösten, 1975 Gemeinde Stetten,
1975 Gemeinde Mönchkröttendorf, 1978 Gemeinde Buch a. Forst,
1978 Gemeinde Isling, 1978 Gemeinde Köttel mit Eichig, 1978 Gemeinde
Roth, 1978 Gemeinde Rothmannsthal, 1978 Gemeinde Trieb, 1978 Gemeinde Lahm,
1978 Gemeinde Oberlangheim, 1978 Gemeinde Seubelsdorf, 1978 Gemeinde Schney,
1978 Gemeinde Reundorf.
Die Stadt Lichtenfels verbindet mit
der amerikanischen Stadt Vandalia, Ohio, seit 1975
und mit der schottischen Stadt Prestwick seit 1974
eine Städtepartnerschaft. Wie die Urkunden besagten, wurden diese
Verbindungen geschlossen mit dem aufrichtigen Bestreben, die bitteren Ereignisse
der Vergangenheit zwischen den Völkern zu überwinden. Seit 1992
wurde die Partnerschaft mit Cournon/Frankreich begründet.
Die
Korbstadt Lichtenfels >>>>>
"Besuchen Sie das in Europa einmalige Korbmuseum in der Wiege der Feinkorbflechterei"
in Michelau/Oberfranken.
Die Korbflechterei ist eine der ältesten handwerklichen Fähigkeiten
der Menschheit. Überall dort, wo Flechtwerkstoffe wuchsen, fanden
sich Korbmacher, die dieses Material zu vielfältigen Gebrauchsgegenständen
verflochten, so auch im Tal des oberen Mains.
Lichtenfels, das mit Recht als Wiege des oberfränkischen Korbhandels
bezeichnet werden darf und von der Mitte des 19. Jahrhunderts an praktisch
zu einem Schwerpunkt der deutschen Korbindustrie wurde, gab sich in den
Jahren nach dem ersten Weltkrieg stolz den Ehrentitel "Deutsche Korbstadt".
Als Pionier des Korbhandels gilt der Kaufmann und Handelsherr Joseph Krauss,
dessen Ahnen bereits im 18.Jahrhundert als Korbmacher in Krappenroth und
Oberwallenstadt wirkten.
Kraus unternahm kurz nach 1800, schon in jungen Jahren, ausgedehnte
Auslandreisen, die ihn nach Frankreich, Spanien und Amerika führten.
Das von ihm gegründete Unternehmen wird noch heute in der Firma Krauss
und Weinbeer Polstermöbel weitergeführt.
Aufgrund des guten Geschäftsgangs wuchs die Zahl der Korbmacher
immer mehr. Bald verkaufte aber kaum noch ein Korbmacher seine eigene Ware
auf Märkten und an der Haustür. An seine Stelle traten Kaufleute,
die oft selbst als kleine Korbmacher angefangen hatten, aber durch erfolgreiche
Handelsreisen zu Wohlstand gekommen waren. "Der Korbhändler", so heißt
es 1841, "welcher seinerseits wiederum Tausenden von Arbeitern Nahrung
gibt, findet sich auf allen Märkten der zivilisierten Welt, in Petersburg
wie Madrid, in Neapel wie in London, in Rio de Janeiro wie in New York."
Lichtenfelser
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