Historischer Westernclub Lichtenfels e.V.
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2002


Erste Veröffentlichung in der Tagespresse am 11. April 2002 

LICHTENFELS (kag) – Der Vereinsname dürfte wohl bei den meisten Menschen zunächst auf Unverständnis stoßen. Wo bitte soll man denn einen „American Civil War Reenactor Club Lichtenfels“ einordnen? Und was bringt gestandene Männer dazu, sich in historische Uniformen zu zwängen, um die Geschichte des amerikanischen Bürgerkriegs von 1861 bis 1865 nachzuvollziehen?
Doch schon beim ersten Treffen mit den Lichtenfelser Hobbyisten wird man rasch eines besseren belehrt. Da geht es nicht um Kriegsverherrlichung oder gar um vorpubertäre Cowboy- und Indianerspielchen sondern um eine durchaus ernst zunehmende Auseinandersetzung mit der amerikanischen und auch deutschen Geschichte.
Lebendige Geschichte „zum Anfassen“ also indem die Akteure ganz bewusst in historische Rollen schlüpfen, sich dabei um höchstmögliche Authentizität bemühen und dadurch auch ein Stück eigener historischer Vergangenheit aufarbeiten.
So jedenfalls formuliert es der 1.Vorsitzende, der versucht in dem sich etablierenden Reenactors Club in Lichtenfels die Seite der Föderierten, also die US Seite, darzustellen mit der 3. Ohio Cavalery und der 6. Ohio Infantery. In beiden Einheiten dienten Deutsche beziehungsweise Deutschstämmige wie überhaupt im amerikanischen Bürgerkrieg rund 180.000 Deutsche auf beiden Seiten der Front kämpften.
„Wir versuchen somit nicht nur die Geschichte des amerikanischen Bürgerkriegs authentisch darzustellen, sondern vielleicht auch die Geschichte eines ausgewanderten Oberfranken oder sogar Lichtenfelsers“. Eine ganze Reihe von deutschstämmigen Generälen kämpften im Civil War auf beiden Seiten mit, z.B.: Ludwig Blenker, Heinrich Bohlen, Peter Osterhaus, Karl Schurz, Franz Sigl, Baron von Steinwehr, Aleander Schimmelpfennig oder August von Willich, der die 9. Ohio Infantry befehligte, die unter dem Spitznamen „Deutsche Neuner“ bekannt wurde.
Als Gegenpol zum Nordstaatler Hablowetz will Peter Hoja den Part der Südstaatler verkörpern. Als historische Darstellungsgruppe könnte hier die „1st Texas Volunteer Infantry, Company L“ dienen. Laut Stammrolle waren 15 bis 20 Prozent aller Privates der 1st Texas Company L deutschstämmig. Sie waren eben in Gebieten beheimatet, die von deutschen Emigranten Mitte der 1840er Jahre besiedelt wurden. Diese Emigranten hatten sich in Bingen am Rhein eingeschifft.
Deutsch-amerikanische Geschichte also wohin man blickt und die auch im Rahmen der Lichtenfelser Städtepartnerschaft bedeutsam ist. Mit Interesse verfolgt man deshalb auch im Lichtenfelser Rathaus und im Landratsamt das keimende Pflänzchen des Reenactors Club Lichtenfels.
Dabei wissen sich die Lichtenfelser Hobbyisten als Teil einer weltweiten Bewegung, die natürlich ihren Schwerpunkt in den Vereinigten Staaten von Amerika selbst besitzt.
„Die Darstellung von Traditionsregimentern des US-Sezessionskriegs gehört dabei zu den spektakulärsten Beschäftigungen im Western-Hobby. Der Krieg zwischen den Staaten, eines der Schlüsselereignisse der amerikanischen Geschichte, zieht zu recht bis heute viele Menschen in seinen Bann“ heißt es dazu auf der Internetseite des American Civil War Reenactor Club die unter der Adresse www.civilwar-lichtenfels.de aufgerufen werden kann.
Auch hierzulande wissen "Living History-Gruppen" inzwischen: Das direkte Eintauchen in die dargestellte Epoche ist nur im Reenactment möglich, beim Nachstellen des alten Lagerlebens und historischer Schlachten und Gefechte. Erst hier kommen die exakten Uniformnachbildungen, kommt die komplette Ausrüstung so richtig zur Geltung. Hier erlebt der Hobbyist die Geschichte als wenn er selbst Teil längst vergangener Epochen gewesen wäre. Ein interessanter Perspektivenwechsel gewiss angesichts der Schnelllebigkeit unseres Jahrhunderts.
In der Gemeinschaft mit Gleichgesinnten, im Rauch des Durham-Tabaks und der Schwarzpulverwolken unter der Flagge der Nord- oder der Südstaaten atmen die Hobbyisten den Geist einer untergegangenen Zeit. Und was den US-Bürgerkrieg zusätzlich spannend macht ist die Tatsache, dass es der erste „moderne Krieg“ überhaupt war in den Menschen der verschiedensten Nationalitäten verwickelt waren.
Die vielen technischen und administrativen Entwicklungen der 1860er Jahre leiteten militärhistorisch eine neue Ära der Kriegsführung ein. Maschinengewehre, Land- und Seeminen, bemannte Unterseeboote, die Benutzung tragbarer Telegrafen oder die ersten Schlachtenfotos zur Dokumentation der Feldzüge waren nur einige der Neuerungen und Erfindungen, die George Bernhard Shaw zu der Aussage veranlassten in der Kunst des Krieges überträfe der Mensch sogar die Natur und er erzeuge dabei mit Chemie und Maschinen all das Gemetzel von Seuchen, Pest und Hunger.
Doch um Missverständnissen vorzubeugen: Die Lichtenfelser Darstellungsgruppe möchte nicht nur Ereignisse der kriegerischen Auseinandersetzungen nachvollziehen sondern auch das gesamte Leben und Lebensgefühl dieser Zeit. Dazu gehören auch das Lagerleben sowie die entsprechenden Speisen und Getränke. Deshalb sind nicht nur männliche Darsteller sondern auch Frauen und Jugendliche aufgerufen, da auch diese ihren Teil der Geschichte beitragen können.
Wer sich von dieser Idee angesprochen fühlt und Interesse hat sollte vielleicht schon beim nächsten Treffen der Lichtenfelser Hobbyisten vorbeischauen. Es findet am Mittwoch, den 17. April um 20 Uhr beim Bräuwirt in Lichtenfels statt.

Zeitungsartikel vom Mai 2002
Hobbyistentreffen in Pullman-City
 
 

LICHTENFELS (ph) - Erstmals seit bestehen des „American Civil War Reenactor Club Lichtenfels“ besuchen die Mitglieder am 31. Mai 2002 das größte Hobbyistentreffen Deutschlands in der Erlebnis-Westernstadt „Pullman-City“ bei Eging am See im Bayerischen Wald.
Als besondere Attraktion der Hobbyistentage, welche vom 30.5. bis 2.6.2002 stattfinden gilt der Südstaatenball am 31. Mai 2002, welcher im vornehmen Stil des alten Südens der USA durchgeführt wird.
Neben den uniformierten Teilnehmern der Süd- und Nordstaaten treffen sich in Pullman-City Trapper, Westmänner und –frauen und Teilnehmer anderer Epochen in historischer Bekleidung und bieten so an diesem Wochenende für jeden Besucher ein besonderes Erlebnis.
Um den gesamten Aufenthalt vom 31.5. bis 2.6. in das Zeichen des Reenactment zu stellen wird der Lichtenfelser Club im historischen Camp der 
3rd  Illinois Cavalry untergebracht sein. Hier bieten sich die besten Möglichkeiten neue Verbindungen herzustellen  und Erfahrungen auszutauschen.
Wer sich ein Erlebnis der besonderen Art nicht entgehen lassen will, sollte sich auch die American History Show unter anderem mit „Hunting Wolf“ und seiner Bisonherde nicht entgehen lassen.
 

Zeitungsartikel vom Oktober 2002
Civil War Weekend in Pullman-City

LICHTENFELS (ph) - Die Mitglieder des „American Civil War Reenactor Club Lichtenfels“ besuchen das „Civil War Weekend“ in der Erlebnis-Westernstadt „Pullman-City“ bei Eging am See im Bayerischen Wald.
Als besondere Attraktion der „Civil War Tage“, welche vom 18.10. bis 20.10.2002 stattfinden gilt der Festball am 18. Oktober 2002, welcher im vornehmen Stil des 19.Jahrhunderts durchgeführt wird.
Neben den uniformierten Teilnehmern der Süd- und Nordstaaten treffen sich in Pullman-City auch Trapper, Westmänner und –frauen und Teilnehmer anderer Epochen in historischer Bekleidung und bieten so an diesem Wochenende für jeden Besucher ein besonderes Erlebnis.
Um den gesamten Aufenthalt in das Zeichen des Reenactment zu stellen wird der Lichtenfelser Club im historischen Camp übernachten. Hier bieten sich die besten Möglichkeiten neue Verbindungen herzustellen  und Erfahrungen auszutauschen.
Wer sich ein Erlebnis der besonderen Art nicht entgehen lassen will, sollte sich auch die American History Show unter anderem mit „Hunting Wolf“ und seiner Bisonherde nicht entgehen lassen.
Nachdem noch wenige Plätze im Camp frei sind können sich bei Peter Hoja 09571/3803 informieren.
 

Zeitungsartikel vom Oktober 2002
Berauschende Ballnacht
 

Trotz Regen und Kälte fanden sich viele Hobbyisten aus ganz Deutschland  zum Civil War Weekend in der bayerischen Westernstadt „Pullman City“ ein. 
Auch die Freunde des Lichtenfelser „American Civil War Reenactor Club“ waren mit 8 Teilnehmern zu dieser Veranstaltung angereist.
Herausragender Höhepunkt am Freitag Abend war wieder der schon traditionelle „Ball der Uniformierten“.
Aber nicht nur authentische Uniformen der Süd- und Nordstaaten, sondern auch perfekt geschneiderte Ballkleider der Damen waren an dieser festlichen Ballnacht zu finden.
Und wie es vor 140 Jahren so üblich war, wurde auch viel wert auf die entsprechende „Balletikette“ gelegt. Dazu gehört z.B., dass den Damen an diesem Abend die uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Herren gehört und eine saubere, ordentliche Uniform, ohne Waffen und Koppelzeug getragen wird. Auch Hut und Mantel werden vor betreten des Ballsaales abgelegt.
Der Samstag stand dann ganz im Zeichen der Präsentation von Aufstellungs- und Marschordnung.
Begeistert zeigten sich viele Zuschauer von der Vielfalt der einzelnen Uniformen und vor allem von der Präsenz einer Einheit der 2.US Cavalry, welche mit 18 Reiter und Pferden die Besucher in eine Sequenz aus „Fackeln im Sturm“ versetzte.
Ein Höhepunkt ganz anderer Art war am Samstag eine echte Hochzeit in der Westernstadt Kapelle, alle Gäste sowie das Hochzeitpaar waren in stilechter Kleidung erschienen, angereist natürlich mit der Postkutsche. 
Trotz der widrigen Witterungsbedingungen endete der Abend mit einem gemütlich Lagerfeuer.