Historischer Westernclub Lichtenfels e.V.
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Revolutionsflüchtlinge und der amerikanische Bürgerkrieg


Nach der gescheiterten Revolution

Als Anfang 1861 der Bürgerkrieg in den USA unausweichlich wurde, und am 15. April 1861 Präsident Abraham Lincoln nach 75.000 Freiwilligen zur Niederschlagung der Rebellion im Süden der Vereinigten Staaten rief, folgten diesem Ruf auch viele deutsche Einwanderer und deren Nachkommen. Besonders die 1848er unter ihnen waren bereit, ihre neue Heimat mit der Waffe zu verteidigen. Für sie verkörperte Abraham Lincoln die Werte, für welche sie schon in ihrer alten Heimat eingetreten waren. Für die Freiheit (der Sklaven) und für die Einheit (der Vereinigten Staaten von Amerika). Der Süden hingegen stellte für sie alles, wogegen sie bereits in Deutschland gekämpft hatten, dar. Der Süden wurde als aristokratisch angesehen. Daß sich ein solches System wirtschaftlich auf die Sklaverei stützte, war für die überzeugten Republikaner eine notwendige Konsequenz. 
Auch wenn die Sklavenbefreiung ein persönliches Ziel von Abraham Lincoln war, so wurde sie doch anfangs ganz klar aus den Kriegszielen ausgegrenzt. So äußerte sich Präsident Lincoln in einem Brief an Horace Greely am 22. August 1862 zur Sklavenfrage: 
"Mein oberstes Anliegen in diesem Zwist ist, die Union zu erhalten, und ist nicht, die Sklaverei zu erhalten oder zu zerstören. Wenn ich die Union erhalten könnte, ohne einen einzigen Sklaven zu befreien, würde ich es tun; und wenn ich sie erhalten könnte, indem ich alle Sklaven befreite, würde ich es tun; und wenn ich es tun könnte, indem ich einige befreite und andere ließe wie sie sind, so würde ich auch das tun. Was ich in Bezug auf die Sklaverei und die farbige Rasse tue, tue ich, weil ich glaube, es würde helfen, die Union zu erhalten; und was ich unterlasse, unterlasse ich, weil ich nicht glaube, es wird die Union zu erhalten helfen. Ich werde weniger tun, sobald ich glaube, daß mein Tun der Union schaden könnte, und mehr, wenn dies nach meinem Dafürhalten der Union hilft,"
Dies widersprach der Einstellung der 48er klar. Für sie war die Befreiung der Sklaven und die Abschaffung der Institution Sklaverei ein entscheidendes Kriegsziel von Anfang an. So schreibt Karl Schurz in seinen Lebenserinnerungen: 
"Wenn ich mich auch nicht für die Tagespolitik der demokratischen oder der Whigpartei interessieren konnte, so bewegte mich doch gleich aufs tiefste die Sklavereifrage von allen ihren sozialen, politischen und ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet. ... Ich sah wie die Schlacht immer näher rückte, und ich fühlte den unwiderstehlichen Drang, mich vorzubereiten, um an dem Kampfe, wenn auch in noch so bescheidener Weise, teilzunehmen." 
Auch Gustav Struve sieht in "Diesseits und Jenseits des Oceans" die Sklavenfrage als den Hauptgrund des Bürgerkrieges: 
"Was die Sklaverei übrigens sei, deutet der seit 2 1/2 Jahren wüthende Krieg an, dessen eigentliche Ursache dieses Institut ist."
Da die 48er in der Institution der Sklaverei einen mit ihrer freiheitlichen Grundeinstellung nicht vereinbaren Gegensatz sahen, war die Formulierung der Sklavenbefreiung als Kriegsziel für sie selbstverständlich. Und indem Lincoln dies anfangs unterließ, bewirkte er eine Abkehr vieler 48er von seiner Person und seiner Politik. Erst nach der "Emancipation Proclamation" vom 22. September 1862 stehen die 48er wieder voll hinter der Politik Abraham Lincolns mit welcher sie sich jetzt wieder voll und ganz identifizieren konnten. So schrieb Gustav Struve nach der "Emancipation Proclamation" 1863 in seinen Erinnerungen "Diesseits und Jenseits des Oceans": 
"Nur das Schwert kann die Sklavenfrage entscheiden. Wir haben allen Grund zu hoffen, diese Entscheidung werde eine der Freiheit nicht blos der Union, sondern der ganzen Erde günstige sein."
Der Einfluß der Deutschen und besonders der ehemaligen 48er unter ihnen war nicht unbeträchtlich. Die 48er und unter ihnen besonders Adolph Dengler und August Willich waren maßgeblich an den Bestrebungen zur Organisation der Gewerkschaftsbewegung in den USA beteiligt. Karl Schurz trat im Wahlkampf von 1860 als Redner für die republikanische Partei auf. In New York wurde Max Weber zu einer Anlaufstelle für die deutschen Emigranten. Nach 1848/49 wurden viele neue deutschsprachige Zeitungen in den USA gegründet und die allgemeine Schulpflicht für Einwandererkinder an den deutschen Schulen wurde eingeführt. 
Nachdem Lincoln nach 75 000 Freiwilligen für die Union gerufen hatte, waren unter den ersten Freiwilligen auch viele Deutsche. Etliche von ihnen traten als komplette Kompanien und Regimenter in den Dienst der Union. Es waren dieses häufig sogenannte Turnerkompanien oft unter der Führung militärisch erfahrener 1848er Veteranen. Diese milizähnlichen Vereinigungen hatten sich seit längerem vorbereitet und waren körperlich fit und im Schießen geübt. Schon 1856 hatten bewaffnete Turnerformationen in St. Louis und Cincinnati ihre deutschen Mitbürger bei fremdenfeindlichen Ausschreitungen geschützt. Anfang 1861 waren es wieder deutsche Einwanderer, die sich in St. Louis gegen die zum größtenteils prosezessionistische Bevölkerung stellten, und so ihren Teil zum Erhalt Missouris für die Union taten. 

Missouri bleibt in der Union

Nach der Wahl Lincolns zum 16 Präsidenten der Vereinigten Staaten, kam es schnell zum Bruch innerhalb der Union. Die späteren Südstaaten traten nach und nach aus der Union aus. Auch in St. Louis herrschten starke prosüdliche Strömungen und Gouverneur Claibourne Fox Jackson versuchte die Stadt und den Staat auf die Seite des Südens zu ziehen. Zu Beginn des Jahres 1861 wurden diese Versuche immer deutlicher. Ein besonderes Ziel der Sezessionisten war das Bundesarsenal in St. Louis. Dies war übervoll mit Waffen und militärischem Gerät. 
Der deutsche Anteil an der Bevölkerung von St. Louis betrug 1860 ca. 60.000 Einwohner von etwa 170.000 Einwohnern, im Stadtgebiet gab es 82 Sklaven. Als Anfang 1861 klar wurde wohin Gouverneur Jacksons Ambitionen gingen, trafen die deutschen Organisationen Vorkehrungen, um diesen entgegen treten zu können. So erschien im "Anzeiger des Westens" und in der "Westlichen Post" am 11. Januar 1861 folgende Anzeige: 
"Aufruf! Schwarzes Jäger = Corps.
Wir haben unter heutigem Datum beschlossen, eine unabhängige Jägerkompagnie zu bilden und zwar unter dem Namen "Unabhängiges schwarzes Jäger - Corps." Jeder treu zur Union stehende Deutsche, der gesonnen ist, dieser Compagnie beizutreten, ist gebeten sich heute Abend im Versammlungs - Lokal ... einzufinden. "
Ab dem 06. Februar stellte der Turnverein von St. Louis in der Turnhalle ein Bataillon in Stärke von 3 Kompanien mit zusammen 280 Mann auf. Dieses Bataillon übte fortan in der Turnhalle. Es gab noch weitere kleine deutsche Milizorganisationen in St. Louis doch blieben sie im Vergleich zu den Schwarzen Jägern und dem Turner - Bataillon unbedeutend. 
Als Lincoln am 14. April nach 75.000 Freiwilligen rief, sollte Missouri 4.000 Freiwillige stellen. Am 17. April nannte Gouverneur Jackson diesen Aufruf "ungesetzlich, unconstitutionell und revolutionär, in ihren Zwecken unmenschlich und teuflisch". Er führte weiter aus, daß der Staat Missouri nicht einen Mann für einen so "unheiligen Kreuzzug" stellen würde. 
Die deutschen Teile der Bevölkerung und unter ihnen besonders die bereits militärisch organisierten Turner und schwarzen Jäger stellten sich sogleich der Union zur Verfügung. Sie boten ihre Dienste dem Captain Nathaniel Lyon an, diesem waren jedoch die Hände gebunden, so daß er die Deutschen nicht als Freiwillige einschwören und bewaffnen konnte. 
Nachdem bis zum 21. April nichts geschehen war trafen sich die Turner am Abend in der Turnhalle und beschlossen, wenn bis 07:00 Uhr des 22. April noch keine Entscheidung von offizieller Seite gefallen sei, würde das komplette Bataillon nach Illinois überwechseln und in den Dienst dieses Staates eintreten. Doch soweit kam es nicht. 
Um 04:00 Uhr am 22. April öffnete das Bundesarsenal in St. Louis seine Tore. Das Turnerbataillon begab sich umgehend dorthin. Nachdem sie den Eid geleistet hatten und bewaffnet waren, nahmen sie sogleich am Wachdienst teil. Im Laufe des Tages trafen immer mehr Freiwillige ein. Es waren meistens Deutsche. Bereits am 23. April konnten die ersten zwei Regimenter gebildet werden. Diese wählten dann ihre Kommandeure. Bis Anfang Mai wurden so fünf Freiwilligen Regimenter aufgestellt, fast ausschließlich aus Deutschen bestehend, nur in den Reihen des ersten Regimentes befanden sich 400 Amerikaner. Es waren dies die Regimenter: 
1. Missouri Volunteer Infantry Regiment Colonel Francis P. Blair
2. Missouri Volunteer Infantry Regiment Colonel Heinrich Börnstein
3. Missouri Volunteer Infantry Regiment Colonel Franz Sigel
4. Missouri Volunteer Infantry Regiment Colonel Nikolaus Schüttner Schwarze Jäger 
5. Missouri Volunteer Infantry Regiment Colonel Karl Eberhard Salomon
In den Reihen dieser Regimenter finden sich noch viele ehemalige deutsche Revolutionäre. So trat einer der ehemaligen Führer der Revolution in Baden Friedrich Hecker, gemeinsam mit seinem Sohn Artur Hecker, als Gemeiner dem 3. Freiwilligen Regiment bei. Einer der Kompaniechefs in Franz Sigels Regiment war Adolph Dengler. Die Schützenkompanien des 2. Regimentes wurden von Major Peter Joseph Osterhaus kommandiert. Im zweiten Missouri dienten noch Heinrich Börnsteins drei Söhne und sein Schwiegersohn. Neben den Infanterieverbänden wurde noch eine Artillerieeinheit unter Major Franz Backhoff und Captain Johann Albert Neustädter aufgestellt. Diese suchen oftmals eine Verbindung zu ihrer deutschen Vergangenheit. So trägt das 3. Freiwilligen Regiment Uniformen, die stark an die der Freischaren von 1848/49 erinnern; andere Einheiten hatten sich schwarz-rot-goldene Kokarden an die Hütte gesteckt. 
Aufgrund der großen Resonanz bei der deutschen Bevölkerung beschloß Captain Lyon am 04.Mai 1861 noch 5 Heimwehrregimenter aufzustellen. Das erste dieser Regimenter wurde von Colonel Heinrich Almstedt geführt, dessen Lieutenant Colonel Robert J. Rombauer war und im zweiten Regiment war John T. Fiala der Lieutenant Colonel. Das fünfte Regiment wurde von Colonel Charles G. Stifel geführt. Anfang Mai standen somit auf Seiten der Union fast 10.000 Mann unter Waffen, dabei handelte es sich hauptsächlich um Deutsche. 
Am 03. Mai 1861 sollte Missouris gesamte Miliz für sechs Tage Übungslager in den jeweiligen Distrikten beziehen. Dies hatte Gouverneur C.F.Jackson angeordnet. Mit dieser Anordnung bewegte er sich im Rahmen der Gesetze, doch liefen die erlaubten sechs Tage am 09.Mai ab. 
Das innerhalb der Stadtgrenzen von St. Louis errichtete Miliz - Camp wurde zu Ehren des Gouverneurs "Camp Jackson" genannt. Dort versammelten sich schnell die Milizverbände der Umgegend, und binnen kurzer Zeit standen im Camp Jackson drei Regimenter Miliz bereit. Am Abend des 09. Mai kam noch eine Artilleriekompanie der Miliz in St. Louis an und bezog Lager im Camp Jackson. Es handelte sich hierbei um eine deutsche Einheit unter Captain Wilhelm Jackson. Doch bei den folgenden Ereignissen verhielt sich diese Einheit vollkommen neutral um nicht zu sagen prounionistisch. 

Unter den Freunden der Union herrschte die Meinung, daß Camp Jackson ausgehoben werden müsse. Und zwar schnellst möglichst, da der Grad der Bewaffnung der Milliztruppen von Tag zu Tag besser würde. In der Nacht des 08. Mai kamen dann auch auf dem Flußdampfer Swon beträchtliche Mengen an Waffen, Geschützen und Munition in St. Louis an und wurden noch in der Nacht nach Camp Jackson verbracht. In der Nacht des 09.Mai lief die Übungszeit ab und somit hörte die rechtliche Existenz des Lagers auf. 
Am Morgen des 10. Mai handelten die Kräfte der Union unter dem Oberbefehl des Captain Lyon. Das erste bis vierte Freiwilligen Regiment sowie Captain Lyon mit 200 Soldaten der regulären Streitkräfte marschierten mit sechs Geschützen unter Major Backhoff rund um Camp Jackson auf. Das 5. Freiwilligen Regiment und die Heimwehrregimenter eins bis vier sicherten unterdessen das Bundesarsenal und die Stadt. 
Als sämtliche Truppen ihre Stellungen bezogen hatten, sandte Lyon ein Ultimatum nach Camp Jackson. Woraufhin die Milizverbände innerhalb des Lagers sich kampflos ergaben, unter den Zusagen, daß Offiziere ihre Degen behalten könnten und das Lager bewacht würde. Daraufhin erhielt Colonel Sigel Order seine Kompanie F unter Captain Blandowski als Wachen am Eingang des Lagers aufzustellen, während er mit dem Rest seines Regimentes das Lager besetzen sollte. Das erste und zweite Regiment führte die rund 1200 Gefangenen in das Bundesarsenal. In der Zwischenzeit hatte sich eine größere prosüdliche Menschenmenge am Camp Jackson angesammelt, aus deren Mitte Schmährufe gegen die "Hessen" laut wurden. Nachdem die Gefangenen abgeführt waren und nur noch Captain Constantin Blandowskis Kompanie am Eingang des Lagers stand, wurde die Menge immer selbstsicherer. Erst flogen Dreckklumpen und dann Ziegel auf die Wachen vor dem Lager. Diese reagierten jedoch nicht. Durch diese Untätigkeit aufgestachelt, fielen aus der Menge Schüsse. Zwei Soldaten fielen, ein weiterer Schuß zerschmetterte die Kniescheibe von Captain Blandowski, worauf dieser ein Feuerkommando gegeben haben soll. Die am Eingang des Lagers stehende Kompanie F des 3. Regimentes eröffnete das Feuer auf die Menschenmenge, wobei 15 Personen getötet wurden. Constantin Blandowski mußte infolge seiner Verwundung ein Bein amputiert werden. Er starb am 25.Mai an den Folgen der Operation. 

Nach diesen Ereignissen schaukelte sich die öffentliche Meinung hoch. Heinrich Börnstein berichtet darüber in seinen Memoiren: 
"improvisierte ... Versammlungen hatten sich gebildet, in denen wüthende Reden gegen die "damned dutch", gegen die "feigen hessischen Miethlinge", die es gewagt hatten, auf eingeborene amerikanische Bürger zu schießen, und die als Fremdlinge so frech waren, die Truppen des Staates Missouri gefangen zu nehmen ... das sei eine nationale Schmach und müsse durch den Tod und die Vernichtung aller Deutschen gerächt werden."
Eine solchermaßen aufgeputschte Menge machte sich in der Nacht auf die Jagd nach Deutschen. Etliche Deutsche wurden mißhandelt und einige sollen auch ermordet worden sein. Als die Menge sich nach den Redaktionsräumen des "Demokrat" begab, war dieser von der örtlichen Polizei besetzt. Darauf beschloß man die Redaktion von Heinrich Börnsteins "Anzeiger des Westens" zu besuchen, doch diese wurde durch zwei Kompanien aus Heinrich Börnsteins 2. Freiwilligen Regiment gesichert. 
In den folgenden Tagen beruhigte sich die Lage in St. Louis zusehends. Missouri verblieb in der Union. Dies war sicherlich zu einem bedeutenden Teil den deutschen Freiwilligen zu verdanken. Wieviele in den Reihen der Regimenter in den Jahren 1848/49 in Deutschland Kampferfahrung gesammelt hatten, wird wohl nie zu klären sein. Aber wieviele von ihren Führern ehemalige 48er waren und wieviele bedeutende 48er in ihren Reihen kämpften, ist sicherlich als Indiz für die hohe Beteiligung ehemaliger 48er an diesem Kampf zu werten. So kämpfte Michael Best als einfacher Soldat im ersten Freiwilligen Regiment. In den Reihen des zweiten Regiments fanden sich Otto Schadt als Captain von Kompanie A und Robert Leussler als einfacher Soldat in Kompanie F. Albert Anselm stand in den Reihen des dritten Freiwilligen Regimentes und Dr. Johann Hohlfeld war Leutnant in Captain Blandowskis Kompanie. Adam von Hammer besetzte die Position des Lieutenant Colonels im vierten Missouri und der Regimentsarzt des fünften war Emil Haas

Die 1848er in den Unionsheeren auf dem östlichen Kriegsschauplatz zu Beginn des Bürgerkrieges. 
Zu Beginn des Bürgerkrieges wurden überall in den Nordstaaten Regimenter aus dem Boden gestampft, darunter auch so manches Deutsche. Besonders die Staaten New York, Ohio, Pennsylvania, Illinois, Indiana, Missouri und Wisconsin hatten unter ihren Soldaten einen starken Anteil Deutscher. Insgesamt dienten zwischen 180.000 und 210.000 Deutsche in den Reihen der Union. Es gab mehr als 30 reindeutsche Regimenter und etliche deutsche Batterien. In vielen Regimentern gab es deutsche Kompanien. 

Zwei Rekrutierungsplakate aus der Anfangszeit des amerikanischen Bürgerkrieges. Links das Plakat des deutschen 43. Illinois Volunteer Infantry Regiment und rechts eine Reproduktion des Plakats des 39. New York Volunteer Infantry Regiment "Garibaldi Guard" welches zu über 50% aus Deutschen bestand. Auf dem Plakat des 43. Illinois finden sich die Namen Adolph Engelmann und Gustav Körner wieder, beides 48er. 
So wurden, nach Lincolns ersten Truppenaufruf, bis zum 23. April 1861 die "First German Rifles" in New York aufgestellt. Das Regiment bekam die offizielle Bezeichnung 8. New York Volunteer Infantry Regiment und wählte Ludwig Blenker zu seinem Colonel. Lieutenant Colonel wurde Julius Stahel und zu den Kompaniechefs gehörten Gustav Struve und Frank Wutschel. Colonel Blenker übergab das Regiment ziemlich schnell an Lieutenant Colonel Stahel und übernahm das Kommando über die erste Brigade der fünften Division der "Ostarmee", bestehend aus dem 8. (Lieutenant Colonel Julius Stahel), 29. (Colonel Adolph Wilhelm von Steinwehr), 39. ( Colonel Frederick George D'Utassy) und 41. New Yorker (Colonel Leopold von Gilsa) freiwilligen Regimentern und dem 27. Pennsylvania Freiwilligen Regiment (Colonel Max Einstein). 
Als es am 25. Juli 1861 zur ersten größeren Schlacht des amerikanischen Bürgerkrieges kam, stand die Brigade Blenker den ganzen Tag in Reserve. Erst als die Niederlage der Nordstaaten unabwendbar war, kam sie zum Einsatz. Blenker mußte mit seinen Regimentern den Rückzug der panisch flüchtenden Unionsarmee decken. Erst spät in der Nacht zog sich seine Brigade nach Washington zurück, wo sie am nächsten Morgen in bester Ordnung eintraf. Gustav Struve berichtet hierzu: 
"Alle Blätter waren voll des Ruhmes und Preises der deutschen Regimenter. Diese waren die einzigen, welche durch ihre untadelhafte militärische Ordnung dem verfolgenden Feinde imponiert und ihn zum Halten gebracht, und welche in ungebrochenen Reihen, trotz den Anstrengungen des Marsches, Washington erreicht hatten. 
Louis Blenker war in Aller Munde. Die oberen Behörden in Washington waren ihm sehr günstig gestimmt. Seine Brigade wurde zur Division erweitert "
Ludwig Blenker machte sich sogleich daran seine Brigade zu einer "deutschen Division" in Stärke von drei Brigaden aufzustocken. Er griff hierzu ausschließlich auf Einheiten der Staaten New York und Pennsylvania zurück. Jedoch ist der Begriff "deutsche Division" in diesem Fall schon irreführend, denn nicht alle hierzu verwendeten Regimenter waren reindeutsch. So bestand Beispielsweise das 39. New Yorker Freiwilligen Regiment die "Garibaldi Guard" aus einer italienischen Kompanie, einer spanischen, einer französischen einer schweizer Kompanie und aus fünf deutschen sowie einer deutsch-ungarischen Kompanie.
Die "deutsche Division" gliederte sich folgendermaßen auf: 

1. Brigade BrigGen. Julius Stahel
2. Brigade Colonel Johann A. Koltes
3. Brigade BrigGen. Heinrich Bohlen
8. New York Colonel Wutschel
29. New York Lt.Colonel Soest
54. New York Colonel Kozlay
39. New York Colonel D'Utassy
68. New York Colonel Kleefisch 
58. New York Colonel Kryzanowski
41. New York Colonel von Gilsa
73. Pennsylvania Lt. Colonel Muhleck 
74. Pennsylvania Lt.Colonel Hamm
45. New York Colonel von Amsberg
75. Pennsylvania Lt.Colonel Mahler
27. Pennsylvania Colonel Buschbeck
2. Batterie NY leichte Artillerie Captain Ludwig Schirmer 
13. Batterie NY leichte Artillerie Captain Julius Dieckmann
1. Batterie NY leichte Artillerie Captain Michael Wiedrich
West Virginia leichte Artillerie Batterie C Captain Frank Buell
Die Division Blenker wurde alsbald, im Frühjahr 1862, ins Shenandoah Valley beordert um General Fremont bei seinem Kampf gegen den konföderierten General Jackson zu unterstützen. Bei widrigsten Witterungsbedingungen und schlecht versorgt begann die Division den Marsch. Da anfangs nur von einem kurzem Verlegungsmarsch und nicht von einer Verlegung ins Shenandoah Valley ausgegangen worden war, hatten die Soldaten nur leichtes Gepäck dabei. Die Zelte, die meisten Ambulanzen und der Train verblieben vorerst im Lager. Ende April erreichte sie Winchester in Virginia und dort fand sie auch Anschluß an Verbände der Union. Von den 10.000 Soldaten die den Marsch angetreten hatten fielen knapp 2.000 aus. An ein Ausruhen war nicht zu denken. Die Division mußte gleich an der Verfolgung der Südstaatler, welche Fremont immer wieder auswichen, teilnehmen. 
Am sechsten Juni 1862 stellte sich die Konföderierte Nachhut unter General Ewell bei Cross Keys zur Schacht. 
Die Division Blenker wurde von General Fremont zersplittert in die Schlacht geführt. Fremonts Stabschef in dieser Schlacht war der deutsche Colonel Anselm Albert, welcher im Mai 1861 in Sigels 3. Missouri in St. Louis gekämpft hatte. Um 11:00 Uhr wurde die Schlacht durch einen Angriff des 39. New Yorker Regimentes eröffnet. Das Geschehen entwickelte sich Anfangs vorteilhaft für die Union. Als jedoch Colonel Frank Wutschel sein achtes New Yorker Regiment einen schlecht vorbereiteten, schlecht koordinierten und schlecht geführten Angriff befahl, wurde dieser blutig zurückgeschlagen und riß die ganze erste Brigade mit zurück. Das achte New Yorker verlor hierbei über ein Drittel seines Bestandes. Die Konföderierten nutzen die Gunst der Stunde und ergriffen die Initiative. Als General Fremont Nachricht erhielt, daß die von ihm erwarteten Verstärkungen nicht eintreffen würden, erteilte er den Befehl zum Rückzug. Während der Schlacht wurde General Blenker in der Kommandokette übergangen und ignoriert. Captain Struve vom 8. New Yorker Freiwilligen Regiment schreibt hierzu: 
"Ohne ihm das Commando der Division zu entziehen, machte man es ihm unmöglich, dasselbe zu handhaben." 
Die Abbildung zeigt Colonel Kryzanowski an der Spitze seines Regimentes beim Angriff auf konföderierte Stellungen in der Schlacht von Cross Keys. 
Nach der Schlacht legte General Blenker das Kommando über seine Division nieder und begab sich nach Washington, wo er seinen Abschied einreichte und auch in allen Ehren entlassen wurde. 
Am ersten Juli 1862 löste General Franz Sigel General Fremont ab und übernahm das Kommando über das erste Corps der Virginia Armee der Union. Karl Schurz wurde einer seiner Divisionskommandeure. 

Das XI Korps über Chancellorsville nach Gettysburg 
Das so gebildete I Korps der "Army of Virginia" nahm unter Sigels Führung an Popes Feldzug nach Virginien teil. Am 12. September 1862 ging es im XI Korps der "Army of the Potomac" auf. Während des Antietam Feldzuges blieb das Korps als Flankendeckung zurück, und das Schlachtfeld von Fredericksburg konnte das XI Korps unter Generalmajor Franz Sigel nicht rechtzeitig erreichen. Die erste richtige Schlacht erlebte das XI Korps, nunmehr unter der Führung von Generalmajor O.O. Howard, in den ersten Maitagen 1863 in den Wäldern um Chancellorsville. 

Die Army of the Potomac unter Generalmajor Joseph Hooker war im Frühjahr 1863 in die Offensive gegangen. Mit ungefähr 120.000 Mann war sie nach Virginien vorgestoßen, um die etwa 60.000 Mann zählende Rebellenarmee unter General Robert E. Lee zu vernichten. Doch anstatt dem Gegner eine Schlacht aufzuzwingen, verschanzte Hooker sich mit seinen Truppen bei Chancellorsville. Auf der äußerst rechten Flanke der Nordstaaten Armee war das XI "deutsche" Korps positioniert. In den Reihen des XI Korps waren zu dieser Zeit viele 48er zu finden. Karl Schurz kommandierte die 3. Division. Leopold von Gilsa, Alexander Schimmelpfennig und Wladimir Kryzanowski führten Brigaden. Unter den Regimentskommandeuren fanden sich Georg von Amsberg, Friedrich Hecker, Franz Mahler, Adolph von Hartung, Karl Knoderer, Elias Peissner, Edward Salomon und Wilhelm Jacobs. Michael Wiedrich kommandierte eine der Artilleriebatterien. 
Der Südstaatengeneral Lee nutzte die Unentschlossenheit seines Gegners und ergriff die Initiative. Mit einer nur halb so großen Armee marschierte er den Nordstaatlern entgegen und stellte sich zur Schlacht. Im Angesicht des Feindes teilte Lee seine weit unterlegenen Truppen erneut, während er mit einem Teil seiner Truppen die "Army of the Potomac" frontal band, marschierte der andere Teil unter General Jackson um die rechte Flanke der Union und griff in den Abendstunden des 02. Mai 1863 die Union aus westlicher Richtung in der Flanke an. Dieser Angriff traf das XI Korps. 
In der Front des XI Korps wurde die Flankenbewegung der Südstaatler sehr wohl erkannt und gemeldet. Generalmajor Howard wurde wiederholt darauf hingewiesen, und insbesondere Karl Schurz forderte ihn mehrmals auf, die Truppenaufstellung zu ändern. Er schrieb in seinen Lebenserinnerungen: 
"fast alle Offiziere und Mannschaften schienen die drohende Wolke über unseren Häuptern zu sehen und ein Vorgefühl des kommenden Unglücks zu haben. Nur unser Korpskommandeur sah sie nicht " und über die Stellungen des XI Korps schreibt er "Zu all diesem kam noch, daß der größte Teil unseres Armeekorps so gestellt war, daß es nach Westen einem Angriff hilflos preisgegeben war. ... An Vertheidigung und Kampf war bei diesen gar nicht zu denken, sie standen ja auf der schmalen Straße zwischen dichten Buschwerk eingepfercht..."
Auf eigene Faust befahl General Schurz drei seiner Regimentern ihre bisher gegen Norden gerichtete Front so zu verschieben, daß sie gegen einen aus dem Westen antretenden Feind hätten wirken können. Jedoch bevor diese Bewegung vollendet war, griff der Feind von Westen an und überrannte das XI Korps. Friedrich Hecker wurde bei dem Versuch sein Regiment gegen den Feind zu führen verwundet. Colonel Peissner fiel an der Spitze seines Regimentes. Captain Ludwig Bisky vom 45. New York Regiment kam im dichten Kampfgetümmel um. Karl Hartmann Regimentsarzt des 107. Ohio Regiments fiel beim Versuch dieses zu sammeln. Ebenso der Kommandeur des 168. Pennsylvania Regimentes Karl Knoderer. Nur die einbrechende Dunkelheit rettete das XI Korps und vielleicht die ganze "Army of the Potomac" vor der Vernichtung. Das Korps wurde noch am selben Abend auf den linken Flügel der Armee verlegt und nahm an der weiteren Schlacht nicht mehr teil. 
Nach der Schlacht wurde die Schuld an der Niederlage den "feigen Deutschen" angelastet, hierzu schreibt Schurz: 
"Wir vom elften Armeekorps mußten nun aber eine weit schlimmere Prüfung erdulden ... wie die Zeitungen damals die Aufführungen der "feigen Deutschen" des elften Armeekorps schmähten."
Hier trat bei vielen 48ern wieder das ethnische Moment zutage und die ansonsten volle Identifikation mit den politischen Zielen der Nordstaaten in den Hintergrund. Die deutschsprachige Presse, welche zu einem beträchtlichen Teil von alten 48ern geleitet wurde, erhob einen heftigen Proteststurm gegen die Behauptungen. Die Empörung über die den deutschen Soldaten zur Last gelegten Vorwürfe schwappte auch über den Ozean in die alte Heimat, wo in der Presse ebenfalls ein Proteststurm gegen solchermaßen diffamierende Äußerungen losbrach. Hierbei ist es interessant sich die Zusammensetzung des XI Korps bei Chancellorsville anzusehen, dabei ist festzustellen, daß nur 13 der 27 Regimenter des Korps als "deutsche Regimenter zu bezeichnen sind. 
Knapp zwei Monate nach dem Debakel bei Chancellorsville traf die "Army of the Potomac" erneut auf General Lees Südstaatler. Auch in der wohl bekanntesten Schlacht des amerikanischen Bürgerkriegs bei Gettysburg griff Lee die Nordstaatler an. Das XI Korps wurde gleich zu Beginn der Kämpfe , aus der Bewegung, in die Schlacht geworfen. Hier erreichte Colonel Rudolf von Rosa sein Regiment und übernahm erneut das Kommando, er war im Sommer 1862 schwer verwundet worden. General Howard übernahm den Befehl über das I und XI Korps und General Schurz mußte neben seiner Division eine zweite übernehmen. Die dritte Division von Steinwehr besetzte den strategisch wichtigen Friedhofshügel. Karl Schurz ging gegen Mittag mit seinen beiden Divisionen über Gettysburg hinaus vor und bezog nördlich davon Stellungen. Gegen 16:00, als der weit überlegene Feind schon bedenklich nah an die eigenen Stellung herangekommen war, erhielt Schurz den Befehl zum Rückzug auf den Friedhofshügel. Aufgrund der Nähe zum Feind artete dieser Rückzug in den engen Straßen der Stadt Gettysburg schnell zu einer Flucht aus. General Schimmelpfennig wurde hierbei niedergehauen und konnte sich der Gefangennahme nur entziehen, indem er sich tot stellte. Diese Flucht wurde dem XI Korps und besonders den Deutschen von der amerikanischen Presse schwer angelastet. 

Die Abbildung zeigt das größtenteils deutsche 149. New York Regiment am 02.07.1863. 
Am 02. Juli 1863 dem zweiten Schlachttage war das XI Korps an der Stelle, wo die von Süd nach Nord verlaufende Unionslinie nach Osten abknickte, eingesetzt, links an Culps Hill angelehnt. Dort wurde das Korps am späten Nachmittag angegriffen wobei die Brigade von Gilsa überrannt wurde, den Rebellen aber ein Durchbruch versagt blieb. 
Den dritten Schlachttage erlebte das XI Korps in relativer Ruhe, doch andere deutsche Einheiten standen im Zentrum des letzten Angriffs der Konföderierten aus nächster Nähe. So 1st Lieutenant Heinrich Dietrich vom 39. New Yorker Regiment, der mit seiner Kompanie vor den eigentlichen Linien eingesetzt war. In der Schlacht bei Gettysburg wurde Colonel Franz Mahler tödlich verwundet und Lieutenant Colonel Hans Böbel vom 26. Wisconsin Regiment verlor ein Bein. Nach der Schlacht zog die nativistische Presse wieder über die "feigen Deutschen" her. Dies obwohl das XI Korps nach Chancellorsville erneut umgruppiert und dabei der deutsche Anteil weiter verringert worden war. Das XI Korps verlor bei Gettysburg über 40 % seines Bestandes. 
 

Von Gettysburg bis zum Ende des Krieges

Im Herbst 1863 wurde das XI Korps per Bahn auf den westlichen Kriegsschauplatz verlegt. Es traf rechtzeitig genug ein, um an den Kämpfen bei Chattanooga Ende November 1863 teilzunehmen. 
In Chattanooga trafen sie auf die deutschen Verbände, die bisher im Westen gekämpft hatten. Bei Pea Ridge, Murfreesboro Shiloh und Vicksburg dem zweiten entscheidenden Sieg für die Union im Sommer 1863. Bei Chattanooga sollten sie gemeinsam einen dritten entscheidenden Sieg erringen. 
So trafen sich bei Chattanooga auch viele ehemalige 48er. Karl Schurz und Peter Joseph Osterhaus kommandierten Divisionen. Wladimir Kryzanowski , Friedrich Hecker und August Willich führten ihre Brigaden bei Chattanooga in die Schlacht. Unter den Regimentskommandeuren fanden sich Gustav Kämmerling, Gustav Tafel und Edward Salomon. Michael Wiedrich, Johann Albert Neustädter und August Brickel kommandierten Artilleriebatterien und Hermann Ulffers war einer der Pionieroffiziere bei Chattanooga. 
Am 23. November eröffnete Peter Joseph Osterhaus die Schlacht mit einem Angriff auf den Lookout Mountain, der höchsten dortigen Erhebung. Dieser Angriff führte zur Vertreibung der Rebellen aus ihren dortigen Stellungen. Am 24. November wurde die Schlacht mit einem allgemeinen Angriff auf die konföderierten Haupstellungen fortgesetzt. Diese hatten ihre Stellungen auf einem langgezogenen Höhenrücken, dem Missionary Ridge, gewählt. Nach der Erstürmung der ersten feindlichen Grabenlinie sollten die Nordstaaten Truppen verharren, doch General August Willich fand diese Position für seine Brigade äußerst unvorteilhaft und setzte daher den Angriff auf eigene Faust fort. Die angrenzenden Brigaden schlossen sich dieser Bewegung an, so daß die Höhe im ersten Ansturm genommen wurde und ein glänzender Sieg für die Union errungen war. 
Im Frühjahr 1864 begann der sogenannte Atlanta Feldzug. Diesen begann der Nordstaaten General Sherman im Mai 1864 mit seiner Armee. Darunter wieder viele "deutsche Regimenter" oder zumindest zu einem beträchtlichen Teil "deutsche Regimenter". 

Das Bild zeigt Offiziere des 82. Illinois Regimentes in Atlanta. In der Mitte Colonel Edward Salomon rechts von ihm sitzt der Regimentsarzt Charles E. Börner und links Major Frederick Rollshausen. 
Das XI Korps war nicht mehr dabei, es war im April gemeinsam mit dem XII in das neugebildete XX Korps überführt worden. Im September 1864 endete dieser Feldzug mit der Einnahme Atlantas. Der ehemalige Revolutionär August Mersey war mit seinem 9. Illinois Regiment inzwischen zur Armee gestossen und auch General Alexander Schimmelpfennig war wieder eingetroffen. 

Nach einer kurzen Verschnaufpause begab Shermans Armee sich erneut auf den Marsch. Es begann der berühmte Marsch zur See. Auf diesem ernährte die Armee sich ausschließlich aus dem Land und hinterließ einen 60 Meilen breiten Streifen der Verwüstung. Generalmajor Osterhaus kommandierte während des Marsches teilweise das XV Armeekorps. Weihnachten 1864 traf die inzwischen verloren geglaubte Armee vor Savannah ein. Auf einer dem Hafen vorgelagerten Insel kam Lieutenant Colonel Germain Metternich bei einem Unfall 1862 ums Leben. 
Auch auf dem östlichen Kriegsschauplatz war es seit der Schlacht bei Gettysburg für die Union zwar langsam aber doch stetig voran gegangen. Im Mai 1864 begann General Grant seinen stetigen Vormarsch auf Richmond, dieser wurde bei Petersburg im Juni/Juli von dem Konföderierten General Robert E. Lee gestoppt und dort lagen sich die beiden Armeen seit diesem Datum gegenüber. Es fand ein Grabenkrieg statt ,wie Europa ihn 1914 - 1918 kennenlernen sollte. 
Im Mai 1864 hatte Generalleutnant Grant dem Generalleutnant Franz Sigel noch einmal ein Feldkommando angetragen. Sigel sollte das Shenandoah Tal für die Union sichern. Seine Kavallerie wurde von General Julius Stahel geführt und einer seiner Regimentskommandeure war Gottfried Becker. Franz Sigel gelang es jedoch nicht, seinen Auftrag zu erfüllen, er wurde bei New Market von den Rebellen geschlagen. Wenig später nahm er seinen Abschied. 
Anfang 1865 trat General Sherman von Savannah gegen die Carolinas an. Mitte Februar 1865 übergab der Südstaatengeneral Johann A. Wagener Charlston. Die ersten Truppen, die in die Stadt einmarschierten, wurden von General Schimmelpfennig geführt. 
Im April 1865 endete der Grabenkrieg vor Petersburg und wenig später der Bürgerkrieg. Nach und nach kapitulierten die noch im Feld stehenden Südstaatenarmeen. 

Der zweite Kampf für Freiheit und Einheit ein Erfolg ?

Der Krieg war vorbei. Die Union hatte gesiegt. Die Deutschen hatten ihren Teil dazu beigetragen. Aber hatten auch die 48er ihr Ziel erreicht? Sie hatten sicherlich geschafft, was ihnen in ihrer alten Heimat nicht gelang. Die Erhaltung der Einheit der Union und die Schaffung der Freiheit der Sklaven. Sie hatten so manche Anfeindungen der amerikanischen Presse über sich ergehen lassen. Aber ihr Ziel sicherlich erreicht. Einige haben sich und damit auch ihren Ansichten und Zielen für immer einen Platz in der amerikanischen Geschichte erkämpft. 
Wieviele 48er letztendlich nach 1848/49 in die USA kamen wird nie geklärt werden können. Die diesbezüglichen Zahlenangaben schwanken zwischen 4.000 und weit über 10.000. Ebenso wenig wird geklärt werden können, wieviele Soldaten im amerikanischen Bürgerkrieg bereits an den Revolutionen in Europa beteiligt waren. 
Hier sollten auch keine Lebenswege besonders bekannter 48er nachvollzogen werden sondern ein kleiner Einblick in das Engagement der 48er im amerikanischen Bürgerkrieg und ihrem zweiten Kampf für Freiheit und Einheit gegeben werden. 

Deutsche Lebensläufe

Albert, Anselm
Geboren: 1819 in Ofen 
Gestorben: 
In Deutschland: Offizier der österreich-ungarischen Armee. Quittierte 1844 als Oberleutnant den Dienst. 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Albert Anselm kämpfte während der Revolution in Ungarn unter Görgey und führte eine der vier Sturmkolonnen, die Ofen eroberten. Flüchtete nach dem Scheitern der Revolution. Er ging mit Behm nach Aleppo und siedelte nach dessen Tod nach Amerika über. 
Ausgewandert: vermutlich 1851. 
In den USA: Landwirt in Davenport/Iowa. 1858 siedelte er nach Saint Louis über. 
Im Bürgerkrieg: Albert Anselm trat im April in das 3. Missouri Regiment ein und wurde dessen Lieutenat Colonel. In der Schlacht bei Wilsons Creek geriet er in Gefangenschaft. Er wurde ausgetauscht und machte die Schlacht bei Pea Ridge als Colonel mit. Anselm ging dann nach Virginia und wurde General Fremonts Stabschef in der Schlacht bei Cross Keys. Als Sigel Fremont ablöste trat Colonel Anselm von seinem Posten zurück. Er bekam später noch ein neues Kommando und wurde schwer verwundet. Nachdem 1862 seine Beförderung zum Brigadegeneral vom Senat verworfen wurde nahm er seinen Abschied und siedelte bei Baltimore. 

Almstedt, Heinrich
Geboren: 
Gestorben: 
In Deutschland: 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: 
Ausgewandert: 
In den USA: siedelte in Washington 
Im Bürgerkrieg: War Colonel des 1. Missouri Reserve Infantry Regiment für drei Monate. Führte anschließend das 2. Missouri Artillerie Regiment. Wurde Zahlmeister der regulären Armee. 

Amsberg, Georg von
Geboren: 1817 in Hildesheim 
Gestorben: 
In Deutschland: Trat in die Östereichische Armee ein und wurde Kommandeur eines ungarischen Husarenregimentes. 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Kämpfte auf Seiten der Revolutionstruppen unter General Dembinski. Er geriet in Gefangenschaft und wurde von einem Kriegsgericht zu 16 Jahren Festungshaft verurteilt. Er mußte 9 Jahre seiner Haft verbüßen. 
Ausgewandert: Ende der 1850er Jahre 
In den USA: Georg von Amsberg siedelte sich in New York an. Er wurde Reitlehrer in Hoboken / New York. 
Im Bürgerkrieg: Georg von Amsberg wurde Colonel des 45. New York Regiments. Er kämpfte unter anderem bei Chancellorsville, Gettysburg und Chattanooga. 1863 bekam er das Kommando über eine Brigade und wurde somit zum Brigadegeneral befördert. 

Anneke, Fritz 
Geboren: 31.10.1818 in Dortmund 
Gestorben: vermutlich 1872 
In Deutschland: Diente gemeinsam mit Weydemeier im 7. Artillerieregiment, das im Großraum Köln stationiert war. 1844 wurde er von Weydemeier in den Kreis der "wahren Sozialisten" eingeführt. Wurde 1846 wegen revolutionärer Tätigkeit unehrenhaft aus der Armee entlassen. War danach Redakteur der Neuen Kölnischen Zeitung. 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Wegen eines Aufstandsversuchs im März 1848 kurzzeitig mit Willich in Köln in Haft. Teilnahme an der badisch-pfälzischen Revolution 1849. 
Ausgewandert: 1849 über Frankreich und die Schweiz nach Amerika. Passagierliste 
In den USA: Er war Journalist in Saint Louis und Chicago und als Auslandskorrespondent für die Augsburger Allgemeine Zeitung tätig. 
Im Bürgerkrieg: Bei Ausbruch des Bürgerkrieges war er als Auslandskorrespondent in Europa. Anneke reiste sofort in die USA. Er wurde Artilleriechef unter General McClellan. Im Winter 1862 übernahm er das Kommando über das 35. Wisconsin Regiment. Er hielt es für seine Pflicht, das Verhalten seiner Vorgesetzten öffentlich zu rügen und wurde deshalb vor ein Kriegsgericht gestellt, das in wegen Disziplinarvergehen verurteilte. Er wurde aus der Armee entlassen und war seitdem an der "Presse des Westens" tätig. 
 

Anneke, Franziska Mathilde 
Geboren: 3. 4.1817 in Blankenstein als Franziska Mathilde Giesler. 
Gestorben: 25.11.1884 in Milwaukee/Wis. 
In Deutschland: Sie war kurzzeitig mit einem Herrn von Tabouillot verheiratet. Arbeitete als Schriftstellerin und Übersetzerin. Franziska Mathilde heiratete 1847 Fritz Anneke. Gründete die revolutionäre "Neue Kölnische Zeitung". 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Teilnahme an der Revolution in Baden an der Seite ihres Mannes. 
Ausgewandert:1849 über Frankreich und die Schweiz nach Amerika. Passagierliste 
In den USA: Herausgeberin der "Deutschen Frauen-Zeitung", danach von 1860 bis 1865 in Europa als Korrespondentin des "Belletristischen Journals" von New York und der "Illinois Staatszeitung" von Chicago. 1865 kehrte sie in die USA zurück. Gründete eine Mädchenschule in Milwaukee/Wisc. 

Backhoff, Franz 
Geboren: 28.11.1821 in Weschbach (Baden) 
Gestorben: 
In Deutschland: Franz Backhoff erlernte zuerst das Bauhandwerk. 1842 ging er als Gemeiner zur badischen Artillerie, brachte es relativ schnell zum Wachtmeister der Artillerie. Wollte nach Beendigung seines Militärdienstes 1849 reitender Grenzaufseher werden. 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: 1848 war er mit seiner Batterie in Rastatt stationiert. Als er den Befehl erhielt auf das Volk zu feuern, stellte er sich mit seinen Geschützen, der vorgesetzte Offizier war bereits geflohen, auf die Seite der Revolutionäre. Dieser Umstand war maßgeblich für den Übertritt weiterer badischer Truppen zu den Revolutionskräften und der "Eroberung" der Festung Rastatt. Der zwischenzeitlich zum Revolutions-Hauptmann beförderte Backhoff begab sich nach Karlsruhe, doch der Großherzog war bereits geflohen. Franz Backhoff machte sich mit seinen Truppen sofort an die Verfolgung und konnte bei Bierfeld den Kriegsminister Hoffmann, General Hinkeldey, den badischen Adel mit 600 Soldaten und 16 Geschützen gefangennehmen und nach Karlsruhe bringen. 
Nachdem Franz Sigel das Kommando über die Revolutionstruppen übernommen hatte, wurde Hauptmann Backhoff dessen Artilleriechef. In der Folge Zeit beteilligte sich Backhoff an etlichen Grenzgefechten, bei Ladenburg tat er sich besonders hervor. Er kämpfte hervorragend bei Waghäusel, Bretten und an der Murg. Das Ende der Revolution erlebte er dort, wo diese auch für ihn begann, er geriet bei der Kapitulation der Festung Rastatt in Gefangenschaft und wurde vor ein Kriegsgericht gestellt. Dort entkam er nur knapp der Todesstrafe. Er wurde am 20.8.1849 mit 3 gegen 4 Stimmen statt zum Tode zu lebenslanger Haft verurteilt. 
Nach zwei Jahren Haft begnadigte ihn der Großherzog unter der Auflage Europa zu verlassen. Abgeschoben wurde er am 27.3.1851. 
Ausgewandert: 1851 über Le Havre Passagierliste 
In den USA: Von New York nach St. Louis gezogen, dort betrieb er das Bauhandwerk und wurde Bauunternehmer. Er brachte es zum städtischen Kontraktor. 
Nach dem Bürgerkrieg war er von 1876 - 1879 Mitglied des Stadtrates von St. Louis. 
Im Bürgerkrieg: Stellte im April 1861 eine Artilleriebatterie auf und war mit dieser an der Eroberung von Camp Jackson beteiligt. Wurde zum Major der Artillerie befördert und auf amerikanischem Boden noch einmal Sigels Artilleriechef. Kämpfte bei Pea Ridge und Wilsons Creek. 

Ballier
Colonel 21.Pennsylvania Regiment

Bäumer
Colonel der 1.Nebraska-Kavallerie (ca 50% Deutsche). Bäumer stammte aus Münster.

Becker, Gottfried 
Geboren: 1827 
Gestorben: 1867 
In Deutschland: 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: 
Ausgewandert: 
In den USA: 
Im Bürgerkrieg: Lieutenant Colonel des 28.Ohio Regimentes. Becker wurde 1863 zum Colonel befördert und übernahm das Kommando über das Regiment. 

Bendix, John E.
erster Colonel des New Yorker "Steuben-Regiments", der 7.Infanterie, die aus deutschen Turnern gebildet wurde. Er wurde später im Kommando von Colonel von Schack abgelöst und übernahm die Führung des 10. New Yorker Regiments.

Berends, Julius 
Geboren: 30.04.1817 in Kyritz 
Gestorben: 17.06.1891 in Frauenfeld (Schweiz) 
In Deutschland: Studium der Theologie und Philosophie in Berlin, wegen einer Wahlpredigt wurde ihm von der Kirche die Anstellungsfähigkeit verweigert. Mitbesitzer einer Buchdruckerei in Berlin, 1844-46 Lehrer und Vorstandsmitglied des Berliner Handwerkervereins, auf Druck des brandenburgischen Oberpräsidenten 1846 ausgeschlossen. 1847 - Mai 1848 Berliner Stadtverordneter. 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: . U. a. Bei einer Volksversammlung infolge eines Übergriffs des Militärs verwundet. Teilnahme an den Barrikadenkämpfen vom 18. März. Mitglied des Berliner Volks-Wahl-Comites u.s.w. Mai bis November 1848 Mitglied der preußischen Nationalversammlung, Febr. bis April 1849 Mitglied der zweiten preußischen Kammer. 
Ausgewandert: 1853 nach einer kurzzeitigen Verhaftung Passagierliste 
In den USA: Tätigkeit als Kaufmann in San Antonio (Texas), Gründung einer deutsch-englischen Schule, seit 1861 US-amerikanischer Staatsbürger. 1875 Rückkehr nach Preußen, in den achtziger Jahren Auswanderung in die Schweiz. 

Best, Michael 
Geboren: 25.02.1829 in Schifferstadt / Bayern 
Gestorben: 
In Deutschland: 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Michael Best diente vier Monate in der Revolutionsarmee. 
Ausgewandert: 1852 
In den USA: In den USA zog er nach St. Louis wo er eine Anstellung bei der Flußschiffahrt fand. 
Im Bürgerkrieg: Im April 1861 trat er als einfacher Soldat dem 1. Missouri Regiment bei. Als das Regiment ein Jahr später ausgemustert wurde, warMichael Best Captain. 1864 meldete er sich erneut zum Militärdienst. 

Bisky, Friedrich Ludwig 
Geboren: 17.10.1818 in Genthin 
Gestorben: 02.05.1863 bei Chancellorsville / Virginia 
In Deutschland: Ludwig Bisky kam 1840 nach Berlin und verdiente sich dort seinen Lebensunterhalt als Gold und Silberschmied. Trat 1845 dem Berliner Handwerkerverein bei. 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Kämpfte am 18. u. 19. März auf den Berliner Barrikaden. Ludwig Bisky wurde während der deutschen Revolution schnell zum Leiter der Berliner Arbeiterverbrüderung. Er wirkte auf eine aktive Beteilligung der Arbeiterschaft an der Revolution. Unter seiner Führung wurde die Berliner Organisation zur aktivsten und stärksten in Deutschland. Im November 1848 wurde Bisky für eine Woche inhaftiert, nachdem er den bewaffneten Widerstand gegen die Konterrevolution propagiert hatte. Wurde am 1.2. 1850 aus Berlin ausgewiesen. 
Ausgewandert: 1850 Passagierliste 
In den USA: Von 1852 bis 1859 in Columbus/OH als Silberschmied. Ging 1860 nach New York. 
Im Bürgerkrieg: Trat 1861 als Lieutenant in das 45. New York Regiment ein. Wurde Captain und Kompaniechef im 45. New Yorker Freiwilligen Infantry Regiment. Mit dem Regiment sicherte seine Kompanie von Oktober 1861 bis März 1862 Washington. Am 22.7.1862 wurde er Ordonanzoffizier im Brigadehauptquartier und im März 1863 Generalinspekteur der 1. Division des XI Corps. Während der Schlacht bei Chancellorsville wurde er am 2.5.1863 tödlich verwundet. 

Blandowski, Constantin
Geboren: 08.10.1821 bei Jarnowitz in Oberschlesien 
Gestorben: 25.05.1861 in St. Louis an den Folgen einer Verwundung vom 10.05.1861 
In Europa: Seine Familie besaß vermutlich in Jarnowitz an der polnisch - russischen Grenze ein Gut. Aufgrund der Beteilligung an der russisch - polnischen Revolution vom November 1830 mussten die Blandowskis nach Deutschland fliehen. Constantin kam nach Dresden auf das dortige polytechnische Erziehungsinstitut. Dort sammelte er erste militärische Erfahrung. 
Nach seiner schulischen Ausbildung ging Constantin Blandowski nach Frankreich, wo er sich recht bald der Fremdenlegion anschloß und nach Algerien kam. 
1846 schloß er sich den polnischen Patrioten in Krakau an und floh nach deren Niederlage erneut nach Frankreich. 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Schloß sich der polnischen Erhebung im Großherzogtum Posen an und flüchtete nach dessen Niederschlagung nach Italien. Dort kämpfte er in den Reihen der "polnischen Legion" auf Seiten der Patrioten. Nach der Schlacht bei Novara nahm er seinen Abschied um sich der ungarischen Freiheitsbewegung anzuschließen. Blandowski konnte rechtzeitig vor der Übergabe der ungarischen Revolutionstruppen in die Türkei abreisen. 
Ausgewandert: 1850 vermutlich über die Türkei 
In den USA: War nach seiner Ankunft in New York Fechtlehrer, zog dann weiter nach Philadelphia und Cincinnati, wo er weiterhin vom Fechtuntericht lebte. Kam später nach St. Louis, wo er heiratete. 
Im Bürgerkrieg: Trat im April 1861 in das 3. Missouri Freiwilligen Regiment unter Franz Sigel ein. Wurde Captain der Kompanie F. Nahm in dieser Funktion an der Aktion gegen die prosüdliche Staatsmiliz in Camp Jackson am 10. Mai 1861 teil. Wurde dort mit seiner Kompanie am Eingang des eroberten Camps positioniert und von einem Schuß aus einer Menge von Schaulustigen getroffen. Die Kugel zerschmetterte eine Kniescheibe, infolge mußte Blandowski ein Bein amputiert werden. Er starb an den Folgen der Operation am 25. Mai 1861 in St. Louis und wurde am 27. mit militärischen Ehren beigesetzt. 

Blenker, Ludwig 
Geboren: 31.07.1812 in Worms 
Gestorben: 31.10.1863 auf seiner Farm in Pennsylvania 
In Deutschland: Ludwig Blenker liebte das pompöse Militärleben in glänzenden Uniformen. Er wurde früh Soldat in Worms. 1832 diente er gemeinsam mit vielen Bayern unter König Otto von Griechenland. Anschließend versuchte er sich als Weinhändler. 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Beteilligte sich aktiv an der Revolution in Baden und der Pfalz. Blenker wurde 1849 Oberst der Revolutionstruppen. Er eroberte mit seinen Truppen Ludwigshafen und besetzte Worms. In Bobenheim kämpfte er gegen die preußischen Truppen. Germsbach in Baden verteidigte er noch, als die Revolution bereits gescheitert war. 
Ausgewandert: Flüchtete 1850 
In den USA: In Amerika versuchte er sich anfangs erfolglos als Farmer und versuchte es anschließend in New York als Geschäftsmann. Diese Bestrebungen blieben erfolglos, so daß er sich eine Farm in Pensylvania zulegte. 
Im Bürgerkrieg: Zu Beginn des Bürgerkrieges organisierte Ludwig Blenker das achte New Yorker Freiwilligen Regiment und wurde dessen Colonel. Doch schon vor der ersten Schlacht wurde er mit der Bildung einer Brigade beauftragt. Mit dieser nahm er an der Schlacht am Bull Run teil. Nach der Schlacht wurde Blenker Brigadegeneral und seine Brigade zur Division aufgestockt. Mit seiner Division focht Blenker dann 1862 bei Cross Keys. 
Blenkers Eitelkeit und sein Hang zu militärischem Pomp konnte er auch in Amerika nicht ablegen. Der Anblick seines Stabes soll ein äußerst farbenprächtiges Ereignis gewesen sein. Dies und einige weitere Umstände führten dazu, daß er sich recht bald viele "Feinde" geschaffen hatte. Jedenfalls kurz nach der Schlacht bei Cross Keys reichte er seinen Rücktritt ein. Er zog sich auf seine Farm zurück, wo er am 31.10.1863 in Folge einer während des Feldzuges in Virginia erlittenen Verletzung starb. Seine finazielle Situation war zu diesem Zeitpunkt so schlecht, dass ehemalige Kameraden die Beerdigung finazieren mußten. Die deutsche Division wurde nach Blenkers Angang aufgelöst. Die deutschen Regimenter wurden anderen Truppenteiler zugeordnet, die aber wiederum unter das Kommando von deutschstämmigen Offizieren gestellt wurden. 

von Blessing
General

Börnstein, Heinrich 
Geboren: 04.11.1805 in Hamburg 
Gestorben: 1892 
In Deutschland: Börnstein erhielt seine Ausbildung in einem Jesuiten Seminar. Nach dieser Zeit trat er als Kadett in die Österreichische Armee ein. 1822 nahm er an dem italienisch - österreichischen Krieg teil. Er verließ die Armee und studierte eine Zeitlang in Wien Medizin. Brach seine Studien ab und begann sich mit der Journalistik zu beschäftigen. Auch das Theater faszinierte ihn. Als Theaterdirektor durchzog er mit einem Wandertheater die deutschen Staaten, Österreich und Italien. 1845 begab Börnstein sich nach Paris und gründete dort die republikanische Zeitschrift "Vorwärts". Diese wurde von Carl Ludwig Bernay übernommen. Heinrich Börnstein wurde dann Correspondent der New Yorker Tribune und der in New York erscheinenden "Deutsche Schnellpost". 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Bei Ausbruch der Revolution begab Heinrich Börnstein sich nach Wien und schloß sich der Revolution an. 
Ausgewandert: 1849 Passagierliste 
In den USA: In Amerika angekommen verschlug es Börnstein nach St. Louis, wo er Redakteur des "Anzeiger des Westens" wurde. Diese Zeitung wurde von ihm übernommen und anschließend gründete er nach dem Bürgerkrieg den "Neuen Anzeiger des Westens". 
Ende der fünfziger Jahrer gründete er in den USA wieder ein Theaterunternehmen und durchstreifte mit diesem einige Staaten. 
Nach dem Bürgerkrieg ging Börnstein als Korrespondent der "Westliche Post" und anderer Zeitungen nach Europa. 
Im Bürgerkrieg: Im April stellte er das 2. Missouri Regiment auf, zu dessen Colonel er gewählt wurde. Er nahm mit diesem Regiment an der Eroberung des Camp Jackson in St. Louis teil. 
Wurde im weiteren Verlauf des Krieges von Abraham Lincoln als Konsul nach Bremen geschickt. 

Böbel, Hans 
Geboren: 
Gestorben: 
In Deutschland: 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: 
Ausgewandert: 
In den USA: Hans Böbel siedelte in Milwaukee/Wisconsin. Er war Gründungsmitglied des Turnvereins in Milwaukee und des Bundes freier Menschen. 
Nach dem Bürgerkrieg wurde er zum Schatzmeister der Stadt Milwaukee gewählt. 
Im Bürgerkrieg: Hans Böbel trat in das 26. Wisconsin Regiment ein und wurde Lieutenat Colonel des Regiments. In der Schlacht bei Gettysburg, er führte zeitweilig das 26. Wisconsin Regiment, verlor er ein Bein. Infolge mußte er den Militärdienst quittieren. Wurde am 28.5.1864 aus der Armee entlassen. 

Bogen, Johann Carl Ludwig 
Geboren: 07.06.1809 in Michelstadt (Ghzm. Hessen) 
Gestorben: 06.04.1886 in New-Ulm/Minnesota 
In Deutschland: Studium der Rechtswissenschaft in Gießen und Bonn, nach Zuchthaushaft Emigration in die Schweiz, 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Teilnahme am Badischen Aufstand, Verhaftung wegen Landesverrats, 1850 Freispruch. Mitglied der Deutschen Nationalversammlung 
Ausgewandert: 1853 Passagierliste 
In den USA: In Cincinnati, dann in Stillwater/Minnesota, 1864 nach New Ulm. Dort tätig als Rechtsanwalt und Schriftleiter der "New Ulm Post". 

Bohlen, Heinrich
Geboren: 19.10.1810 in Bremen
Gestorben: 22.08.1862 bei Freemans Ford
Brigadegeneral der Nordstaaten im Bürgerkrieg, stammte aus Bremen und ist einer der direkten Vorfahren der Familie Krupp von Bohlen und Halbach. Der wohlhabende Kaufmann war ein Offizier aus Leidenschaft. Sein Vater betrieb in Philadelphia ein erfolgreiches Im- und Exportgeschäft. Hier wuchs Bohlen auch zunächst auf, seine kaufmännische Ausbildung absolvierte er aber wieder in Deutschland. Er besuchte eine Militärschule und nahm 1830/31 als Freiwilliger am belgisch/niederländischen Krieg teil. Als einer der ersten zog er 1846 in amerikanischer Uniform in den Krieg gegen Mexiko. Hier brachte er es bis zum Major und diente in Stab von General Worth, mit dem er ander Eroberung von Mexiko-City teilnahm. Nach Jahren in Europa, hier nahm er auch auf französischer Seite am Krim-Krieg gegen Russland teil, ging er bei Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges wieder in die USA. Auf eigene Kosten rüstete er das 75.Pennsylvania-Regiment in Philadelphia aus, welches nur aus Deutschen bestand.
Sein Regiment wurde ein Teil der deutschen Division unter General Blenker. Er nahm am Feldzug durch das Shenandoah-Tal gegen "Stonewall" Jackson teil und zeichnete sich in der Schlacht von Cross Keys am 8.6.1862 aus. Bohlen erlag bei Freemans Ford am Rappahannock-Fluß der Verwundung durch eine Gewehrkugel. 

von Borcke, Heros
Geboren:
Gestorben: 10.5.1895 in Berlin
Kavallerieoffizier in den Südstaaten. Der ehemalige preußische Gardeoffizier war ein geborener Kavallerist. Er wurde Stabschef des besten Reitergenerals des Südens, J.E.B.Stuarts, und machte alle bedeutsamen Kavallerie-Feldzüge mit. Er rettete einigemale das Leben Stuarts und war an allen großen "Raids" beteiligt, jenen kühnen Vorstößen der Südstaaten-Kavallerie hinter die Unionslinien. Das konföderierte Parlament widmete ihm eine Dankadresse. Colonel von Borcke gehörte zu den populärsten Offizieren der Südstaaten. Zum Colonel befördert, kehrte Borcke, nach schwerer Verletzung, als diplomatischer Kurier der konföderierten Regierung nach Europa zurück, wo ihn die Nachricht erreichte, dass der Krieg zu Ende und der Süden unterlegen sei. Als er 20 Jahre nach dem Bürgerkrieg eine Reise in die Vereinigten Staaten unternahm, wurde er triumphal gefeiert. Er beendete sein Leben als Militärschriftsteller in Berlin.Er verfaßte mehrere Bücher über seine Erlebnisse während des amerikanischen Bürgerkrieges. Sein Degen hängt noch heute im Capitol von Richmond. 

Brentano, Lorenz Peter Carl
Geboren: 04.11.1813 in Mannheim 
Gestorben: 17.09.1891 in Chicago 
In Deutschland: Studium der Rechtswissenschaft in Heidelberg und Freiburg, Rechtsanwalt in Mannheim und Rastatt, dann Bruchsal 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Mitglied des Vorparlamentes, Teilnahme am Badischen Aufstand, zunächst in der revolutionären Exekutivkommission (Vorsitzender und Leiter des Innenministeriums), Mai - Juni Geheime Kriegskommission in Baden, im Juni Vorsitzender später Justizminister der provisorischen badischen Regierung. 1850 in Abwesenheit zu lebenslänglicher Haft verurteilt. 
Ausgewandert: 1849 Flucht über die Schweiz Passagierliste 
In den USA: 1850 Herausgeber der deutschsprachigen Wochenzeitung "Der Leuchtturm" in Pottsville (Pennsylvania), 1850 - 1859 Farmer bei Kalamazoo/Michigan, 1859-60 Rechtsanwalt in Chicago. 1860-62 Redakteur, 1862 - 67 Mitbesitzer und Chefredakteur der deutschsprachigen "Illinois Staatszeitung" in Chicago. 1869 Zurück nach Deutschland, 1872 - 76 amerikanischer Konsul in Dresden. 1876 zurück nach Chicago. 

Brickel, August 
Geboren: 
Gestorben: 
In Deutschland: 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: War an der badischen Revolution beteiligt. 
Ausgewandert: flüchtete 
In den USA: 
Im Bürgerkrieg: August Brickel organisierte in Buffalo / New York eine Artilleriebatterie. Mit dieser diente er den gesamten Bürgerkrieg.

Büchel, August
Geboren:
Gestorben: 9.4.1864 in der Schlacht von Pleasant Hill
Ein kampferprobter Abenteurer aus Hessen-Darmstadt, der bereits in der französischen Fremdenlegion, in der spanischen Armee und in türkischen Diensten Soldat gewesen war.
Er wanderte 1845 nach Texas aus und hatte am Krieg gegen Mexiko teilgenommen.

Buschbeck, Adolf
Geboren: Kolenz
Gestorben:
Der preußische Offizier war 1833 nach Amerika ausgewandert. Er war einer der bedeutendsten deutschen Frontoffiziere und nahm an fast sämtlichen Entscheidungsschlachten teil. Als Kommandant einer Brigade focht er bei Gettysburg und zog mit seiner Einheit als Teil des 20.Korps mit Sherman durch Georgia.
Colonel des 27.Pennsylvania Regiment

Dengler, Adolph 
Geboren: 
Gestorben: 22.05.1863 vor Vicksburg 
In Deutschland: Adolph Dengler war im Badischen Mützenmacher. 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Adolph Dengler verteidigte 1848 Freiburg gegen badische Truppen. 
Ausgewandert: 
In den USA: War 1852 Streikführer in New York. Dengler wurde Farmer in Belleville / Illinois. 
Im Bürgerkrieg: Im April 1861 stellt Adolph Dengler in Belleville eine deutsche Kompanie auf und führt diese nach St. Louis. Mit seiner Kompanie schloß er sich dem 3. Missouri Regiment an, dessen Colonel er später werden sollte. Er kämpfte unter anderem bei Carthage, Wilsons Creek, Pea Ridge und Vicksburg. 

Dettweiler, Herman Ignatz
Geboren: 31.07.1825 in Riegel. 
Gestorben: 11.09.1878 Louisville. 
In Deutschland: Soldat in einem Dragonerregiment 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Er schlug sich auf die Seite der Revolutionäre und war an etlichen Schlachten beteilligt. Nach der Schlacht bei Waghäusel mußte er fliehen. 
Ausgewandert: floh über Frankreich 
In den USA: Er wurde in Louisville Kentucky gewählter Polizist. 
Im Bürgerkrieg: Am 09. September 1861 schrieb er sich in Jeffersonville Indiana in die Listen des 6. Kentucky Regimentes ein, er mußte hierzu den Ohio überqueren da Kentucky zu diesem Zeitpunkt neutral war. Wurde 1st Lieutenant (Oberleutnant) der Kompanie C. Er wurde nach einiger Zeit zum Captain befördert. In der Schlacht bei Shiloh im April 1862 wurde Herman Dettweiler verwundet. Infolge seiner Verwundung schied er am 26.12.1862 aus dem Militärdienst aus. 

Dietrich, Heinrich
Geboren: 1832 
Gestorben: 
In Deutschland: 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Heinrich Dietrich kämpfte während der Revolution mit 15 Jahren auf den Barrikaden in Hessen - Kassel. 
Ausgewandert: 
In den USA: 
Im Bürgerkrieg: Heinrich Dietrich trat in das 39. New York Regiment die "Garibaldi Guard" ein. Er wurde Captain und Kompaniechef. In der Schlacht bei Gettysburg hat er sich besonders hervorgetan. 

von Egloffstein
Colonel des 103. New York Regiments

Engelmann, Adolph 
Geboren: 11.02.1822 in Imsbach /Bayern 
Gestorben: 05.10.1890 in Shiloh / Illinois 
In Deutschland: Adolph Engelmann war eines von 9 Kindern. Er wanderte sehr früh mit seinen Eltern und Geschwistern in die USA aus. 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Adolph Engelmann reiste, nachdem er von den Erhebungen in Deutschland vernommen hatte, auf eigene Kosten nach Deutschland um sich den Patrioten in Schleswig Holstein anzuschließen. Als er jedoch ankam war die Revolution schon gescheitert. 
Ausgewandert: ? mit seinen Eltern, 1848 nach Deutschland und anschließend wieder in die USA zurück 
In den USA: Adolph Engelmann wurde wie sein Vater Farmer in Belleville/Illinois, 1846 nahm er am amerikanisch - mexikanischen Krieg teil und wurde schwer verwundet.
Im Bürgerkrieg: Bei Beginn des Bürgerkrieges war er an der Aufstellung des 43. Illinois Regimentes beteiligt und wurde dessen Lieutenant Colonel. Nachdem der erste Colonel Julius Raith bei Shiloh gefallen war, übernahm er das Kommando über das Regiment. Er kämpfte vor Vicksburg und war während des Red River Feldzugs Brigadekommandeur unter Friedrich Salomon. 

Fiala, Johann T. 
Geboren: 
Gestorben: 
In Deutschland: Offizier in Süddeutschland 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: 
Ausgewandert: 
In den USA: 
Im Bürgerkrieg: Johann T. Fiala war zu Beginn des Bürgerkrieges Lieutenant Colonel im 1. Bataillon des 2.Missouri Reserve Infantry Regiment. Wurde zum Colonel befördert und Chef der topographischen Abteilung in General Fremonts Stab 1861. 

Fröbel, Carl Ferdinand Julius 
Geboren: 16.07.1805 in Griesheim 
Gestorben: 06.11.1893 in der Schweiz 
In Deutschland: Studium der Geographie und Mineralogie in München, Jena, Berlin, Ab 1836 bis 1841 Professor in Zürich danach Verleger und Redakteur. Ab 1845 in Dresden. 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Mitglied der Deutschen Nationalversammlung. Zusammen mit Robert Blum Teilnahme an den Barrikadenkämpfen in Wien. Im Gegensatz zu diesem wurde er aber begnadigt. Zivilkommissär der badischen Revolutionsregierung, versuchte noch in das belagerte Rastatt zu kommen. 
Ausgewandert: flüchtete im Juli 1849 in die Schweiz, dann zusammen mit Ludwig Bamberger nach Hamburg. Er wich dann auf das britische Helgoland aus und ging von da aus nach Liverpool und verließ 5 Tage später Europa in Richtung Nordamerika. Passagierliste 
In den USA: Beteiligung an verschiedenen scheiternden Projekten. Reisen durch Nord- und Mittelamerika. 1854 Mitbegründer des deutschsprachigen "San Francisco Journal". Engagierte sich im Wahlkampf für die Republikaner. Kehrte 1857 den USA den Rücken. 

von Gellmann
Colonel des 54. New York Regiments

Gerber
Colonel des 24.Indiana-Regiment, er fiel in der Schlacht von Shiloh.

Gerhardt, Joseph 
Geboren: 25.05.1817 in Bonn 
Gestorben: 19.08.1881 in Washington 
In Deutschland: Gerhardt besuchte in Bonn das Gymnasium und nach seinem Abschluß die Universität in Bonn. 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Bei Ausbruch der Revolution schloß sich Gerhardt den Freischaren an. Er brachte es schnell zum Bataillonskommandeur. Er befand sich in Rastatt, als dieses eingeschlossen wurde, konnte jedoch der Gefangennahme entgehen und in die Schweiz flüchten.
Ausgewandert: über die Schweiz ( und vermutlich Frankreich) 
In den USA: 1851 kam Joseph Gerhardt nach Washington. Dort betrieb er ein Restaurant. Er besserten seinen Verdienst dadurch auf, daß er in Konzerten und beim Theater als Violinist mitwirkte. Er brachte es zum Besitzer des Germania Hotels in Washington 
Zeitweilig soll er Angestellter beim amerikanischen Innenministerium gewesen sein. 
Im Bürgerkrieg: Bei Ausbruch des Bürgerkrieges gründete er in Washington eine Turnerkompanie und wurde deren Captain. 
Trat als Major in das 46.New York Regiment ein und wurde bald dessen Colonel. Am 13.März 1865 erhielt er den Brevet Rang eines Brigadegenerals. 
General Gerhardt soll sich im Krieg eine Malariainfektion zugezogen haben, welche ihn seitdem immer wieder heimsuchte und letztendlich ein Grund seines Ablebens gewesen sein soll. 
 

Gilsa, Leopold von 
Geboren: 
Gestorben: 
In Deutschland: Gilsa war preußischer Offizier. 
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Leopold von Gilsa schloß sich dem Freiheitskampf der Patrioten, in Schleswig Holstein, gegen die Dänen an und war nach dessen Scheitern zur Flucht gezwungen. 
Ausgewandert: flüchtete Anfang der 50er Jahre in die USA 
In den USA: In New York angekommen mußte von Gilsa sich längere Zeit durch Gesangsvorträge und durch Klavierspielen in Salons und Bars über Wasser halten. 
Im Bürgerkrieg: Im Bürgerkrieg wurde er bei der Aufstellung des "De Kalb" Regiments, des 41. New Yorker Freiwilligen Regiments, dessen Colonel. Er kämpfte mit seinem Regiment bei Cross Keys. In der zweiten Schlacht am Bull Run wurde er Franz Sigels Stabschef. Er kämpfte mit seinem Regiment in den Schlachten bei Chancellorsville und Gettysburg . Im Frühjahr 1863 übernahm er das Kommando über eine Brigade. 1864 begab er sich mit dem 41. New York zurück nach New York, wo er ausgemustert wurde. 
1864/65 versuchte er noch einmal ein Regiment in New York aufzustellen, dieses kam jedoch nicht mehr zum Einsatz. 

Greusel
Colonel

Jacobs
Colonel des 26.Infanterie-Regiments aus Wisconsin, welches 1862 von Gouverneur Salonon geschaffen wurde, welches zu 100% deutschstämmig war.

Kautz, August Valentine (1828 - 1895)
geb. 1828 in Ispringen/Baden, gest. 1895.
Kautz absolivierte die Militärakademie in West Point 1852 und diente während des Mexiko-Krieges in der amerikanischen Armee. Im Bürgerkrieg kämpfte er als Brigadegeneral in der US-Kavallerie. Nach Kriegsende blieb er bei der Armee, schrieb ein Buch mit dem Titel "The Company Clerk" und war an der Verfolgung Geronimos beteiligt.

von Knobelsdorf
Colonel

Koltes, Johann A.
Geboren: Trier
Gestorben:
Colonel des 73.Pennsylvania Regiment war bereits mit 17 Jahren nach Amerika gekommen und hatte im Krig gegen Mexiko gedient. Er fiel in der zweiten Schlacht am Bull Run beim Sturm auf eine konföderierte Artilleriestellung.

Laiboldt
Colonel Laiboldt stellt eine deutsche Brigade zusammen, welche sich aus der 2. und 15Missouri-Infantrie und der 44. und 27. Illinois-Infanterie, sowie der Missouri-Artillerie zusammensetzt. Die Brigade stand im Korps von General Sheridan und kämpfte bei Stone River, Chickamauga und Chattanooga. 

Mahler, Franz
Geboren:
Gestorben: 7.1863
Der ehemalige Revolutionsführer von 1848 war wie Blenker nach Amerika geflüchtet, wo er bei Ausbruch des Bürgerkrieges zusammen mit Heinrich Bohlen ein deutsches Regiment organisierte. Nach seiner Abkommandierung zur deutschen Division Blenker, übernahm er das Kommando des 75.Pennsylvania-Regiments, während Bohlen Brigadegeneral wurde. Mahler zeichnete sich mehrfach im Fronteinsatz aus und wurde am ersten Tag der Schlacht von Gettysburg, am 1.7.1863, bei einer Attacke vom Pferd geschossen, so dass er wenige Tage später starb 

Meyer, August
der 107.Ohio Infanterie (fast die gesamte Mannschaft war deutschstämmig)

Neustädter, Johann Albert 
Geboren:  12. Juli 1821 in Trier in der Vorstadt St. Paulin
Gestorben:  1885 in St. Louis/Missouri
In Deutschland: Sein Vater Johann Neustädter stammte aus Neustadt und war Feuerwerker. Seine Mutter Margarethe Zock kam aus einer bekannten Trierer Gärtnerfamilie. Von 1840-46 war Neustädter beim preußischen Milität in Trier, wo er zum Artillerieunteroffizier ausgebildet worden war. Nach der Militärzeit fand er Anstellung als Schreiber in der Kreisstadt Wittlich, wo sich 1848 ein reger demokratischer Verein konstituierte. So geriet er in die revolutionären Ereignisse des Mosellandes.   
Beteiligung an der Revolution 1848/49: Neustädter schloß sich der Revolution in Baden an. er befand sich in der Festung Rastatt als diese kapitulierte, konnte jedoch gemeinsam mit Karl Schurz entkommen.  Karl Schurz hat in seinen Memoiren die abenteuerliche Flucht mit Neustädter aus Rastatt ausführlich beschrieben. Bevor Neustädter 1851 nach Amerika ging, war er in Bern Privatsekretär des Naturforschers Karl Vogt (1817-1895), der in der Frankfurter Nationalversammlung gesessen hatte.
Ausgewandert: 1851 
In den USA: In St. Louis wurde Neustädter Vertriebsleiter des "Anzeigers des Westens".  Johann Albert Neustädter hatte sich in Amerika verheiratet und lebte noch 1880 in St. Louis. Sein Sohn Arthur verh. mit Lillian Begole und deren Nachkommen machten sich einen Namen als Mineningenieure, Metallurgen und Geologen.
Im Bürgerkrieg: Im April 1861 meldete er sich freiwillig. Gemeinsam mit Franz Backhoff stellte er in Missouri eine Batterie auf. Später im Bürgerkrieg hatte er seine eigene Batterie. Literatur: Heinz Schmitt: Johann Neustädter - Aus dem Leben eines Wittlicher "Achtundvierzigers", in: Jb. Krs. Bernkastel-Wittlich 2000, S. 381-385. Vielen Dank an Heinz Schmitt für den freundlichen Hinweis!

Osterhaus, Peter Joseph (1823 - 1917)
geb. 1823 in Koblenz, gest. 1917.
Nach seiner militärischen Ausbildung in Berlin emigrierte Osterhaus nach der Revolution 1848/49 in die USA und diente als Major General in der Armee der Union. Nach dem Krieg war er US-Konsul in Frankreich.

Raith
Colonel

Reichard, August
Geboren:
Gestorben:
Der ehemalige Hannoveraner Offizier war bei Kriegsausbruch preußischer Konsul in New Orleans. Er gründetet ein deutsches Bataillon und verließ nach der Niederlage des Südens Amerika. Er kehrte nie zurück. Der Untergang dessen, was heute gern als der "alte Süden" charakterisiert wird, war für ihn, wie auch für viele andere, die für die Konföderation gestritten hatten, eine zu bittere Erfahrung, so dass sie dem Land, in dem ihre Träume verlorengegangen waren, den Rücken kehrten. 

Prinz Felix Salm-Salm
Eine besonders farbenprächtige Gestalt war Prinz Felix Salm-Salm, der wegen zahlreicher Frauenaffären und anderer persönlicher Schwierigkeiten die Heimat verlassen mußte. Er wurde Colonel des 8. und später des 68. New Yorker Infanterie-Regiments. Schließlich wurde er zum Brigadegeneral ernannt und führte ein Truppenkontingent während General Shermans Marsch durch Georgia.

von Schack,
Colonel der "Steuben-Schützen" 

Scheibert, Justus
Preußischer Kriegsbeoachter der auch zeitweise auf Seiten des Südens am Krieg teilgenommen hatte.

Schimmelpfennig (1824 - 1865)
geb. 1824 in Litauen, gest. 1865 in Charleston, S.C.
Schimmelpfennig war preußischer Offizier, der nach der Revolution 1848/49 in die Vereinigten Staaten auswanderte. Vor dem Bürgerkrieg arbeitete er als Journalist. Während des Krieges diente er als Brigadegeneral in der US-Armee und wird in Gettyburg verwundet. Er stirbt 1865 an Tuberkulose. Colonel 74.Pennsylvannia Regiment

von Schrader
General

Schurz, Carl (2.3.1829 - 14.5.1906)
1877 Innenminister der USA.
 geb. 2.3.1829 in Liblar bei Köln, gest. 14.5.1906 in New York.
Wegen seiner Beteiligung an der deutschen Revolution 1948/49 floh er über Frankreich und Großbritannien in die Vereinigten Staaten, wo er 1852 ankam. 1856 in Wisconsin beheimatet, half er dort die Republikanische Partei aufzubauen und war 1858 Anhänger des späteren Präsidenten Abraham Lincoln. Zu dieser Zeit arbeitete er als Rechtsanwalt in Milwaukee. 1861 wurde er von Lincoln als Gesandter nach Spanien geschickt, von wo er 1862 in die USA zurückkehrte. Schurz diente als Brigadegeneral in der Unionsarmee. 1863 wurde er zum Generalmajor befördert. Nach dem Krieg arbeitete er von 1865 bis 1869 als Journalist, als Gegner Präsident Grants wurde er 1869 bis 1875 Senatsmitglied. Präsident Hayes berief ihn 1877 als Innenminnister in sein Kabinett. Dort reformierte er die Indianerpolitik der Regierung und blieb auf diesem Posten bis 1881. In seinen späteren Jahren arbeitete er wieder als Journalist und kehrte der Republikanischen Partei aus Protest gegen den Spanisch-amerikanischen Krieg den Rücken.

Franz Sigel (1824 - 1902).
geb. 1824 in Sinsheim/Baden, gest. 1902.
Absolvent der Militärakademie in Karlsruhe. Ehemaliger Leutnant im 4.Badischen-Infanterieregiment der badischen Armee und 1848 Kriegsminister der badischen Revolutionäre, emigrierte 1852 in die USA, nachdem er an der Revolutionsbewegung 1848/49 teilgenommen hatte. Er diente während des Bürgerkrieges 1861 bis 1865 als Divisionskommandeur in der Armee der Nordstaaten. Nach dem Krieg arbeitete Sigel als Redakteur des deutschsprachigen "Baltimore Wecker".

Adolph Wilhelm von Steinwehr (1822 - 1877)
Geboren: 1822 in Blankenburg, gest. 1877
Der ehemalige preußische Offizier von Steinwehr kam 1847 nach Amerika wird Farmer und nahm unmittelbar am Krieg gegen Mexiko teil. Anschließend war er an der topographischen Vermessung des amerikanischen Westens beteiligt. "Astor-Schützen" unter Colonel von Steinwehr. Zunächst im Stab von Blenkers, kommandierte der ehemalige preußische Offizier als Brigadegeneral am Ende des Krieges selbst eine Division der US-Armee. In der Schlacht von Gettysburg und anderen bedeutenden Kämpfen spielte er eine hervorragende Rolle. Nach dem Krieg wird er Dozent für Geographie in Yale. Er beendete sein Leben als Autor von geographischen und militärischen Schriften. 

Wagener, Johann A.
Geboren: 23.7.1816 in Sievern bei Hannover
Gestorben:1876 in der Kolonie Walhalla/South-Carolina
 
 

Wangelin,
unter General Wangelin wurde in Missouri eine deutsche Brigade geschaffen

Max Weber
"Turner-Regiment"

Weitzel,
General

Willich, August (1810 - 1878)
Colonel Willich hob das 32.Indian-Regiment unter den in jenem Staate siedelnden Deutschen aus und machte es zu einem der bekanntesten und angesehensten Regimenter des Krieges.

Zahm,
General

von Zinken, Leo Toll
Geboren:
Gestorben: verschollen, vermutlich 1863 gefallen
 
 
 

Namensindex

Heinrich Almstedt - von Amsberg (US) - Albert Anselm - Franz Backhoff - Ballier (US) - John E. Bendix (US) - Francis P. Blair - Constantin Blandowski - Ludwig Blenker (US) - von Blessing (US) - Heinrich Bohlen (US) - Heros von Borcke (CS) - Heinrich Börnstein - August Büchel (CS) - Frank Buell - Buschbeck (US) - Adolph Dengler - Dickel (US) - Julius Dieckmann - Dilger (US) - von Egloffstein (US) - Max Einstein - Adolph Engelmann -  John T. Fiala - von Gellmann (US) - Gerber (US) - Leopold von Gilsa (US) - Greusel (US) - Emil Haas - Hamm - Adam von Hammer - Arthur Hecker - Friedrich Hecker (US) - Dr. Johann Hohlfeld - Jacob (US) - Wilhelm Jackson - Claibourne Fox Jackson - Kautz (US) - Kleefisch (US) - von Knobelsdorf (US) - Johann A. Koltes (US) - Kozlay (US) - Gustav Körner - Kryzanowski (US) - Laiboldt (US) - Robert Leussler - Nathaniel Lyon - Johann Albert Neustädter - Franz Mahler (US) - August Meyer (US) - Muhleck - Peter Joseph Osterhaus - Raith (US) - August Reichard (CS) - Robert J. Rombauer - Prinz  Felix Salm-Salm (US) - Karl Eberhard Salonon - Soest - Julius Stahel (US) - Adolph Wilhelm von Steinwehr (US) - Charles G. Stifel - Otto Schadt - Justus Scheibert (CS) - von Schimmelpfennig (US) - Ludwig Schirmer (US) - von Schrader (US) - Schwarze Jäger - Nikolaus Schüttner - Karl Schurz (US) - Franz Sigel (US) - Gustav Struve - Sturmfels (US) - Frederick George D`Utassy (US) - Max Weber (US) - Weitzel (US) - Johann A. Wagener (CS) - Wangelin (US) - Max Weber - Michael Wiedrich (US) - August Willich (US) - Frank Wutschel (US) - Zahm (US) - Leo Toll von Zinken (CS)

Ortsindex

Baden - Bremen - Cincinnati - Hessen - Illinois - Missouri - New York - St.Louis -