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Erste Veröffentlichung
in der Tagespresse am 11. April 2002
LICHTENFELS (kag) – Der Vereinsname dürfte wohl bei den meisten
Menschen zunächst auf Unverständnis stoßen. Wo bitte soll
man denn einen „American Civil War Reenactor Club Lichtenfels“ einordnen?
Und was bringt gestandene Männer dazu, sich in historische Uniformen
zu zwängen, um die Geschichte des amerikanischen Bürgerkriegs
von 1861 bis 1865 nachzuvollziehen?
Doch schon beim ersten Treffen mit den Lichtenfelser Hobbyisten wird
man rasch eines besseren belehrt. Da geht es nicht um Kriegsverherrlichung
oder gar um vorpubertäre Cowboy- und Indianerspielchen sondern um
eine durchaus ernst zunehmende Auseinandersetzung mit der amerikanischen
und auch deutschen Geschichte.
Lebendige Geschichte „zum Anfassen“ also indem die Akteure ganz bewusst
in historische Rollen schlüpfen, sich dabei um höchstmögliche
Authentizität bemühen und dadurch auch ein Stück eigener
historischer Vergangenheit aufarbeiten.
So jedenfalls formuliert es der 1.Vorsitzende, der versucht in dem
sich etablierenden Reenactors Club in Lichtenfels die Seite der Föderierten,
also die US Seite, darzustellen mit der 3. Ohio Cavalery und der 6. Ohio
Infantery. In beiden Einheiten dienten Deutsche beziehungsweise Deutschstämmige
wie überhaupt im amerikanischen Bürgerkrieg rund 180.000 Deutsche
auf beiden Seiten der Front kämpften.
„Wir versuchen somit nicht nur die Geschichte des amerikanischen Bürgerkriegs
authentisch darzustellen, sondern vielleicht auch die Geschichte eines
ausgewanderten Oberfranken oder sogar Lichtenfelsers“. Eine ganze Reihe
von deutschstämmigen Generälen kämpften im Civil War auf
beiden Seiten mit, z.B.: Ludwig Blenker, Heinrich Bohlen, Peter Osterhaus,
Karl Schurz, Franz Sigl, Baron von Steinwehr, Aleander Schimmelpfennig
oder August von Willich, der die 9. Ohio Infantry befehligte, die unter
dem Spitznamen „Deutsche Neuner“ bekannt wurde.
Als Gegenpol zum Nordstaatler Hablowetz will Peter Hoja den Part der
Südstaatler verkörpern. Als historische Darstellungsgruppe könnte
hier die „1st Texas Volunteer Infantry, Company L“ dienen. Laut Stammrolle
waren 15 bis 20 Prozent aller Privates der 1st Texas Company L deutschstämmig.
Sie waren eben in Gebieten beheimatet, die von deutschen Emigranten Mitte
der 1840er Jahre besiedelt wurden. Diese Emigranten hatten sich in Bingen
am Rhein eingeschifft.
Deutsch-amerikanische Geschichte also wohin man blickt und die auch
im Rahmen der Lichtenfelser Städtepartnerschaft bedeutsam ist. Mit
Interesse verfolgt man deshalb auch im Lichtenfelser Rathaus und im Landratsamt
das keimende Pflänzchen des Reenactors Club Lichtenfels.
Dabei wissen sich die Lichtenfelser Hobbyisten als Teil einer weltweiten
Bewegung, die natürlich ihren Schwerpunkt in den Vereinigten Staaten
von Amerika selbst besitzt.
„Die Darstellung von Traditionsregimentern des US-Sezessionskriegs
gehört dabei zu den spektakulärsten Beschäftigungen im
Western-Hobby. Der Krieg zwischen den Staaten, eines der Schlüsselereignisse
der amerikanischen Geschichte, zieht zu recht bis heute viele Menschen
in seinen Bann“ heißt es dazu auf der Internetseite des American
Civil War Reenactor Club die unter der Adresse www.civilwar-lichtenfels.de
aufgerufen werden kann.
Auch hierzulande wissen "Living History-Gruppen" inzwischen: Das direkte
Eintauchen in die dargestellte Epoche ist nur im Reenactment möglich,
beim Nachstellen des alten Lagerlebens und historischer Schlachten und
Gefechte. Erst hier kommen die exakten Uniformnachbildungen, kommt die
komplette Ausrüstung so richtig zur Geltung. Hier erlebt der Hobbyist
die Geschichte als wenn er selbst Teil längst vergangener Epochen
gewesen wäre. Ein interessanter Perspektivenwechsel gewiss angesichts
der Schnelllebigkeit unseres Jahrhunderts.
In der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, im Rauch des Durham-Tabaks
und der Schwarzpulverwolken unter der Flagge der Nord- oder der Südstaaten
atmen die Hobbyisten den Geist einer untergegangenen Zeit. Und was den
US-Bürgerkrieg zusätzlich spannend macht ist die Tatsache, dass
es der erste „moderne Krieg“ überhaupt war in den Menschen der verschiedensten
Nationalitäten verwickelt waren.
Die vielen technischen und administrativen Entwicklungen der 1860er
Jahre leiteten militärhistorisch eine neue Ära der Kriegsführung
ein. Maschinengewehre, Land- und Seeminen, bemannte Unterseeboote, die
Benutzung tragbarer Telegrafen oder die ersten Schlachtenfotos zur Dokumentation
der Feldzüge waren nur einige der Neuerungen und Erfindungen, die
George Bernhard Shaw zu der Aussage veranlassten in der Kunst des Krieges
überträfe der Mensch sogar die Natur und er erzeuge dabei mit
Chemie und Maschinen all das Gemetzel von Seuchen, Pest und Hunger.
Doch um Missverständnissen vorzubeugen: Die Lichtenfelser Darstellungsgruppe
möchte nicht nur Ereignisse der kriegerischen Auseinandersetzungen
nachvollziehen sondern auch das gesamte Leben und Lebensgefühl dieser
Zeit. Dazu gehören auch das Lagerleben sowie die entsprechenden Speisen
und Getränke. Deshalb sind nicht nur männliche Darsteller sondern
auch Frauen und Jugendliche aufgerufen, da auch diese ihren Teil der Geschichte
beitragen können.
Wer sich von dieser Idee angesprochen fühlt und Interesse hat
sollte vielleicht schon beim nächsten Treffen der Lichtenfelser Hobbyisten
vorbeischauen. Es findet am Mittwoch, den 17. April um 20 Uhr beim Bräuwirt
in Lichtenfels statt.
Zeitungsartikel vom Mai
2002
Hobbyistentreffen in Pullman-City
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LICHTENFELS (ph) - Erstmals seit bestehen des „American Civil War Reenactor
Club Lichtenfels“ besuchen die Mitglieder am 31. Mai 2002 das größte
Hobbyistentreffen Deutschlands in der Erlebnis-Westernstadt „Pullman-City“
bei Eging am See im Bayerischen Wald.
Als besondere Attraktion der Hobbyistentage, welche vom 30.5. bis 2.6.2002
stattfinden gilt der Südstaatenball am 31. Mai 2002, welcher im vornehmen
Stil des alten Südens der USA durchgeführt wird.
Neben den uniformierten Teilnehmern der Süd- und Nordstaaten treffen
sich in Pullman-City Trapper, Westmänner und –frauen und Teilnehmer
anderer Epochen in historischer Bekleidung und bieten so an diesem Wochenende
für jeden Besucher ein besonderes Erlebnis.
Um den gesamten Aufenthalt vom 31.5. bis 2.6. in das Zeichen des Reenactment
zu stellen wird der Lichtenfelser Club im historischen Camp der
3rd Illinois Cavalry untergebracht sein. Hier bieten sich die
besten Möglichkeiten neue Verbindungen herzustellen und Erfahrungen
auszutauschen.
Wer sich ein Erlebnis der besonderen Art nicht entgehen lassen will,
sollte sich auch die American History Show unter anderem mit „Hunting Wolf“
und seiner Bisonherde nicht entgehen lassen.
Zeitungsartikel vom
Oktober 2002
Civil War Weekend in Pullman-City
LICHTENFELS (ph) - Die Mitglieder des „American Civil War Reenactor
Club Lichtenfels“ besuchen das „Civil War Weekend“ in der Erlebnis-Westernstadt
„Pullman-City“ bei Eging am See im Bayerischen Wald.
Als besondere Attraktion der „Civil War Tage“, welche vom 18.10. bis
20.10.2002 stattfinden gilt der Festball am 18. Oktober 2002, welcher im
vornehmen Stil des 19.Jahrhunderts durchgeführt wird.
Neben den uniformierten Teilnehmern der Süd- und Nordstaaten treffen
sich in Pullman-City auch Trapper, Westmänner und –frauen und Teilnehmer
anderer Epochen in historischer Bekleidung und bieten so an diesem Wochenende
für jeden Besucher ein besonderes Erlebnis.
Um den gesamten Aufenthalt in das Zeichen des Reenactment zu stellen
wird der Lichtenfelser Club im historischen Camp übernachten. Hier
bieten sich die besten Möglichkeiten neue Verbindungen herzustellen
und Erfahrungen auszutauschen.
Wer sich ein Erlebnis der besonderen Art nicht entgehen lassen will,
sollte sich auch die American History Show unter anderem mit „Hunting Wolf“
und seiner Bisonherde nicht entgehen lassen.
Nachdem noch wenige Plätze im Camp frei sind können sich
bei Peter Hoja 09571/3803 informieren.
Zeitungsartikel vom Oktober
2002
Berauschende Ballnacht
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Trotz Regen und Kälte fanden sich viele Hobbyisten aus ganz Deutschland
zum Civil War Weekend in der bayerischen Westernstadt „Pullman City“ ein.
Auch die Freunde des Lichtenfelser „American Civil War Reenactor Club“
waren mit 8 Teilnehmern zu dieser Veranstaltung angereist.
Herausragender Höhepunkt am Freitag Abend war wieder der schon
traditionelle „Ball der Uniformierten“.
Aber nicht nur authentische Uniformen der Süd- und Nordstaaten,
sondern auch perfekt geschneiderte Ballkleider der Damen waren an dieser
festlichen Ballnacht zu finden.
Und wie es vor 140 Jahren so üblich war, wurde auch viel wert
auf die entsprechende „Balletikette“ gelegt. Dazu gehört z.B., dass
den Damen an diesem Abend die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der
Herren gehört und eine saubere, ordentliche Uniform, ohne Waffen und
Koppelzeug getragen wird. Auch Hut und Mantel werden vor betreten des Ballsaales
abgelegt.
Der Samstag stand dann ganz im Zeichen der Präsentation von Aufstellungs-
und Marschordnung.
Begeistert zeigten sich viele Zuschauer von der Vielfalt der einzelnen
Uniformen und vor allem von der Präsenz einer Einheit der 2.US Cavalry,
welche mit 18 Reiter und Pferden die Besucher in eine Sequenz aus „Fackeln
im Sturm“ versetzte.
Ein Höhepunkt ganz anderer Art war am Samstag eine echte Hochzeit
in der Westernstadt Kapelle, alle Gäste sowie das Hochzeitpaar waren
in stilechter Kleidung erschienen, angereist natürlich mit der Postkutsche.
Trotz der widrigen Witterungsbedingungen endete der Abend mit einem
gemütlich Lagerfeuer.
Pressebericht vom 16. Mai
2003
Hintergründe des Bürgerkriegs
American Civil War Reenactors tagten / Viel geplant
LICHTENFELS (nic) - Der "American Civil War Reenactors Club"
setzt sich mit den Hintergründen und der originalgetreuen Darstellung
des amerikanischen Bürgerkriegs auseinander. Kürzlich traf sich
der Lichtenfelser Club zu seiner Jahreshauptversanunlung in der Gaststätte
"Bräuwirt".
Vorsitzender Peter Hoja berichtete, dass die angestrebte Satzungsänderung
vom Landratsamt anerkannt worden ist. Der 2. Vorsitzende habe nun das Recht,
bei Verhinderung des 1. Vorsitzenden, alle Vereinsgeschäfte weiterzuführen.
Die Satzungsänderung wurde einstimmig genehnügt.
Die Aktivitäten im vergangenen Jahr seien gut angenommen. Zu den
Highlights hätten der Besuch des Hobbyistentreffens mit Südstaatenball
in Pullman City, bei Egging am See, und ein Auftritt bei der 25-Jahr-Feier
der Städtepartnerschaft mit Vandalia gehört.
Im Allgemeinen fehle es den Mitgliedern noch an Ausrüstung.
Es gebe noch keine Orginal-Uniformen für den Feldeinsatz und keine
Zelte. Die Ausstattung müsse nach und nach erfolgen, da das Material
nicht billig sei, so Peter Hoja
Bis zur nächsten Hauptversammlung hat sich der Verein einiges
vorgenommen.Die Mitglieder sollen eine Einweisung im Vorderladerschiegen
erhalten. ;,Dies gehört zum Handwerk eines Bürgerkriegssoldaten",
so Peter Hoja.
Der Umgang mit Pulver und Zündhütchen müsse, genauso
wie das Reinigen, geübt werden.
Als nächstes steht der Besuch des Hobbyistentreffens von Donnerstag,19.,
bis Sonntag, 22. Juni, in Pullman City an. Interessenten sind dazu willkommen.Sie
sollten sich über die Homepage; des Vereins informieren.
Kassenwart Herbert Hoja berichtete von ordentlich geführten Finanzen.
Der Verein trifft sich jeden ersten Mittwoch im Monat um, 20 Uhr im
"Bräuwirt' in Lichtenfels. Weitere Infos unter: www.civilwar-lichtenfels.de.
-nic-
Pressebericht vom 4. Juli 2003
Hobbyistentreffen 2003 in Pullman-City
Rauschende Ballnacht und Frauenpower beim Trapperlauf
LICHTENFELS (ph) - Bei strahlendem Sonnenschein und richtigen
Südstaaten-Temperaturen mit über 30 Grad konnten die Lichtenfelser
Civil War Hoobyisten sich in der Westernstadt Pullman-City richtig wohl
fühlen. Im Zeichen der Hobbyistentage traffen sich in Eging am See
alle Darstellungsgruppen: waschechte Indianern, Trappern, Siedlern und
eben auch die Südstaatler die aber recht friedlich mit den Yankees
des Nordens umgehen konnten.
Ein besonderes Highlight am Freitag war der zauberhafte Südstaatenball,
bei dem die sonst so rüden Gesellen zeigen konnten, dass sie sich
auch benehmen können. Die Damen in ihren schicksten Ballkleidern wohin
das Auge reichte, die Herren in Galauniform. Hier kamen auch die richtigen
Tanzprofis zu Zug, denn beim „Virginia Reel“ war volle Konzentration auf
die Schrittfolge und die Mittänzer gefragt. Da konnte selbst die High-Society
im Wiener Opernball vor Neid erblassen.
Am Samstag war dann der erstmalig initiierte Trapperlauf ein voller
Erfolg. Holzhacken, Bogenschießen oder im Feuer ein Messer schmieden
- wer denkt, das sei nur was für die richtigen Männer, der hatte
sich schon getäuscht. So mancher Mann musste erkennen, wie spärlich
es doch um seine Kräfte bestellt war. Frauenpower schlug zu – Platz
2 und 3 ging an die Damenwelt.
Den stilechten Ausklang bot dann ein richtig romantischer Lagerfeuer
Abend bei dem sich jeder einig war – 2004 sehen wir uns wieder.
Pressebericht vor dem Hobbyistentreffen
1. Juni 2004
Hobbyistentreffen in Pullman-City
Wie bereits in den vergangenen Jahren besuchen die Mitglieder des „American
Civil War Reenactor Club Lichtenfels e.V.“ auch in diesem Jahr das größte
Hobbyistentreffen Deutschlands in der Erlebnis-Westernstadt „Pullman-City“
bei Eging am See im Bayerischen Wald.
Als besondere Attraktion der Hobbyistentage, welche vom 10.6. bis 13.6.2004
stattfinden gilt der Südstaatenball am 11.Juni 2004, welcher im vornehmen
Stil des alten Südens der USA durchgeführt wird.
Neben den uniformierten Teilnehmern der Süd- und Nordstaaten treffen
sich in Pullman-City Trapper, Westmänner und –frauen und Teilnehmer
anderer Epochen in historischer Bekleidung und bieten so an diesem Wochenende
für jeden Besucher ein besonderes Erlebnis.
Um den gesamten Aufenthalt in das Zeichen des Reenactment zu stellen
wird der Lichtenfelser Club im historischen Camp untergebracht sein.
Hier bieten sich die besten Möglichkeiten neue Verbindungen herzustellen
und Erfahrungen auszutauschen.
Informationen und Kontakt gibt es im Internet unter
www. civilwar-lichtenfels.de oder bei Peter Hoja 0172 / 86 18 126.
Pressebericht vom 18. Juni 2004
Südstaaten-Ballnacht
Bei strahlendem Sonnenschein und nachfolgendem Extrem-Wolkenbruch konnten
die Lichtenfelser Civil War Hobbyisten sich in der Westernstadt Pullman-City
richtig wohlfühlen. Denn ganz im Zeichen der Hobbyistentage traffen
sich hier alle Darstellungsgruppen von waschechten Indianern, Trappern,
Siedlern und eben auch die Südstaatler die aber recht friedlich mit
den Yankeys des Nordens umgehen konnten.
Ein besonderes Highlight war wieder der zauberhafte Südstaatenball,
bei dem die sonst so rüden Gesellen zeigen konnten, dass sie sich
auch benehmen können. Damen in den schicksten Ballkleidern wohin das
Auge reichte. Hier kamen auch die richtigen Tanzprofis zu Zug, denn beim
„Virginia Reel“ war volle Konzentration auf die Schrittfolge und die Mittänzer
gefragt. Da konnte selbst die High-Society im Wiener Opernball vor Neid
erblassen.
Den stilechten Ausklang bot dann ein richtig romantischer Lagerfeuer
Abend bei dem sich jeder einig war – 2005 sehen wir uns wieder.
Der nächste Monatstreff ist am Mittwoch den 7. Juli im „Kärschenbaam“
am Marktplatz Lichtenfels, Gäste sind herzlich willkommen.
Pressebericht im Obermain-Tagblatt
vom 10. Dezember 2004
In einer Welt ohne Uhr und Fernseher
Der American Civil War Reenactor Club taucht regelmäßig
ins 19. Jahrhundert ab / ,,Keine Uniform-Fetischisten"
von Annette Thamm
Mittwochabend in der Kneipe einer Kleinstadt. Eine adoptierte Blackfoot-Indianerin,
ein Trapper und drei Soldaten der First Texas Infantry sitzen zusammen
und trinken Tee oder Bier. Nein, das ist kein Szenario aus dem amerikanischen
19. Jahrhundert. Das ist ein Treffen des American Civil War Reenactor Clubs
Lichtenfels.
Auf den ersten Blick ist den vier Herren und der Dame, die zum Interview
mit dem Obermain-Tagblatt gekommen sind, ihre ,,zweite" Identität
nicht anzusehen. Zwar besitzen sie stilechte Kleidung, von den Uniformknöpfen
bis zur baumwollenen langen Unterhose. Aber die kramen sie in Lichtenfels
nur selten heraus. Für den großen Auftritt gibt es ja die Treffen
in Pullman City.
Dort sammeln sich an den Wochenenden Indianer, Trapper, Cowboys, Nord-
und Südstaatler aus ganz Deutschland. Sie treffen sich in Eging im
Bayerischen Wald, um gemeinsam ein Stück Historie nachzuerleben. Denn
das bedeutet Reenacting übersetzt: nacherleben, wiederbeleben. Das
ist wie ein Rollenspiel, das nicht am Computer stattfindet, sondern live,
erklärt der Vorsitzende Peter Hoja, einer der ,,Soldaten".
Den American Civil War Reenacting Club gibt es in Lichtenfels seit
2002. Zehn Frauen und Männer, vom Verkäufer über die Arzthelferin
bis zum ehemaligen Bankkaufmann, treffen sich hier einmal im Monat und
fahren einmal im Jahr zusammen nach Pullman City.
,,Es begann bei uns allen mit dem Interesse an Country-Musik", erinnert
sich ,,Soldat" Norbert Bock. Er und seine Frau Andrea Labude-Bock, die
,,Blackfoot-Indianerin", sind dieses Jahr zum Verein gestoßen. Die
Musik steht schon lange nicht mehr im Vordergrund. Wichtig ist die Geschichte,
und da kennen sie sich alle sehr gut aus. ,,Soldat" Klaus-Peter Frisch
hat sogar ein 90 Seiten starkes Buch über das Regiment des Clubs geschrieben.
20 Prozent Deutschstämmige
Für die Wahl dieses Regiments haben sie gründlich recherchiert.
Eine Verbindung zur Heimat sollte schon vorhanden sein. So stießen
sie auf die Company L, in der 20 Prozent Deutschstämmige mitgekämpft
haben, und entschieden sich für die First Texas Volunteer Infantry,
ein Regiment dieser Einheit, das zu den Kerntruppen der Südstaatler
gehörte.
Es wäre schon interessant, merkt Frisch an, einen noch engeren
Bezug zu finden, etwa die Spuren oberfränkischer Auswanderer, die
im Bürgerkrieg mitgekämpft haben. Solche Nachforschungen seien
aber mit einem enormen Zeitaufwand verbunden und deswegen gar nicht zu
bewältigen.
Natürlich, sagt Hoja, müssen er und seine Freunde sich oft
unangenehmen Fragen stellen. Aber bei den Reenactors handele es sich weder
um einen Karnevals- noch um einen verhinderten Kriegerverein. ,,Wir sind
keine Uniform-Fetischisten", erklärt Hoja. Und: ,,Der Bürgerkrieg
ist ein verdammt grausames Kapitel in der Geschichte der USA." Der Vereinsvorsitzende
wehrt sich auch dagegen, als Rassist bezeichnet zu werden, nur weil sich
die Reenactors für ein Südstaaten-Regiment entschieden haben.
,,Es geht nicht um irgendeine politische Einstellung. Wir sind deswegen
nicht für Sklaverei."
Alles, was die Gruppe wolle, sei, Geschichte konkret nachzuerleben.
Der Bürgerkrieg stelle nur die Rahmenhandlung, die Zeitepoche, die
man sich ausgesucht habe. ,,Es ist einfach interessant, sich bewusst zu
machen, wie die früher gelebt haben", versucht Labude-Bock ihre Faszination
zu erklären. ,,Schon allein das Feuer Machen - also, ich könnte
das nicht, ich müsste verhungern."
Das Lagerleben in Pullman City macht am meisten Spaß. Die Tage
dort sind wie ein großes Familientreffen für die Reenactors.
Da ist es egal, ob jemand die Uniform eines Nord- oder Südstaatlers
trägt. Abends am Lagerfeuer verwischen die Unterschiede.
Alle empfinden die Zeit in Pullman City als sehr entspannend. Man sei
wie in einer anderen Welt, ohne Uhr, ohne Computer, ohne Fernsehen. ,,Wenn
man das Tor durchquert, fällt eine Zeitschranke. Das ist wie ein Abtauchen
in eine andere Welt", beschreibt Hoja die Atmosphäre.
Schon auf dem Parkplatz ziehen sich die Frauen und Männer um,
schlüpfen in Soldatenuniformen, Indianertracht oder in die Lederkluft
eines Trappers. Sie packen die Dinge, die sie für die nächsten
Tage brauchen, auf einen Handwagen und machen sich auf den Weg in die Westernstadt.
Armee-Decke auf der Isomatte
Wie authentisch die Teilnehmer das Lagerleben nachvollziehen, bleibt
ihnen überlassen. ,,In der Szene gibt's die ganz Harten, die nur mitnehmen,
was sie tragen können", weiß ,,Trapper" Thomas Doering. Die
Lichtenfelser sehen das lockerer. Hoja: ,,Wir sind es nicht gewohnt, auf
Reisig zu schlafen." Stattdessen kommt eine graue Armee-Decke über
die Isomatte. So bleibt die Illusion erhalten.
Das Reenacting weckt Kreativität. Wer zeitgemäße Kleidung
haben will, muss sich selbst an die Nähmaschine setzen. Bock denkt
daran, einen historischen Grill zu schmieden. Selbst gebackenen Zwieback
nach altem Rezept hat die Gruppe auch schon ausprobiert. Nur in die Rolle
eines Sklaven aus der Bürgerkriegszeit will wohl doch keiner so recht
schlüpfen.
Die Vereinsmitglieder treffen sich jeden ersten Mittwoch im Monat ab
20 Uhr im Bistro Kärschenbaam. Weitere Informationen zum Club gibt
es unter www.civilwar-lichtenfels.de.
Pressebericht im Obermain-Tagblatt
vom 10. Mai 2005
Indianer haben nun
Dach über dem Kopf
Stilechtes Zeltlager und Essen vom Lagerfeuer prägten das 2. Frühlingscamp des
Historischen Western Clubs Lichtenfels. Nachdem man in den letzten Wochen mit
viel Geschick und Handwerkskunst ein Dreibein, sowie einen Feuerstellenrost
geschmiedet hatte konnten die Mitglieder des American Civil War Reenactor Club
diese mit Stolz „in Betrieb“ nehmen. Der Höhepunkt des Wochenendes war aber
zweifelsohne der Aufbau des neue Tipi welches mit über 4 Meter Firsthöhe sicher
unübersehbar ist. Das Wort Tipi stammt aus der Sioux Sprache: TI (Haus), PI
(benutzt als). Ursprünglich verwendeten die Prärie Indianer Büffelhäute für ihre
Tipis. Aber nach der Ausrottung des Büffels durch die Weißen nahmen sie Kuhhäute
oder Segeltuch, welches auch bei der Nachbildung verwendet wurde. Im Laufe des
Jahres wird das Tipi dann noch nach Originalvorlagen bemalt und mit einem
„Innenleben“ versehen werden. Der Verein verfügt somit jetzt über zwei
Mannschaftszelte der amerikanischen Bürgerkriegsära, sowie einem Original
Indianer Tipi.
Als nächster Termin steht wieder das Hobbyistentreffen in der Westernstadt
„Pullman-City“ im Programm, welches vom 26. bis 29. Mai in Eging am See
stattfindet. Die besondere Attraktion ist hier sicher wieder der stilvolle
„Südstaatenball“ am 27. Mai. Weitere Termine und Informationen findet man im
Internet unter
www.civilwar-lichtenfels.de finden.

Pressebericht im Obermain-Tagblatt
vom September 2005
Ein Hauch von „Wildem
Westen“
Menschen haben unterschiedlichste
Leidenschaften und Sehnsüchte. Manche träumen von einem weiten, unbekannten Land
hinterm Horizont und manche lassen ihre Träume, wenn auch nur „im Kleinen“, wahr
werden. Bereits zum zweiten Mal hatten die Mitglieder des „Historischen
Westernclubs Lichtenfels“ die Einladung zum Ranchfest des „Westernclubs
Kulmbach-Bayreuth“ erhalten und konnten für ein Wochenende tief in die Traumwelt
eintauchen und mit über 100 Trappern, Siedler, Indianern und Soldaten den
Lebensstil des „alten Westen“ originalgetreu nacherleben.
Schon bei der Anreise bot sich den Lichtenfelsern ein eindrucksvolles Bild
welches die über 20 Tipis boten. Dank des großzügig gelegenen Vereinsgeländes in
des Nähe von Bayreuth, welches sich über 5000qm erstreckt finden beim jährlich
stattfindenden Ranchfest unzählige Indianerzelte und historische Zelte aller
Epochen der amerikanischen Pionierzeit ihren Platz. Ob im Camp der Texas-Rangers,
der Bürgerkriegseinheiten, der Waldläufer oder der Indianer überall finden sich
an den Lagerfeuern Individualisten die über ihr Westernhobby fachsimpeln und
großen Wert auf Authentizität im Lager legen, angefangen über die Zelt, über das
historische Outfit bis hin zur Unterwäsche.
Dass dieses Westernhobby schon lange keine Männerdomäne ist, zeigten die vielen
anwesenden Damen in ihren viktorianischen, figurbetonten Kleidern, Röcken und
Blusen ebenso wie die Squaws im Lager der Rothäute.
Wenn auch das Wetter in diesem Jahr nicht so richtig mitspielen wollte, konnten
die Hobbyisten doch wenigstens testen ob die Zelte und die
Ausrüstungsgegenstände alle „wasserdicht“ sind.
Am 2.Oktober besuchen die Mitglieder des Lichtenfelser Westernclubs die
1.Reenactment-Messe in Deutschland welche in Osterburken (an der BAB 81
Würzburg-Heilbronn) stattfindet.
Hier präsentieren sich Aussteller aller Zeitepochen welche sich mit dem Thema
„lebendige Geschichte“ auseinandersetzen.
Weitere
Informationen im Internet unter
www.historischer-westernclub-lichtenfels.de
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Pressebericht im Obermain-Tagblatt
vom Mai 2006
Westerncamp und Generalversammlung
Bei der kürzlich
stattgefundenen Generalversammlung mit Neuwahlen, prägten ein stilechtes
Zeltlager und Essen vom Lagerfeuer das dreitägige Westerncamp des Historischen
Western Clubs Lichtenfels.
Erster Vorstand Peter Hoja bedankte sich bei den Mitgliedern für die in den
letzten 4 Jahren geleistete „Aufbauarbeit“, welche mittlerweile dazu geführt
hat, dass mit viel Eigeninitiative und handwerklicher Arbeit ein authentisches
Camp mit 3 Zelten, sowie Tipi und allem notwendigen Zubehör entstehen konnte.
Das „Outfit“ von den historischen Militäruniformen des amerikanischen
Bürgerkrieges, über die Trapper und Indianer bis hin zur zivilen Cowboykleidung
kann sich mittlerweile sehen lassen. Ob beim Ranchfest in Bayreuth, beim
Hobbyistentreffen in Pullman-City bis hin zum Trapper und Indianerlager in
Westheim wurden Kontakte zu anderen Vereinen geknüpft und viel Erfahrung
ausgetauscht.
Bei den durchgeführten Neuwahlen wurde einstimmig die alte Vorstandschaft
bestätigt, als Erster Vorstand Peter Hoja, Zweiter Vorstand Tom Doering, Erster
Kassier Herbert Hoja, Erster Schriftführer Klaus-Peter Frisch.
Weitere Höhepunkte sind die Einladung der Westernfreunde Michelau zur
Country-Night mit Rapid Transit und den Country-Stars am 20. Mai und vor allem
das Hobbyistentreffen vom 15. bis 18. Juni in Pullman-City, Eging am See.
Hier findet wieder ein sehr abwechselungsreiches Wochenende mit Trapperlauf,
historischer Westernshow, Pfeil und Bogenschießen und vor allem dem stilvollen
Südstaatenball statt.
Weitere Informationen über den Club, das Westernhobby im allgemeinen und
aktuelle Termine findet man im Internet unter:
www.historischer-westernclub-lichtenfels.de
Wer sich von dieser Idee angesprochen fühlt und Interesse hat sollte vielleicht
schon beim nächsten Treffen der Lichtenfelser Hobbyisten vorbeischauen. Es
findet am Mittwoch, den 7. Juni um 20 Uhr bei der Gaststätte Rauch in
Lichtenfels statt.
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Pressebericht im Obermain-Tagblatt
vom Mai 2007
Westerncamp und Tag der offenen Tür
Bei der kürzlich
stattgefundenen Generalversammlung, prägten ein stilechtes Zeltlager und Essen
vom Lagerfeuer das dreitägige Westerncamp des Historischen Western Clubs
Lichtenfels.
Erster Vorstand Peter Hoja bedankte sich bei den Mitgliedern für die vielen
Aktivitäten und besuchten Veranstaltungen während des letzten Jahres. Besonders
beim Ranchfest in Bayreuth und beim Hobbyistentreffen in Pullman-City konnten
wieder zahlreiche Kontakte zu anderen Vereinen geknüpft und viel Erfahrung
ausgetauscht werden.
Erstmals fand in diesem Jahr am Samstag ein „Tag der offenen Tür“ im
historischen Camp statt, welcher von den geladenen Gästen sehr gut angenommen
wurde.
Hier konnte man sich mit den Hobbyisten der verschiedenen Interessensgebiete
z.B. über Specksteinbearbeitung, Trapperausrüstung und geschichtlichen
Hindergrund unterhalten. Weitere Informationen über den Club, das Westernhobby
im allgemeinen und aktuelle Termine findet man im Internet unter:
www.historischer-westernclub-lichtenfels.de
Wer sich von dieser Idee angesprochen fühlt und Interesse hat sollte vielleicht
schon beim nächsten Treffen der Lichtenfelser Hobbyisten vorbeischauen. Es
findet am Mittwoch, den 30. Mai um 20 Uhr bei der Gaststätte Rauch in
Lichtenfels statt.
Als nächste größere Veranstaltung wird wieder das Hobbyistentreffen mit dem
großen Südstaatenball in der Westernstadt Pullman City vom 7. bis 10. Juni
besucht.
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Pressebericht im Fränkischen Tag
vom Juni 2007
Pullman City Juni 2007
Zeitreise mit der
„großen Westernfamilie“
Bei strahlendem Sonnenschein und richtigem „Südstaaten Wetter“
konnten die Lichtenfelser Civil War Hobbyisten sich in der Westernstadt
Pullman-City bei über 30 Grad Celsius in diesem Jahr richtig wohl fühlen. Denn
ganz im Zeichen der Hobbyistentage trafen sich hier alle Darstellungsgruppen von
waschechten Indianern, Trappern, Siedlern und eben auch die Südstaatler die aber
recht friedlich mit den Yankeys des Nordens umgehen konnten.
Beim deutschlandweit größten Authentikertreffen kamen auch in diesem Jahr wieder
Gleichgesinnten aus allen Zeitepochen des Westernhobbys in den Bayerischen Wald.
Das Erfolgsrezept für diese einmalige Veranstaltung ist die authentische
Atmosphäre und die Möglichkeit zur „Zeitreise“ in das Alltagsleben des Wilden
Westen. Bei der „History Westernshow“ auf der Mainstreet flanieren plötzlich
elegante Damen in farbenprächtigen Ausgehkleidern des 19. Jahrhunderts in
Bekleidung fescher Offiziere durch die Westernstadt um im gleichen Moment einer
Herde von wilden Bisons Platz zu machen. Die menschlichen Darsteller sind im
wahren Leben Versicherungsangestellte, Sekretärinnen, Mechaniker – in ihrer
Freizeit aber verwandeln sie sich in Cowboys, Indianer und Stadtbewohner und
bilden eine große Familie die versucht dem Alltagstrott zu entkommen – wenn auch
nur für 3 Tage. Den stilechten Ausklang bot dann ein richtig romantischer
Lagerfeuer Abend bei dem sich jeder einig war – nächste Jahr sehen wir uns
wieder.
Der nächste Monatstreffen der Westernhobbyisten ist am 4. Juli ab 20.00 Uhr in
der Gaststätte Rauch in Oberwallenstadt.
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