American Civil War Reenactor Club Lichtenfels e.V.
1st Texas Volunteers Infantry Co. L
Regimentsgeschichte

 

Company "L"    The Lone Star Rifles
Regimentstagebuch der 1st Texas Volunteers Infantry
 
 

Company "L"
The Lone Star Rifles

Die Einheit wurde 1861 in Galveston County, Texas organisiert und am 30.August 1861 für den amerikanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Südstaaten in Dienst gestellt.
Der Großteil der Männer von der 1st Texas Infantry kamen von Ost-Texas und aus Harris- und Galveston County.
Im Rahmen des 1st Texas Infantry Regiments tat die Einheit in Hood´s Texas Brigade Dienst und war während der „Schlacht der sieben Tage“ in Jackson´s Corps.
(Schlacht der sieben Tage: 25.6. bis 1.7.1862, General Lee und General Jackson schlagen den Angriff von Nordstaaten General Mc Clellans auf Richmond zurück)
Nach diesem für die Konföderation erfolgreichen Feldzug, wurde die gesamte Brigade zu Longstreet´s Corps versetzt und verblieb dort bis zum 12.April 1865, als das Regiment die Waffen streckte.
Die 1st Texas Infantry hat an allen großen Gefechten des östlichen Kriegsschauplatzes mitgewirkt, mit Ausnahme von Chancellorsville, als das Corps Longstreet an die Küsten North Carolinas und Virginias beordert wurde.
Auch im Westen trat die Einheit in Erscheinung, so insbesonders bei Chickamauga und Chattanooga im Jahre 1863, als Longstreet´s Corps nachdem westlichen Kriegsschauplatz überführt wurde.
Das meiste Aufsehen erregte die 1st Texas Infantry, als sie im September 1862 bei Antietam eine Frontlücke im Gegenangriff wieder schloß, unter Verlust von 82% der Mannschaften und der Lone-Star-Regimentsfahne.
Man kann behaupten, dass das Regiment eines der berühmtesten in der Army of Northern Virginia war und zu General Lee´s bevorzugten Einheiten gehörte, was der Name „Lee´s Grenadier Guard“ für die gesamte Texas Brigade ausdrückt.
Interessant ist die Truppe auch noch aus dem Aspekt, dass in ihr ein guter Teil deutschstämmige Texaner Dienst taten, die in den 40iger Jahren des vorigen Jahrhunderts im Rahmen des „Vereines zum Schutz deutscher Einwanderer in Texas“ oder kurz „Mainzer Adelsverein“ nach Texas auswanderten.
Diese Emigranten haben sich in Bingen/Rhein eingeschifft.
Dieser geschichtliche Bezug ist umso bedeutsamer, weil einige Zeitgenossen meinen, dass wir hier in „Good old Germany“ nichts mit dem amerikanischen Bürgerkrieg zu tun hätten.
Laut Stammrolle waren 15-20% aller Privates der 1St Texas, Company „L“ deutschstämmig gewesen und sie waren in eben den Gebieten beheimatet, die von den deutschen Emigranten Mitte der 1840er Jahre besiedelt wurden.
 
 

Auszüge aus dem
Regiments – Tagebuch

für diese Übersetzung aus mehreren englischsprachigen Texten bedanken wir uns bei unserem Schriftführer Klaus-Peter Frisch, welcher in vielen Stunden "Fleißarbeit" dieses außergewöhnliche Werk erstellt hat. 

Prolog - 1861 - 1862 - 1863 - 1864 - 1865 - Lee´s Last Farewell

P R O L O G
Das 1st Texas Infantry Regt. stellte eines der Kernstücke in Hood´s TEXAS BRIGADE dar, die von Vielen als eine der berühmtesten Infanterieeinheiten der konföderierten Armee gehalten wurde.
Die Brigade war für Gen.Lt. Robert E. Lee und seiner Army of Northern Virginia (ANV) das was einst die Alte Garde für Napoleon und die Kaiserliche Armee Frankreichs war. Die Ersten beim Vorrücken, waren die Texaner die Stoßtruppen im Gefecht und eine verlässliche Rückendeckung beim Zurückweichen.

Die Geburtsstunde der Texas Brigade schlug am 22.Oktober 1861. Durch General Order No.15  des War Department in Richmond/VA erfolgte die Aufstellung der Truppe. Im November 1861 wurde die First Texas mit der 4th und 5th Texas sowie der 3rd Arkansas Inf. zur TEXAS BRIGADE zusammengelegt. Bei Dumfries/VA, ca. 25  Meilen südlich von Washington City, trafen die Einheiten erstmals zusammen.
Damit begann für die Grenz-Texaner, die für die besten Reiter und Schützen der konföderierten Armee gehalten wurden, ihr unvergleichlicher Marsch durch die Seiten der Geschichte.
Von den geschätzten 5.350 Mann die in den drei Texas-Regimentern und dem Arkansas Inf.Regt. als Freiwillige dienten, blieben nur 617 übrig die ihre Enfield-Gewehre und von Kugeln durchlöcherten Fahnen bei der Kapitulation des Südens auf dem Felde von Appomattox/VA am 12.4.1865 an die Unionstruppen übergaben.

1861 

16. Mai 1861
Kompanien A und B werden in New Orleans/LA „für ein Jahr“ einberufen .Verladung mit der Mississippi Central Railroad nach Grand Junction/TN und weiter nach Osten über Chattanooga, Knoxville nach Richmond/VA. Die Truppen werden auf ihrem Weg begeistert empfangen.

19. Mai 1861
Einberufung der Kompanie C in New Orleans/LA „für ein Jahr“.

28. Mai 1861
Einberufung der Kompanie F in New Orleans/LA „für ein Jahr“.

1. Juni 1861 
Eintreffen der ersten Kompanien in Richmond/VA .Die 1st Texas wird unter Oberst Wigfall, Oberstlt. McLeod und Major Rainey gebildet. Erlernung der Waffenvorschriften und des Drilldienstes in den „Fair Grounds“ und Warten auf das Eintreffen der anderen Kompanien des Regiments.

6. Juni 1861
Einberufung der Kompanien D und E in New Orleans/LA  „für ein Jahr“.

21. Juni 1861
Verlegung der 1st Texas Inf. von Richmond nach Dumfries/VA.

23. Juni 1861
Einberufung der Kompanie G in Palestine/TX  „für den Krieg“.

24. Juni 1861
Einberufung der Kompanien H und I in New Orleans  „für den Krieg“.

21 .Juli 1861
Eilige Verladung bei strömenden Regen in Güterwaggons der Richmond & Fredricksville Railroad. Es hatte den ganzen Tag wie aus Eimern geschüttet als die Fahrt bei Dunkelheit in nördlicher Richtung angetreten wird. Je eine Lok befindet sich am Anfang und Ende des langen Zuges in dem sich etwa 1.300 Mann befinden. Gegen 21:00 stürzt der Zug in einen vom Regen ausgewaschenen Abzugsgraben. Eine schreckliche Zerstörung ist die Folge .Etwa 40 junge Männer werden getötet oder verkrüppelt und ein halbes Dutzend Waggons im brennenden Wald zermalmt.
 

22. Juli 1861
Nachdem die Toten begraben und die Verletzten versorgt sind wird der Transport fortgesetzt.
Das Regiment erreicht Manassas Junction (Eisenbahnknotenpunkt) gegen Morgen und überquert das Schlachtfeld um gegenüber dem Bull Run Creek zu kampieren. Die blutigen Zeichen des Krieges sind unübersehbar. Die Schreie der Verwundeten sind ebenso zu hören wie das Geschrei der Sieger.

23.-30.Juli1861
Verfolgung fliehender Truppenteile der Unionsarmee.

31. Juli 1861
Rückkehr nach Dumfries/VA.

30. August 1861
EINBERUFUNG DER KOMPANIE L UND INDIENSTSTELLUNG „FÜR DEN KRIEG“ NAHE MANASSAS/VA.

11. Oktober 1861
Einberufung der Kompanie K in der Nähe von Richmond „für den Krieg“.

25. Oktober 1861
Die 1st, 4th and 5th Texas Inf. werden per General Order No. 15  zusammengelegt. Am gleichen Tag wird Brig.General L.T. Wigfall  Kommandeur  des 2.Korps  5.Brigade/ Potomac District unter dem Kommando von General Joseph E. Johnston. Wigfalls´s Brigade setzt sich aus den drei Texas Regimentern und einem Louisiana Regiment mit unbekannter Bezeichnung zusammen.

4. November 1861 
Oberstlt. Hugh McLeod wird Regimentskommandeur, ein Veteran des texanischen Unabhängigkeitskampfes und Kommandeur der Santa Fe – Expedition 1841.

7. November 1861
Regiment bezieht Stellung an der Potomac-Verteidigungslinie.

12. November 1861
In der Nacht brechen die 4th und 5th Texas Inf. hastig zu einem Marsch nach Dumfries/VA auf. Brig.Gen. Wigfall bittet dringend um Unterstützung weil größere Unionstruppenteile vermutlich über den Potomac übergesetzt und sich am Occoquan Creek verschanzt hätten.
Der Marsch findet in einer mondlosen Nacht über verschlammte Wege statt.

13. November 1861
Die erschöpften Truppen treffen in Dumfries ein nur um zu erfahren, dass  Wigfall aus Nervosität falschen Alarm ausgelöst hatte. Unmittelbar darauf gibt es einen weiteren blinden Alarm .Die gesamte Brigade eilt nach Norden zum Occoquam Creek um dort auf die nicht existierende feindliche Bedrohung zu stoßen. So lernen John B. Hood´s Männer die panikhafte Natur ihres Brigadekommandeurs kennen .Glücklicherweise hatten sie diese nicht lange zu ertragen.
 

16. November 1861
Col. Wigfall wird in die Legislative von Texas gewählt um den Lone Star State im konföderierten Senat zu vertreten.

17. November 1861
Die 1st Texas Inf. bezieht Winterquartier in Camp Quantico am gleichnamigen Flüsschen. Die Verpflegung ist knapp.

18. November 1861
Die 18th Georgia Inf. unter Oberst William T. Wofford  kommt hinzu. Die Georgier errichten ihr Camp Fisher nahe dem Potomac. 

Leben im Winterquartier
Dezember 1861

Als das Jahr 1861 in seinen letzten Monat geht, nimmt die Texas-Brigade einen routinemäßigen Patrouillendienst entlang des Potomac auf und beginnt mit dem Bau von Befestigungsanlagen. Verpflegung wird von der ansässigen Bevölkerung beschafft, Quartiere gebaut und man richtet sich für das winterliche Campleben ein. Die Brigade ist für die Bewachung des virginiaseitigen Ufers des Potomac verantwortlich, einem Landstrich von ca. 15 Km Breite der sich vom Occoquan bis zum Quantico Creek erstreckt.
Die blinden Alarme wegen vermeintlicher Invasionsversuche der Union durch den nervösen Wigfall setzen sich fort. Sein Urteilsvermögen war in solchen Fällen oft von seiner Vorliebe für harte Getränke getrübt. Joseph B. Polley von der 4th Texas schreibt, das „Wigfall`s Denkvermögen zu oft von heftigen Zechereien überschattet ist um glaubhaft zu sein.“ Mitte des Winters beginnen die Obersten Hood und Archer damit die vom Hauptquartier kommenden Fehlalarme zu ignorieren.
Das bevorstehende rauhe Winterwetter zwingt die Brigade dazu, das umliegende Gebiet nach geeignetem Baumaterial abzusuchen um brauchbare Quartiere herstellen zu können. Blockhütten sind beliebt, ebenso Bretterhütten deren Holz einfach von bewohnten wie unbewohnten Gebäuden in der Umgebung abmontiert wird. 
Ein Mr.Dunning aus Dumfries beklagt sich bei den konföderierten Behörden, dass sein gesamtes Haus in das er gerade einziehen wollte mit Ausnahme der gemauerten Schornsteine abgebaut sei, ebenso Zäune und die Unterkünfte der Bediensteten  und er vor dem Nichts stünde. Kein Feind habe je solche Zerstörung verursacht.
Wegen schlechten Wetters können nur wenige größere Formationsübungen durchgeführt werden. Die Truppen beschäftigen sich hauptsächlich mit Kochen, Essen, Schlafen, Wachtdienst und Aufrechterhaltung der Ordnung im Camp Quantico. Die Zeit wird mit Kartenspielen, dem Austausch von Neuigkeiten und dem Besuch von Freunden und Verwandten in den nahe gelegenen Regimentern verbracht. Im Camp existiert auch das „Lone Star Theater“, bestehend aus Berufs- und Laienschauspielern, Musikern und Sängern die ihr Können in ein Blasorchester, einen Chor und eine Schauspieltruppe einbringen. Trotz dieser Zerstreuungen leiden die Truppen unter einiger Mühsal. Man hat die Monotonie des Lebens an einem Fleck und das schmerzliche Fehlen weiblicher Gesellschaft zu ertragen.

1862 

Januar 1862
Außer den täglichen Routineabläufen des Lagerlebens bringt der erste Monat des Jahres für die Texas-Brigade nur wenig Abwechslung. Den größten Teil des ersten Kriegswinters 1861/62 ist die Brigade, ebenso wie die gesamte Armee, praktisch ohne Bewegung aufgrund der schlimmen Krankheiten welche die Camps durchziehen.
J.B. Polley von der 4th Texas berichtet, dass sein Regiment ebenso wie die 5th Texas besonders hart betroffen ist. Die hauptsächlichen Leiden sind Masern, Rheumatismus, Durchfall und Flecktyphus.
J.M. Polk von der 4th Texas berichtet, „unsere Verluste im ersten Kriegswinter waren sehr hart. Ich erkrankte an Masern, erlitt einen Rückschlag und es entwickelte sich eine Lungenentzündung. Sechs Wochen war mein Schicksal ungewiss. Zehn oder zwölf Tage konnte ich keinen Bissen essen. Mrs.Oliver, eine Bürgerin Richmonds, ließ mich in ihr Haus bringen und durch ihre intensive Pflege brachte sie mich schließlich durch.“ Viele Angehörige der Brigade gehen in diesen Wintermonaten durch Krankheiten verloren ehe sie auch nur einen einzigen Schuss abgegeben hatten.
In den Wintertagen des Januar schickt die Brigade häufig Scouts zu Aufklärungszwecken über den Occoquan Creek.

2. Januar 1862
Oberstlt. Rainey wird Oberst nachdem McLeod an Lungenentzündung verstarb.

20. Februar 1862
Brigadegeneral Wigfall legt sein Kommando nieder und zieht sich auf seinen bürgerlichen Besitz in Richmond zurück. 

28. Februar 1862
Ein Trupp von zehn Scouts der 1st und 5th Texas Inf. ist in einem verlassenen Haus bei Pohick Run von einer größeren Einheit Unionstruppen umzingelt. Der Unionsbefehlshaber, Lt.Col. Burk von der 37th New York Inf., fordert sie zur  Übergabe auf. Nach einem kurzen Feuergefecht schreit plötzlich einer der Texaner aus dem oberen Stockwerk: „Hurra Jungs, Wade Hampton kommt, ich höre ihn auf der Brücke !“ Die Nordstaatler fallen auf die Kriegslist herein und räumen augenblicklich die Szene unter Zurücklassung ihrer Gefallenen. Hampton, ein Truppenführer der Konföderierten, war natürlich nirgendwo zu erblicken. In diesem Gefecht fällt James Spratling von der E – Kompanie, der erste Gefallene der Texas-Brigade.

2. März 1862
General Joseph E. Johnston, Kommandeur  des Nord - Virginia Abschnitts, befiehlt allen Einheiten entlang des Potomac die Stellungen zu verlassen und in südlicher Richtung auf Fredricksburg zu marschieren.

5. März 1862
Je zwanzig Mann von jedem Texas – Regiment werden den Occoquan hinaufgeschickt um als Rückendeckung für Wade Hamptons South Carolina Legion zu fungieren.

8. März 1862
Die Brigade bewegt sich auf die Rappahannock Verteidigungslinie in Virginia zu. Oberst Hood wird Brigadegeneral. Archer tritt sein früheres Kommando als Oberst der 5th Texas an. Die Brigade verlässt widerwillig ihr Camp bei Dumfries und marschiert gen Süden. Die Soldaten tragen nur das Allernotwendigste bei sich. Die Unionstruppen sollen glauben, dass Camp Quantico noch bewohnt sei.

9. März 1862
Nachdem schon am Vortag acht Meilen marschiert wurden, werden weitere acht Meilen des „Schlamm – Marsches“ zurückgelegt.

10. März 1862
Ein größerer Stoßtrupp wird zusammengestellt. Die 48-köpfige Truppe soll nach Dumfries zurückkehren, Unionstruppen außer Gefecht setzen und soviel wie möglich von dem zurückgelassenen Eigentum mitbringen. 

20. März 1862
Das ausgesandte Kommandounternehmen kehrt mit vielen Gefangenen und einem Großteil der zurückgelassenen Ausrüstung zurück. Die Quartiere, die der Brigade im Winter Schutz geboten hatten, wurden verbrannt.

2. April 1862
Unionstruppen versuchen einen konföderierten Stoßtrupp gefangen zu nehmen. Die  gesamte Brigade wird mobilisiert aber die Nordstaatler ziehen sich schon vor Feindberührung zurück.

3. April 1862
Das Regiment spielt „Blinde Kuh“ mit der Exelsior–Brigade aus New York. Es ist die gleiche Einheit, die Wochen zuvor schon mit den Texas Scouts bei Pohick Run aneinander geraten war.

4. April 1862
Die Brigade rückt zu einem nächtlichen Gewaltmarsch aus um eine Yankee–Brigade, die den Potomac überquert hatte, zurückzuwerfen. Diese hatte aber bereits wieder den Rückzug angetreten bevor Hood`s Truppen eingreifen können. Die Nacht wird auf einem dem Wetter ausgesetzten Hügel im Schneesturm verbracht.

7. April 1862
Das Regiment zieht sich vom Rappahannock zurück und beginnt nach Yorktown zu marschieren. Die Brigade läuft durch Graupelschauer, Schnee und Regen bis Milford Station an der Bahnlinie bei Fredricksburg. Ohne Wolldecken und Geräte um Feuerstellen errichten zu können, verbringen die Truppen einen miserablen Tag, durchnässt und bis auf die Knochen durchfroren. Hood selbst bemerkt, “ das ist das schlimmste Wetter das er je auf einem Marsch erlebt habe.“ Als die Soldaten einen breiten, hüfttiefen Bach erreichen, warten sie bis ihr Befehlshaber erscheint um seine Orders zu geben. Der neu ernannte Brigadekommandeur steigt sofort vom Pferd, springt in den Bach und ermuntert seine Männer ihm zu folgen. Das wird sofort ohne Zögern getan. 

8. April 1862
Ankunft in Milford (Fredricksburg) und Verladung auf die Richmond, Fredricksburg & Potomac RR für eine 21 – Meilen Fahrt nach Ashland.

10. April 1862
Ankunft in Ashland. Hier legt die Brigade eine Ruhepause ein. Exerzierübungen und Reinigen der Ausrüstung.

19. April 1862
Ankunft in der Nähe von Yorktown nach einer gemächlichen Fahrt ohne Zwischenfälle.
Hood´s Truppen sind des Marschierens, Exerzierens und Nichtstuns müde. Die Brigade ist guten Mutes und begierig nach einem Kampf – voller Vertrauen, den Feind schlagen zu können. An die Truppe ergeht der Befehl, Scharfschützen bereitzustellen um Unions-Scouts und Späher in Schach zu halten die direkt vor den konföderierten Stellungen auftauchen. Diese lernen schnell die Effektivität von Enfield – Gewehren in den Händen der Texaner und Georgier kennen und stellen alsbald ihre Kundschaftertätigkeiten ein. 

26. April 1862
Verbleib in den Verteidigungsstellungen westlich Yorktown und Störangriffe gegen Unionstruppen welche die Stadt belagern.

3. Mai 1862
General Johnston weist die konföderierten Truppen an, sich von Yorktown zurückzuziehen und gegen Richmond zu marschieren. Die Texas-Brigade wird zur Rückendeckung beordert. Johnston´s beabsichtigte Überraschungsbewegung wird jedoch durch plündernde Konföderationskavallerie zunichte gemacht die verborgene Minen unbeabsichtigt zur Detonation bringt und ein großes Feuer in der Stadt auslösen.

4. Mai 1862
Die Texas-Brigade säubert das brennende Yorktown am Morgen von restlichen Feindkräften und dient als Nachhut für die Hauptstreitmacht die bereits am Vortag abgezogen ist. Gegen 10:00 werden die eigenen Truppen bei Williamsburg erreicht. Vier Meilen nordöstlich der Stadt wird an der Straße nach Barnhamsville ein Camp bezogen. Wolkenbruchartige Regenfälle haben die Straßen fast unpassierbar gemacht.

5. Mai 1862
Einberufung der Kompanie M in Sumter/TX. Whiting´s Division marschiert nordwestlich durch das Dörfchen Burnt Ordinary auf ELTHAM´S LANDING (West Point) am Pamunkey River zu. Whiting hatte den Befehl die Landung einer großen amphibischen Streitmacht unter Unionsgeneral William B. Franklin zu vereiteln die sich entlang des Pamunkey bewegt. Nach einem erschöpfenden 14-Meilen Marsch durch Regen und Schlamm beziehen Whiting´s Männer Biwak nahe Eltham´s Landing.

6. Mai 1862
Schwere Regenfälle. Whiting´s Division bleibt im Biwak in Erwartung der langsam folgenden Versorgungswagen. Die Truppenführung erlaubt den Soldaten in der Umgebung nach Verpflegung zu suchen wovon Hood´s Männer in einem nahe gelegenen Speicher ausgiebig Gebrauch machen. Indessen schickt General Whiting Scouts und Späher aus um Franklins Standort und Truppenstärke zu erkunden. Es wird gemeldet, das dieser Infanterie und Artillerie in der Umgebung von Eltham´s Landing vorrücken lässt. In dieser Nacht Feindkontakt zwischen Scouts und Feldwachen.

7. Mai 1862
Die Yankees werden angegriffen und in den Fluss zurückgetrieben. Whiting´s Division deckt als letzte Einheit den Abmarsch der gesamten Südstaaten – Armee. Hood und Hampton werden angewiesen, ihre Brigaden in die Biwaks nördlich von Barnhamsville zu führen und dort zu verbleiben. Lt.Col.Harvey H. Black wird tödlich verwundet.

8. Mai 1862
Zwei Stunden vor Morgengrauen wird der Marsch auf Richmond fortgesetzt. Während des langsamen Rückzuges sehen sich die Texaner der Vorhut der Unionstruppen gegenüber und halten diese auf Distanz. Der Schlamm ist auf dem Rückzug derart tief, dass die Männer ihn wie Seefahrer ausloten können. Die Marschkolonne entlang erklingen Rufe wie „ knöcheltief, knietief, hüfttief“ usw.

9. Mai 1862
Die Armee wird gegen Mittag überholt und die Long Bridge über den Chickahominy River am Nachmittag erreicht. Die Brigade setzt als letzte konföderierte Einheit über den Chickahominy und bezieht gegen 22:00 Biwak.

15. Mai 1862
Nachdem das Regiment aus der Hauptkampflinie herausgelöst ist, marschiert es gegen Richmond und kampiert nördlich Mechanicsville.

19. Mai 1862
Das Regiment wirbt Soldaten an und wird reorganisiert. Rainey wird Oberst, Ph. A. Work  Lt.Col. und Dale Major.

22. Mai 1862
Marsch über die Meadow Bridge, die den Chickahominy überspannt, im Rahmen einer schlecht geplanten Offensive gegen die Föderierten. Den ganzen Tag in Wäldern versteckt gehalten.

31. Mai/1. Juni 1862
Schlacht von SEVEN PINES. Das Regiment ist an beiden Tagen nicht direkt an den Kämpfen beteiligt. Es wird in Reserve gehalten und liegt unter Artilleriebeschuss. 200 Männer werden als Scharfschützen eingesetzt.

3. Juni 1862 
General Robert E. Lee reorganisiert seine Armee. Hood´s Brigade wird durch die Angliederung von Hampton´s Legion um acht Infanteriekompanien aus South Carolina verstärkt. Etwa 200 Offiziere und Mannschaften werden zum Einsatz als Spione, Scouts und Scharfschützen abkommandiert. Sie operieren unabhängig und außerhalb der Legalität. Ihre Aufgabe ist unter anderem die Erkundung von Schwachstellen in den Unionslinien.

7. Juni 1862
Die 71st Pennsylvania Infantry wird überrannt und verliert dabei 50 Leute.

11. Juni 1862
Whiting´s Division wird nach Richmond beordert als erster Schritt eines Planes „Stonewall“ Jackson im Shenandoah Tal zu verstärken. Um 5:00 in der Frühe marschiert die Brigade aus ihrem Lager und setzt über den James River zum Depot der Richmond & Danville RR wo die Nacht verbracht wird.

12. Juni 1862
Verladung in die Eisenbahnwaggons. Nach sechs Tagen und einer Fahrt von 235 Meilen sowie einer Reihe von Zugwechseln wird Staunton/VA erreicht.

18. Juni 1862
Von Staunton geht es mit der Virginia Central RR und auch zu Fuß weiter nach Fredrick Hall, 35 Meilen nordwestlich von der Hauptstadt.

20. Juni 1862
Die Truppen haben in 10 Tagen fast 400 Meilen zurückgelegt.

23. Juni 1862
Die 1st Texas Inf. marschiert von Fredrick Hall nach Ashland.

25. Juni 1862
Ankunft in Ashland/VA. Rationen und Munition empfangen.

26. Juni 1862
Gefecht in der Nähe des Totopotomy Creeks. Hood´s Brigade führt Jackson´s Armee durch Ashland auf das Dorf Cold Harbor am Chickahominy. Auf dem Marsch werden Hood´s Männer durch Scharmützel mit Unionsvorposten, durch gefällte Bäume und verbrannte Brücken behindert. Unter den Ersteren sind auch Teile eines Pennsylvania Regiments, die „bucktails (Bockschwänze)“, so benannt nach der Hirschschwanz–Imitation an ihren Feldmützen. Von Süden her ertönt Schlachtenlärm vom Kampf um Mechanicsville.

27. Juni 1862
Schlacht bei GAINE´S MILL. Feindberührung mit der 7th New Jersey Inf. Diese wird gegen 18:00 angegriffen und aus ihren Stellungen gedrängt. Oberst Rainey wird verwundet und kehrt nach Texas auf Genesungsurlaub zurück. Von dort kehrt er nie wieder zu seinem Regiment zurück. Das Kommando geht auf Lt.Col. Phillip Work über.

28. Juni 1862
Der Tag dient der Bestattung der Gefallenen und der Versorgung der Verwundeten.

1. Juli 1862
Schlacht von MALVERN HILL. Unter dem Kommando von Lt.Col. Philipp Work verlässt die Brigade das Biwak bei White Oaks Swamp und bewegt sich mit Lee´s Armee auf Malvern Hill zu wo Unions–General McClellan seine Infanterie und Artillerie massiert hat um die Versorgungsbasis der Union bei Harrison´s Landing zu sichern. Auf dem Weg dorthin stößt Whiting´s Division auf leichten Widerstand durch die Nachhut der Unionstruppen und kommt gelegentlich unter Feuer weittragender Yankee-Artillerie. Gegen 11:00 marschieren die beiden Brigaden an Lee´s äußersten linken Flanke auf um die dort massierte eigene Artillerie zu schützen. Auf der äußersten Rechten schickt Lee seine Divisionen nacheinander in selbstmörderische Attacken gegen schwer befestigte Stellungen der Unionsinfanterie auf Malvern Hill. Hood´s Front auf der anderen Seite bleibt dagegen relativ ruhig .Durch seine Scouts hat Hood Kenntnis von einer Frontlücke zu seiner Linken. Er bittet Whiting die exponierte Flanke der Union angreifen zu dürfen. Dieser verweigert die Erlaubnis und so bleiben die Texaner in ihren Stellungen. Dort liegen sie für den Rest des Tages unter Artilleriebeschuss. Hood´s Brigade erleidet 52 Verluste – 6 Gefallene, 45 Verwundete und ein Vermisster.

2. Juli 1862
Im Camp bei Malvern Hill und Harrison´s Landing. General McClellan zieht sich in den Schutz seiner Kanonenboote auf dem James River zurück. Richmond ist nicht länger bedroht.

9. Juli 1862
Marsch auf Richmond. Schwerer Regen hat die Schlachtfelder der Seven-Days-Battle  durchtränkt und viele der hastig verscharrten Toten wieder frei gespült. Der Verwesungsgestank von Mensch und Tier ist unerträglich. 

10. Juli 1862
Die Texaner schlagen bei Richmond genau an der gleichen Stelle ihre Zelte auf von der aus sie am 31. Mai nach Seven Pines abmarschiert waren .Die Ausrüstung wird instand gesetzt und das zahlreiche Beutegut von den Unionstruppen verteilt – Waffen ebenso wie Kleidung.

11. Juli 1862
Hunderte Verwundete der Texas-Brigade werden über ganz Richmond verteilt. Viele werden im Chimborazo–Hospital eingepfercht. Die sanitären Einrichtungen sind völlig unzureichend. (In diesem riesigen Hospital das aus etwa 150 einstöckigen Gebäuden bestand wurden während des Krieges etwa 76.000 Soldaten versorgt. Es konnte gleichzeitig 4.800 Patienten aufnehmen).

26. Juli 1862
General Whiting wird für einen Monat beurlaubt. Seine Probleme sind mehr mentaler als physischer Natur. Es wird berichtet, dass er sich häufig unter Alkoholeinfluss befindet. Das Kommando geht auf Hood über, dem dienstältesten Offizier der Division.

8. August 1862
Es ergeht die Order das Camp bei Richmond zu verlassen im Gesamtrahmen von Longstreet´s Bemühungen, „Stonewall“ Jackson´s Divisionen nördlich des Rapidan zu verstärken. Eine Kompanie aus dem Trinity County/TX wird als Kompanie M der 1st Texas eingegliedert. Diese ist die zweiunddreißigste und letzte neue Kompanie die aus Texas eintrifft. Extrem heißes Wetter.

11. August 1862
Ein ereignisloser Marsch bis Jackson´s zögerliches Handeln gegenüber Unionsgeneral Nathaniel Banks Corps bei Cedar Mountain vor wenigen Tagen bekannt wird .Longstreet´s Kommando wird angewiesen, schnell von Gordonsville nach Süden zum Rapidan zu marschieren wo Jackson zurück gedrängt worden war.

15. August 1862
Erreichen des Rapidan River.

20. August 1862
Lee beordert Jackson und Longstreet über den Rapidan zu setzen um Unionsgeneral Pope zu verfolgen. Die Brigade geht bei Raccoon Ford über den Fluss und führt Longstreet´s Vormarsch an.

22. August 1862
Lt.Col. Upton von der 5th Texas führt starke Kräfte gegen die Unionstruppen bei Freeman´s Ford und macht für die Brigade den Weg über den Rappahannock frei. Die Nacht wird auf der nördlichen Flussseite am Rand eines riesigen Maisfeldes verbracht. Schwere Regenfälle verhindern das Nachrücken der Versorgungswagen über den Fluss. Die Brigade bleibt somit ohne Verpflegung.

23. August 1862
Das Regiment ist am Zwischenfall der „Brennenden Ohren“ beteiligt. Entgegen Lee´s ausdrücklicher Anordnung gegen das Fouragieren sind eine Anzahl Soldaten in das Maisfeld eingedrungen um Nahrung für das nächste Frühstück zu beschaffen ohne zu ahnen, dass eine größere Anzahl Yankees am anderen Ende des Feldes kampiert. Das Zusammentreffen der beiden hungrigen Parteien in der Mitte des Feldes mündet in Box- und Ringkämpfen. Schließlich überlassen die Unionssoldaten der Rebellenüberzahl das Feld. Um den Hunger der Truppe zu beschwichtigen kauft der Quartermaster der 1st Texas, J. Littlefield, das gesamte 100-acres Feld. Diese Art der Nahrungsbeschaffung wird künftig eine reguläre Angelegenheit.

26. August 1862
Nach einigen Tagen im Biwak werden die Truppen von Longstreet in Richtung Bull Run Mountains beordert um erneut „Stonewall“ Jackson´s Einheiten zu unterstützen der bei Manassas Junction auf die Nachhut von Pope´s Armee gestoßen ist. Dabei werden die Nachrichtenwege des Feindes nach Washington zerstört.

27. August 1862
Am Nachmittag wird die Manassas Gap RR bei Salem überschritten und in der Nacht bei White Plains biwakiert. In zwei Tagen wurden 40 Meilen zurückgelegt.

28. August 1862
Nach einem kargen Frühstück setzt die Brigade den Marsch nach Thoroughfare Gap fort. Es ist eine fürchterliche Anstrengung: 30 Meilen mit schwerem Gepäck auf staubigen Strassen unter einem wolkenlosen Himmel in der sengenden Augusthitze. Longstreet´s Männer treffen bei Thoroughfare Gap auf Unions-General Irving McDowell´s Corps. Hood´s Division und zwei weitere Brigaden erhalten den Befehl den Pass zu nehmen, was unverzüglich in die Tat umgesetzt wird. Gegen Abend führt die Brigade Longstreet´s Truppen über den Pass am Osthang der Bull Run Mountains. Von diesem vorzüglichen Platz kann man das Mündungsfeuer von Jackson´s Batterien erkennen der bei Groveton kämpft. 
Am späten Abend hatten sich die todmüden Männer zum Schlafen niedergelegt. Versehentlich stießen einige Offiziere ein herumstehendes leeres Eichenfass um das den Hang hinunterpolterte auf das Biwak der Schlafenden zu. Durch den Lärm aufgeschreckt, galoppierte eine alte graue Stute, die beim Regiment als Packpferd diente und noch mit Küchenutensilien voll beladen war, ebenfalls los. Durch den entstandenen Krach und weil sie in der Dunkelheit wenig sehen konnten, schreckten die Schlafenden hoch. Viele rannten in Panik ebenfalls hügelabwärts wobei noch ein im Weg stehender stabiler Holzzaun niedergerissen wurde. Als man sich schließlich vom Schrecken erholt hatte und den Grund des Tumultes erkannte, fingen die Texaner schallend an zu lachen. Alsbald entstand ein Lied aus dieser Sache – es war die Geburtsstunde des Marschliedes des Regiments: „The old grey mare“
(Die Wilderness ist ein schwer zugängliches, unübersichtliches Gebiet ca. 15 Meilen westlich von Fredericksburg/VA).

29. August 1862
Schlacht von SECOND MANASSAS. Am Morgen werden die Unionstruppen angegriffen und bei Groveton zurückgeworfen. 

30. August 1862
Am Morgen auf die Chinn Ridge zubewegt. Nachdem die Linie einer New Yorker Zuaveneinheit durchbrochen ist wird eine Unionsbatterie erbeutet und die Nordstaatler aus den Wäldern am Fuß des Bergrückens vertrieben.

31. August 1862
Rast auf dem Manassas – Schlachtfeld. Die Toten werden begraben und die Verwundeten versorgt. Den gefallenen Unionssoldaten werden die Strümpfe, Stiefel und die Kleidung abgenommen.

1. September 1862 
Marsch auf das westliche Maryland und Pennsylvania.

3. September 1862
Bei Leesburg wird die Nachhut der zurückweichenden Unionsarmee aufgerieben und Nachschubwagen erbeutet die den Konföderierten jegliche Art von Militärbedarf, insbesondere Waffen liefern. Durchschnittliche Marschleistung pro Tag zehn Meilen

5. September 1862
 Das Regiment überquert den Potomac bei White´s Ford. Die Kapelle intoniert für die Soldaten das Lied „Maryland, my Maryland“.

6. September 1862
Ankunft in Buckeyestown. Das Camp wird südlich von Frederick/MD an den Ufern des Monocacy River an einer Eisenbahnbrücke aufgeschlagen. Es folgt eine zweitägige Rast die mit Baden und der Zerstörung der Brücke ausgefüllt wird.

9. September 1862
Das Regiment nimmt seinen Marsch wieder auf und zieht durch die Landschaft Marylands.

11. September 1862
Abmarsch von Frederick/MD nach Nordwesten durch die Catoctin Mountains nach Hagerstown. Hier schlagen die Texaner fünf Meilen südlich der Grenze zu Pennsylvania ihr Biwak auf.

12. September 1862
Die Brigade befindet sich in einem sehr zerschlissenen Zustand. Seit dem Verlassen von Richmond sind weder Schuhe noch Uniformen ausgegeben worden. Viele Soldaten laufen barfuss. Verpflegungsmangel zwingt die hungrigen Männer unreife Äpfel und Mais zu essen. Die Kampfbereitschaft ist jedoch ungebrochen.

14. September 1862
Von Hagerstown/MD geht es zurück nach South Mountain. Dort ein Scharmützel mit Unionsverbänden. Zehn Meilen Marsch nach Boonesboro/MD um General D.H. Hill zu unterstützen der sich im Abwehrkampf mit starken Yankee–Einheiten befindet.
Durch einen Bajonettangriff kann das Gefechtsfeld bis zum Einbruch der Dunkelheit gehalten werden. In der Nacht Rückzug ins nahe Sharpsburg.

15. September 1862
Rückzug hinter den Antietam Creek bei Sharpsburg/MD. Wieder wird die Texas-Brigade als Nachhut eingesetzt. Es ist für die Erschöpften schwer noch wach zu bleiben und zu marschieren.

16. September 1862
13-Meilen-Marsch auf Sharpsburg wo die Armee konzentriert wird. Stellung auf offenen Gelände gegenüber der Dunker - Kirche nördlich der Stadt. Das Regiment wird in die einleitenden Kämpfe verwickelt. Kurz vor Sonnenuntergang findet ein Sondierungsgefecht mit Hookers Korps statt welches die Yankees zum Rückzug zwingt. Rückwärtsbewegung auf befestigte Stellungen. Nach mehreren Tagen ohne 
reguläre Verpflegung wird das erste Essen gekocht.

17.September 1862
Schlacht von ANTIETAM / SHARPSBURG/MD.
Gegen 6:00 ergeht der Befehl, Lawton´s Division in einem Maisfeld nördlich der Kirche zu unterstützen. Hookers Truppen werden übel zugerichtet. In einem der blutigsten Kampftage des gesamten Krieges geht in jenem legendären Maisfeld die Wigfall – Fahne der First Texas Infantry verloren. Von 854 Männern werden 519 getötet oder verwundet -  eine Verlustrate von über 82 %.
General Lee hatte mehr als 10.000 seiner 50.000 Mann verloren. McClellan hatte über 12.000 seiner 85.000 Soldaten eingebüßt.

18. September 1862
Den ganzen Tag über in Kampfposition verharrt. Beide Armeen sind total erschöpft.
Des Nachts Rückzug aus Maryland. Bei Shephardstown wird über den Potomac gesetzt.

27. September 1862
In der Nähe von Winchester/VA rastet die Brigade für den Rest des Monats um sich von den verlustreichen Kämpfen zu erholen und neu zu formieren. Neue Uniformen und Post treffen zum ersten Mal seit Monaten aus Richmond ein. Schuhe sind noch immer Mangelware.

September / Oktober 1862
Die Brigade zieht in ein Camp bei Winchester/VA im Shenandoah – Tal. (Shenandoah ist ein Wort aus der Sprache eines hier früher ansässigen Indianerstammes und bedeutet „ Tochter der Sterne“). Gen. Longstreet betrachtet sein Kommando nunmehr in gehöriger Form für eine Truppenparade. In voller Schlachtordnung marschieren die Männer des Ersten Korps vor einer Zuschauermenge auf unter denen sich auch Gen. Robert E. Lee und andere lokale Würdenträger befinden.

10. Oktober 1862
Hood wird zum Generalmajor befördert. Von nun an spricht man von Hood´s Division.

26. Oktober 1862
Das Camp bei Winchester wird abgebrochen und auf Culpeper C.H. zu marschiert Durchschnittliche Marschleistung 10 Meilen pro Tag bei schönem Herbstwetter.

2. November 1862
Schwenk nach Osten durch die Manassas Berge.

5. November 1862
Die Brigade marschiert in ein neues Camp in der Umgebung des Cedar Mountain Schlachtfeldes ca. 6 Meilen südlich von Culpeper. Zu dieser Zeit wird der Mangel an Schuhen kritisch. Stiefel, die aus England durch die Unionsblockade geschmuggelt worden sind, erweisen sich schon nach kurzem Gebrauch als Schund und sind bald unbrauchbar. Longstreet versucht die Situation dadurch abzustellen, dass er anordnet, Tierfelle zu mokkassinähnlichem  Schuhwerk zu verarbeiten. Im Dreck und Schlamm der virginianischen Straßen erweisen sich auch diese „Longstreet Mokkassins“ als unbrauchbar. In der Nähe von Culpeper wird biwakiert.

7. November 1862
Der Generalinspekteur der ANV, Col. Edwin J. Harvie, inspiziert die Texas-Brigade, Maj. B. W. Frobel´s drei Artillerie – Batterien sowie Capt. James Reilly´s North Carolina Batterie. Harvie stellt fest, dass Kleidung und Schuhwerk aller fünf Regimenter der Brigade in einem beklagenswerten Zustand sind. Etwa 440 Soldaten - das sind rund ein Drittel der Brigade zu diesem Zeitpunkt - laufen barfuss ! Die First Texas ist am miserabelsten ausgestattet. Lediglich die Fünfte Texas Inf. und Wade Hampton´s Legion präsentieren Ihre Waffen und Ausrüstung in gutem Zustand. Obwohl Harvie den Regimentskommandeuren die Schuld am schlechten Erscheinungsbild ihrer Soldaten zuweist, trifft auch Hood eine Mitschuld wegen seines Mangels an administrativen Aktivitäten als Divisionskommandeur.

19. November 1862
Das Camp bei Cedar Mountain wird verlassen. Die Texaner bilden wieder die Nachhut von Longstreets Truppen die gegen Fredricksburg marschieren.

20./21. November 1862
Es sind 16 Meilen zurückgelegt worden. Bei Spotsylvania C.H. wird gerastet.

22. November 1862
Ankunft in Fredericksburg. Nach einem 60 Meilen Marsch über verdreckte Straßen hat die Brigade in vier Tagen ihr Ziel erreicht. Von Bürgern werden 500 Paar Schuhe, Socken, Handschuhe und Kleidung gestiftet.

26. November 1862
Die 18th Georgia Inf. und Wade Hampton´s Legion werden abkommandiert. Als Ersatz kommen die elf Kompanien der 3rd Arkansas Inf. Wie zuvor die 18th Georgia werden die Neuankömmlinge die „ 3rd Texas“  von den Soldaten des Lone Star States genannt.

1. Dezember 1862
Die ersten Dezembertage sind ausgefüllt mit Exerzierdienst und Wachtdienst entlang des Rappahannock sowie dem Errichten von Brustwehren in den Stellungen bei Fredericksburg. Das Wetter ist kalt und der Wachtdienst – ohne geeignete Kleidung und Schuhwerk – eine miserable Angelegenheit. Um der Kälte zu begegnen requirieren die Posten das Bernard Mansion nahe dem Fluss. Ständige Wachsamkeit ist nötig da Burnside´s Armee zu jeder Zeit angreifen kann. 

6. Dezember 1862
Camp bei Fredericksburg. Vier bis fünf Stunden Drill pro Tag. Es wird sehr kalt und es gibt heftige Schneefälle. Die Männer errichten Unterstände für zwei bis drei Soldaten,  „Hundehütten“ genannt, die mit trockenem Laub bedeckt werden.

13. Dezember 1862
Unionstruppen legen Pontons über den Rappahannock und besetzen Fredericksburg. Sie beginnen mit der Plünderung und Zerstörung jeglicher Dinge von Wert in der fast gänzlich verlassenen Stadt. Am gleichen Tag wird Fredericksburg zurückerobert, die Unionstruppen über den Fluss zurückgedrängt.

14. Dezember 1862
Kurz nach dem Rückzug der Yankees aus Fredericksburg besetzen die Konföderierten wieder die erheblich beschädigte Stadt. Die umliegenden Felder und Straßen sind voller gefallener und verwundeter Unionssoldaten. Die Toten werden hastig verscharrt nachdem ihnen alles Brauchbare abgenommen war. Langsam kehren die Einwohner in den zerstörten Ort zurück. Lee´s Soldaten geben ihnen an Essen und Kleidung was sie entbehren können um ihnen für die vorher erwiesene Freundlichkeit und Unterstützung zu danken.

15. Dezember 1862
Das kalte und raue Wetter beendet bald die Möglichkeit für weitere Kampfhandlungen. Die Texaner beziehen ein Wintercamp am Mattaponax Creek ca. eine Meile hinter der vorherigen Kampfposition

20. Dezember 1862
Die Brigade beginnt mit dem Bau von Unterkünften. Typisch sind Holzhütten mit Dächern aus Segeltuch. Sie sollen die unausbleiblichen Angriffe des „Old Man Winter“ abhalten.

24. Dezember 1862
In der Mitte des Camps wird ein größerer Zentralbau errichtet. Er dient an sechs Wochentagen als Theater und sonntags als Kirchenraum. Die Blasmusik der 4th Texas Inf. und „Hood´s Gesangstruppe“ treten am Weihnachtsabend vor einem überfüllten Haus auf.

1863 

17. Februar 1863
Das Regiment bricht das Wintercamp ab und bewegt sich auf Richmond zu. Die Straßen sind ein Morast aus gefrorenem Matsch und Schlamm. Flüsse und Gewässer sind auf ein Mehrfaches ihrer normalen Größe angeschwollen. Richmond wird passiert und vier Meilen südlich ein neues Lager aufgeschlagen.

27. Februar 1863
Die Brigade wird sieben Meilen weiter nach Süden verlegt. Es wird in der Nähe der Richmond & Petersburg RR campiert. An jedem Tag wird zwei Offizieren und zwei Mannschaftsdienstgraden von Hood´s Regiment erlaubt, die Hauptstadt zu besuchen. „Hood´s Division,“ schreibt ein Bürger, „speit ein buntes Gemisch in die Straßen von dem was einst der Stolz von Virginia war.“ Die im Camp verbliebenen Männer bestehlen häufig in der Nähe lebende Zivilisten.

10. März 1863
Die Damen-Hilfsorganisation von Austin spendet $ 925,- für die Brigade. Bei den inflationären Preisen im Gebiet von Richmond reicht das gerade für eine Tasse Kaffee pro Mann.

18. März 1863
Die Brigade soll in Richtung Ashland aufbrechen. Die Männer marschieren den ganzen Tag unter einem bedrohlich aussehenden Himmel. Um die Hüften haben sie jede Art von Kochgeräten gebunden. Auf die aufgepflanzten Bajonette ist alles möglich Essbare gespießt. In der Nacht setzt den Truppen ein heftiger Blizzard zu.

20. März 1863
Der Grund des Marsches ist hinfällig geworden und somit wird in das verlassene Camp am Falling Creek bei Richmond zurückgekehrt.

2. April 1863
Abmarsch nach Petersburg.

8. April 1863
Bei Franklin wird der Blackwater River auf Pontonbrücken passiert. Auf dem Weitermarsch nach Suffolk werden die Truppen durch Unionskavallerie und Scharfschützen attackiert.

11. April 1863
Ankunft in Suffolk. Es wird sofort mit der Errichtung von Befestigungen am Nansemond River begonnen. Die Stadt ist gut befestigt und von ca. 25.000 bis 30.000 Unionstruppen besetzt. Eine Kanonenboot-Flottille patroulliert auf dem Fluss. Longstreet´s 20.000 Mann befestigen eine 15-Meilen Linie um die Stadt. Die Belagerung von Suffolk beginnt.
Gefecht mit drei Kanonenbooten auf Nansemond River. Es wird ein Scharfschützenbataillon aus Texanern aufgestellt. Das Kommando steht unter dem Befehl es beliebten und charismatischen Capt. Ike Turner von der 5th Texas Inf. Der 22-jährige Turner ist der jüngste Hauptmann der Texas-Brigade. Auf der Brustwehr von Ft. Huger stehend, wird er von feindlichen Scharfschützen tödlich getroffen.

14. April 1863
Das Regiment nimmt an Maßnahmen zur Beschaffung von Verpflegung teil. 

16. April 1863
Gen. Longstreet weist die Männer aus Hood´s und Pickett´s Divisionen an, sich selbst um die Beschaffung von Essbarem zu kümmern. Die Soldaten sind gezwungen, Nahrungsmittel, Pferde und Fuhrwerke bei den örtlichen Farmern zu konfiszieren. Dabei zeigen sie nur sehr wenig Mitleid für die Ortsansässigen. Diese hatten bis dahin Nord- wie Südstaatlern mit tüchtig überhöhten Preisen für ihre Farmprodukte das Geld aus der Tasche gezogen.

2. Mai 1863
Das Regiment erhält den Befehl sich wieder mit der Hauptstreitmacht zu vereinigen und beginnt mit dem Rückzug auf Petersburg.

3. Mai 1863
Abmarsch aus Suffolk nach Einbruch der Dunkelheit in westliche Richtung unter Zerstörung der Pontonbrücke bei Franklin um das Nachrücken verfolgender Unionstruppen zu verzögern. Die Brigade nimmt wieder seine gewohnte Position als Rückendeckung ein.

4. Mai 1863
In den Morgenstunden wiederholte Gefechte mit den Spitzen der verfolgenden Unionsverbänden und Fortsetzung der Rückzugsbewegungen auf Richmond.

10. Mai 1863
Die Brigade bezieht in der Umgebung von Sommerville nahe dem Rapidan River ein neues Camp. Dieses liegt in einem großen Hain von Walnussbäumen auf einer Reihe niedriger Hügel. Obwohl es keine Zelte und nur wenige Schlafdecken gibt 
sind die Männer mit ihrem neuen Lager recht zufrieden.

Die Nachricht von „Stonewall“ Jackson´s Tod trifft ein.
Am 2. Mai, dem ersten Kampftag der Schlacht bei Chancellorsville, war Jackson während eines abendlichen Erkundungsrittes versehentlich von eigenen Soldaten angeschossen worden. Am 10. Mai verstirbt er an Lungenentzündung. Lee erklärt, dass er mit Jackson´s Tod „seinen rechten Arm verloren habe.“

11. Mai 1863
Die Brigade genießt den Lohn der Unmengen an Nahrung und anderen Versorgungsgütern aus der Suffolk-Kampagne.

24. Mai 1863
General Hood inspiziert seine Division  Einige schwarzgekleidete Damen zu Pferd beobachten die Parade und werden mit Beifallsrufen bedacht. Mehr als Zweidrittel der Damen in der Konföderation tragen (wegen der zahlreichen Verluste) Trauerkleidung.

28. Mai 1863
Im Camp am Rapidan kochen die Männer Nahrungsvorräte für mehrere Tage in  Erwartung eines baldigen Abmarsches. Die Brigade ist mental in gutem Zustand.

31. Mai 1863
Das Lager wird abgebrochen und 14 Meilen südöstlich auf Fredericksburg zu marschiert. Der Marsch führt durch dichten Nebel. 20 Meilen vor der Stadt wird biwakiert und die Nacht in Alarmbereitschaft verbracht.

4. Juni 1863 
Durchwaten des Rapidan und 15 Meilen auf  Culpeper/VA zu marschiert.

6. Juni 1863
Nachmittags wird das Camp bei Culpeper verlassen und bei strömenden Regen auf Rappahannock Station marschiert. Bis 22:00 quält sich die Brigade über schlammige Straßen. Erschöpft und durchnässt lagern sie Nachts im Straßengraben. Zu Tausenden liegen die Soldaten auf dem aufgeweichten Boden. Feuer zu entfachen ist wegen Feindnähe untersagt.

7. Juni 1863
Bei Tagesanbruch wird ein kaltes, klitschiges Frühstück aus den „Haversacks“ eingenommen und ins Camp bei Culpeper zurückgekehrt. Gegen 17:00 hört man heftiges Artilleriefeuer von Jeb Stuart´s Kavalleriegefecht bei BRANDY STATION.
Hier findet die erste und größte Reiterschlacht des Krieges statt. Die Konföderierten verlieren dabei 525, der Norden 900 Mann.
Die Truppen werden neu formiert, marschieren Richtung Lookout Mountain und beziehen dort Kampfstellungen.

9. Juni 1863
Einige der barfüßigen Soldaten erhalten neue Schuhe. Über den Rappahannock hinweg dringt Geschützdonner der Unionsartillerie ins Camp.

13. Juni 1863
Fünf Meilen Marsch vom Culpeper Camp nach Cedar Run, dem Ort von Stonewall Jackson´s Schlacht vom August letzten Jahres. Einige der Soldaten nutzen die Gelegenheit um über das ehemalige Schlachtfeld zu gehen. Eine größere Anzahl nicht beerdigter Skelette liegen überall verstreut und bieten einen grausigen Anblick. In einer kleinen Senke liegen 49 Schädel – die dazugehörigen Knochen sind aus den flachen Grabmulden von Wildschweinen und anderen Tieren herausgescharrt worden. Hier und da ragen die Überbleibsel von Händen und Beinen aus dem Erdreich.

15. Juni 1863
Auf dem Marsch über den Ashby Pass brennt eine unbarmherzige Sonne vom wolkenlosen Himmel herab. Etwa 500 Männer der Brigade brechen unter der Hitzeeinwirkung zusammen und säumen die Marschroute, etliche sterben an Hitzschlag.

17. Juni 1863
Der Marsch geht durch eine schöne Bergregion Virginias und am Abend wird in einem Eichenhain eine Meile vor Upperville biwakiert.

18. Juni 1863
Zehn Meilen durch das Shenandoah-Tal marschiert. Die Brigade passiert die Blue Ridge Mountains. Beim Durchwaten des tiefen und kalten Shenandoah Rivers müssen die Gewehre und Patronentaschen hoch über den Köpfen gehalten werden. Nahe Millwood wird biwakiert.

19. Juni 1863
Über aufgeweichte Straßen geht es in nördlicher Richtung weiter nach Berryville. Vor Sonnenuntergang bricht ein fürchterlicher Sturm über die Soldaten herein.

26. Juni 1863
Die Brigade setzt über den Potomac mittels einer mit Artillerie und Wagen voll gepferchten Pontonbrücke. Viele, die auf der Brücke keinen Platz finden, gehen halbnackt durch den Grenzfluss. Unter den Klängen patriotischer Lieder wird auf der anderen Flussseite der Boden Marylands betreten. Bei der folgenden Rast auf Feindesboden lässt Gen. Hood Whiskey aus erbeuteten Fässern ausgeben. Danach wird ein Zipfel Marylands durchquert und die Grenze zu Pennsylvania überschritten. 

27. Juni 1863
Der Marsch geht weiter nach Norden in Richtung Chambersburg/PA. Die Landschaft ist schön, die Straßen sind geschottert und die Wohngebäude beeindruckend. Alle Häuser sind schöner und ansprechender als Daheim in Texas. Als die Brigade durch Chambersburg marschiert säumen viele Bewohner die Straßen, zeigen Unionsfahnen und machen abfällige Bemerkungen über die heruntergekommenen Konföderierten. Eine Frau mit üppiger Oberweite hat diese mit einer großen Unionsfahne bedeckt als ihr ein Texaner zuruft: „Geben sie acht Madam – Hood´s boys verstehen sich darauf Brustwehren zu erstürmen – besonders wenn darauf die Stars and Stripes wehen !“

29. Juni 1863
Die Tagesstunden werden mit ausgiebigen Essen verbracht bis gegen 15:00 der Befehl zum Abmarsch in Richtung Gettysburg eintrifft.

DIE HOCHWASSER – MARKE DER KONFÖDERATION IST ERREICHT –
NOCH IST SICH DESSEN NIEMAND BEWUSST ….

1. Juli 1863
Die Schlacht von GETTYSBURG. Unter dem Kommando von LtCol. Ph. Work verlässt die Brigade das Biwak bei Fayettesville und marschiert auf Chastown, wenige Meilen nordwestlich von Gettysburg, zu. Unterwegs kommt es zu stundenlangen Verzögerungen so dass die Stadt erst am

2. Juli 1863
in der Frühe um 2:00 erreicht wird. Eine Rast wird den Männern erlaubt. Nach zwei Stunden kommt der Befehl zum Weitermarsch zu Gen. Lee´s Hauptquartier. Eine Stunde vor Sonnenaufgang erfolgt die Einweisung in die Kampfstellungen. Dort liegt das Regiment unter Artilleriefeuer und muss neue Stellungen beziehen um die Verluste gering zu halten. Gegen 16:00 ergeht der Befehl zum Vorrücken. Es geht über offenes, fast deckungsloses Feld, teils durch Wald und felsiges Gelände so dass zwischen der 1st und 4th Texas eine gefährliche Lücke entsteht die vom Feind zum Glück nicht bemerkt und von der 48th Alabama Inf. bald geschlossen wird. Nach schweren Kämpfen wird noch hastig ein Steinwehr errichtet in Erwartung neuer Kämpfe am folgenden Tag.

3. Juli 1863
Bei Tagesanbruch werden die zerschmetterten Reste der Brigade neu zusammengestellt und in eine neue Verteidigungslinie zwischen Devils Den (Teufelsloch) und Big Round Top eingewiesen. Scharfschützenfeuer hält den ganzen Tag an ebenso sporadisches Geschützfeuer. Unionskavallerie greift zweimal an wird aber durch eigene Artillerie zurückgedrängt. Am späten Nachmittag Rückzug aus der vordersten Linie und Einnahme neuer Positionen entlang der Emmitsburg Road in Erwartung neuer feindlicher Angriffe die jedoch ausbleiben.

4. Juli 1863
Verharren in Kampfstellungen. Beide Armeen sind zu erschöpft und ausgeblutet um neue Kampfhandlungen aufzunehmen.

VORWÄRTS KAMERADEN – WIR MÜSSEN ZURÜCK !

6. Juli 1863
Am Nachmittag wird Hagerstown/MD erreicht. Seit Gettysburg haben die Truppen kein Fleisch mehr erhalten und nur wenig Brot.

14. Juli 1863
In den Morgenstunden geht die Brigade unter den Augen von Gen. Lee über den Potomac zurück. Beim Passieren des Oberbefehlshabers entblößt jeder Soldat sein Haupt. Es gibt keinen Gruß oder Hochrufe – kein Wort wird gesprochen als die Männer an Gen. Lee vorbei marschieren. Bei Martinsburg/WV wird biwakiert.

16./20. Juli 1863
Das Regiment lagert vier Tage bei Bunker Hill.

24. Juli 1863
Bei Culpeper C.H. wird für eine Woche Quartier bezogen. Hier werden wieder Verpflegung, Ausrüstung aller Art und Munition ausgegeben. Die Männer schreiben nachhause und berichten von ihren Abenteuern im fernen Pennsylvania.

August 1863
Die Brigade marschiert den Rapidan und Rappahannock entlang auf Fredericksburg zu wo für einige Wochen ein Camp bezogen wird. Hier wird der seit Monaten ausstehende Sold ausgezahlt. Die Verpflegung ist zufrieden stellend. Vom Richmond Depot werden neue Uniformen ausgegeben; dazu Schuhe aus England die durch die Seeblockade der Union hindurchgeschmuggelt worden sind.

September 1863 
Das Regiment wird der Texas-Brigade, Hood´s Division, Longstreet´s Corps, Army of Tennessee zugeteilt. Längerer Wachtdienst am Rappahannock bei Port Royal. Auf der gegenüberliegenden Flussseite liegt Maryland. Am 9. September kommt das Regiment per Bahn in Richmond an. Nach dem langen, entbehrungsreichen Leben in den Camps finden die Tavernen regen Zuspruch. Die Brigade wird nach Georgia verlegt. Die Eisenbahn dorthin hat verschiedene Spurbreiten die ein mehrmaliges, mühevolles Auf- und Abladen erfordern. Bei jedem Stopp werden die Truppen begeistert mit Küssen und Hochrufen empfangen und mit Nahrungsmitteln und Kleidung beschenkt. Vom 11. bis 17. September geht es per Bahn nach Westen durch North Carolina, South Carolina ins westliche Georgia in die Nähe von Chattanooga/TENN. Vom 19.-20. September tobt die Schlacht von CHICKAMAUGA/GA: In den Kämpfen erleidet die Brigade 540 Verluste an Toten, Verwundeten und Vermissten. Der Kampf endet mit dem Sieg der Konföderation ist jedoch teuer erkauft: 18.500 Konföderierte und 16.200 Unionssoldaten kostet die Schlacht das Leben.  CHATTANOOGA wird belagert. Das Regiment hält eine Stellung nordöstlich des Lookout Mountain. Es werden starke Befestigungsanlagen errichtet. Die 1st Texas hat nur noch etwa 100 felddienstfähige Männer. Nachdem Gen. John B. Hood bei Gettysburg bereits den Gebrauch eines Armes eingebüßt hatte, zahlt er hier einen noch höheren Preis: Eine Kugel zerschmettert sein Bein und er überlebt nur durch die Amputation desselben.

Oktober / November 1863
Das Regiment nimmt an der Belagerung von CHATTANOOGA/TENN teil welche sich bis in den November hinzieht. Es ist ein armes, ausgeblutetes Land in dem man sich befindet. Hunger und Mangel an allem Möglichen sind die ständigen Gefährten der Soldaten. Am 
29. Oktober nimmt das Regiment am Gefecht bei WAUHATCHIE teil. 
Mitte November beginnt der Stellungskrieg von KNOXVILLE/TENN: 

Dezember 1863
Longstreet erhält von Präsident Jefferson Davis den Oberbefehl über die Truppen im östlichen Tennessee. Hood´s Texaner erreichen nur noch eine Stärke von 784 Mann in den Stammrollen. Von diesen sind jedoch viele nicht mehr einsatzfähig. Gen. Robertson bietet Hood an. Mit der Brigade über den Winter nach Texas zurückzugehen um sich dort wieder zu erholen und neue Rekruten anzuwerben. Anfang April solle er dann westlich des Mississippi wieder zu Longstreet´s Streitmacht stoßen. 
Da Longstreet Knoxville ohne Verstärkungen, schwere Artillerie und Winterkleidung für die Soldaten nicht bezwingen kann, wird die Belagerung abgebrochen und es folgt ein erbarmungsloser (Hunger)Marsch in die Winterquartiere bei Greeneville und Morristown im östlichen Tennessee. Die geschundenen Truppen sind auf Drittel-Rationen gesetzt. Die Infanteristen haben ihre Füße mit Hutfilz,Rinderhaut oder Lumpen umwickelt oder marschieren gar barfuss durch den Schnee. Morristown wird zum Winterquartier der Brigade hergerichtet.

1864 

Während des Winters liegen die feindlichen Armeen in ihren Winterquartieren. Anfang Januar kehrt Lt.Col. Phillip Work auf seinen Posten als Kommandeur der 1st Texas zurück. Nach verschiedenen Marschbewegungen durch Tennessee befindet sich das Regiment im 
April 1864 
wieder auf dem Boden Virginias und zieht  und über Lynchburg, Charlottesville und Gordonsville auf die WILDERNESS, westlich von Fredericksburg, zu. Am 
5. und 6. Mai kommt es in diesem sumpfigen und sehr unübersichtlichen Gelände zum ersten direkten Kräftemessen zwischen Lee (63.000) und Grant (120.000 Mann). In einem furchtbaren Blutvergießen verlieren die Südstaaten 8.700, die Potomac-Armee 17.000 Soldaten ohne etwas Entscheidendes bewirkt zu haben. Die Texas-Brigade entrichtet einen hohen Blutzoll: Am 
6. Mai verliert sie bei einem einzigen nicht unterstützten Sturmangriff auf Unionsstellungen über 400 von 710 Mann. Lee hatte Grant nicht aufhalten können und Grant war es nicht gelungen, Lee vernichtend zu schlagen.
In den folgenden Tagen des Mai finden weitere Gefechte bei SPOTSYLVANIA C:H., am NORTH ANNA River und bei COLD HARBOR statt an denen die dezimierte 1st Texas teilnimmt. 
Im Kampf von DARBYTOWN ROAD bei Petersburg unternimmt das Regiment einen Angriff auf Unionseinheiten die mit modernen Repetiergewehren ausgestattet sind. Die Attacke wird durch die überlegene Feuerkraft der Blauen zurückgeschlagen. Die Texas-Brigade hat noch 600 Mann
Das Winterquartier wird in der Nähe von Richmond aufgeschlagen.

1865 

Die Konföderation befindet sich im Todeskampf.

Das Regiment wird im Frühjahr noch in kleinere Kämpfe und Scharmützel verwickelt. Das letzte größere Gefecht zwischen der Potomac-Armee und der Army of Northern Virginia findet am SAYLOR´S CREEK, ca. 80 Meilen westlich von Richmond, statt. Lee verliert nochmals über 8000 seiner Kämpfer und den Großteil seiner Wagenkolonne. General Ewell´s todmüde Truppen verweigern den Kampf und ergeben sich Sheridan´s Kavallerie. Am 
9. April bricht das First Texas Volunteer Infantry Regiment unter Führung von Col. Frederick S. Bass zu seinem letzten Marsch nach Appomattox Court House/VA auf wo General Lee am 
12. April nach vorherigen Übergabeverhandlungen mit Ulysses S. Grant diesem die Kapitulation anbietet.
Grant akzeptiert diese von ca. 26.700 Soldaten der ANV. Obwohl noch mehrere konföderierte Armeen im Feld stehen, ist mit Lee´s Streckung der Waffen der Krieg faktisch zu Ende.
Grant erteilt Lee´s Soldaten die Erlaubnis, „nachhause zu gehen, ohne von der Autorität der Vereinigten Staaten behelligt zu werden,“ solange sie ihr Ehrenwort und sich an die gültigen Gesetze halten.
Von der 1st Texas Infantry haben 149 Mann das große Blutvergießen überlebt. Am 
14. April 1865 ergibt sich Sgt. Thomas M. Mullens von der E – Kompanie als Letzter des Regiments den Unionstruppen
 

Lee´s Abschiedsworte an seine Armee 

Nach vier Jahren beschwerlichen Dienstes, der gekennzeichnet war von unübertroffenen Mut und Tapferkeit der Armee von Nord-Virginia, ist sie nun gezwungen worden, sich der zahlenmäßigen und materiellen Übermacht zu ergeben. Ich brauche den Überlebenden so vieler harter Schlachten, die bis zuletzt treu geblieben sind, nicht zu sagen, dass ich diesem Ergebnis nicht etwa aus mangelndem Zutrauen in sie zugestimmt habe. Aber ich habe gefühlt, dass Tapferkeit und Ergebenheit nichts mehr erreichen, dass sie den Verlust nicht ausgleichen konnten, den die Fortsetzung des Kampfes mit sich gebracht hätte. So habe ich mich entschlossen, das sinnlose Sterben derer zu verhindern, deren bisherige Dienste ihnen die Liebe ihres Landes eingebracht haben. 
Entsprechend den vereinbarten Bedingungen, können Offiziere und Mannschaften in ihre Heimat zurückkehren. Ihr werdet die Befriedigung mitnehmen, die treue Pflichterfüllung verschafft, und ich bete inbrünstig dafür, dass ein gnädiger Gott euch seinen Segen und Schutz angedeihen lässt. Mit ewiger Bewunderung für eure Standhaftigkeit und Ergebenheit zu eurem Land und in dankbarer Erinnerung an eure freundliche und großzügige Rücksichtnahme zu mir, entbiete ich euch ein liebevolles Lebewohl!

Robert E. Lee
Hauptquartier der Armee von Nord-Virginia, 10. April 1865